Warum hat Gott Sein Wort neu geoffenbart?
Margarethe Eckel
Allgemein herrscht in den christlichen Gemeinschaften die Ansicht, Gott habe durch die Bibel ein- für allemal zu den Menschen gesprochen, daher könne es Neuoffenbarungen nicht geben; die von einzelnen Menschen empfangenen Mitteilungen aus dem Reich des Geistes seien zweifelhafter Herkunft, zumindest aber unverbindlich und im Grunde überflüssig. (Die katholische Kirche lässt sie wenigstens als Privatoffenbarungen gelten.)
Menschen befinden also darüber, wie oft Gottes Ansprache an seine Menschheit erfolgen darf! Man "gestattet" dem Herrn der Unendlichkeit nur ein begrenztes Maß an Äußerung gegenüber seinen Kindern, und man bemisst dessen Umfang und Zeitdauer nach eigenen Vorstellungen. Das ist umso erstaunlicher, als doch jeder Mensch an sich selbst erfahren hat und an allen Kindern der Welt beobachten kann, dass nur durch ständige Belehrung das Ziel der Erziehung und des Unterrichts zu erreichen ist, dass man ferner zu einem Kleinkind anders spricht als zu einem Schulkind und wieder anders zu einem Lehrling oder Studenten oder gar zu einem Anwärter auf die Doktorwürde, ganz zu schweigen davon, dass Eltern ja nicht nur Lehren erteilen, sondern auch aus Liebe mit ihren Kindern Umgang haben.
Was würden wir von einem irdischen Vater halten (einem von uns, die wir doch böse sind!), der seine Kinder in ein fernes Land setzte, versehen mit einem Buch, in welchem alle seine Lehren und Anordnungen aufgeschrieben sind (noch dazu verschlüsselt und in Symbolsprache), und sie dort mit diesem Buch allein ließe, ohne sie jemals wieder anzusprechen, zu beraten, zu warnen, zu ermahnen, neu zu belehren, ihnen Unverständliches zu erklären, sie auf Irrtümer hinzuweisen und ihnen schließlich die Verhüllungen des Buches allmählich durchschaubar zu machen, wie es ihre fortschreitende Entwicklung erfordert!?
Einen solchen "Rabenvater" macht man aus Gott (den man die Liebe nennt!), wenn man IHM unterstellt, ER habe von einem bestimmten Zeitpunkt ab nie mehr zu seinen Kindern gesprochen, sondern sie den Irrtümern ihres eigenen unzulänglichen Denkens überlassen. Hinzu kommt, dass dieser Annahme jede vernünftige Begründung fehlt. Warum sollte Gott von Adam angefangen bis zu seinem eigenen Erscheinen auf Erden laufend Seher und Propheten gesandt haben, durch die ER warnte und sogar Zukünftiges enthüllte, und dann nie mehr? Da es keine vernünftige Erklärung für ein solches Schweigen Gottes gibt, flüchtet man in den Buchstaben der Bibel, um eine ablehnende Haltung gegenüber den neuen Offenbarungen zu rechtfertigen:
"Nachdem vorzeiten Gott manchmal und auf mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn." (Hebr.1, 1-2)
In der Tat: Zu jener Zeit, als dieser Satz niedergeschrieben wurde, war es der Sohn, durch den Gott "als Letzten" gesprochen hatte: Jesus Christus. Doch das nur nebenbei: Es gibt noch ein übergeordnete Verständnis des Bildwortes "Sohn". Hier ist nicht nur Jesus, der Erstling gemeint, sondern alle durch Seine Erlösung vor Gott gerechtfertigten Brüder und Schwestern des Herrn. Da durch das Opfer Jesu der Vorhang im Tempel zerriss (d.h. die Trennung zwischen dem Herzen Gottes und dem Menschenherzen aufgehoben wurde), konnte Gott von nun an sogar unmittelbarer Seine Kinder ansprechen als bis dahin, nämlich von innen her (was vor Golgatha nicht möglich war). ER konnte die Gottessöhne und -töchter in ihren eigenem Herzen ansprechen, genauso wie ER mit Jesus dem Erstling verkehrt hatte, in dessen Herzen ER in aller Fülle wohnte. ("Ihr werdet alle von Gott gelehrt sein!") Wohl ist in uns das WORT nur in einem Funken Fleisch geworden, aber dennoch ist es Geist von Seinem Geist, der da spricht, wenn Gott Sich durch ein Menschenherz äußert und offenbart. Waren es in den Propheten des Alten Bundes noch einzelne Menschen und Ausnahmen, durch die sich Gott offenbarte, so ist im Neuen Bund Sein Heiliger Geist in großer Fülle auf die Menschen herabgekommen. Eigentlich sollte der Herzensverkehr und die Wahrnehmung Seiner Stimme in uns Christen, etwas ganz normales und selbstverständliches sein. Doch man hat diesbezüglich eher Angst vor den Verheißungen des Herrn, z.B.: dass der Heilige Geist uns in alle Wahrheiten führen und leiten wird. Oder :
"Wer Mich liebt, zu dem werde ich mit dem Vater kommen und Wohnung bei ihm nehmen!"
Wie soll denn dieses Zusammenleben,
diese intime Beziehung mit dem Vater (der Liebe) und dem Sohn (der Weisheit)
ganz praktisch für uns aussehen, nach Meinung der verknöcherten
Buchstabengelehrten?
Es gibt noch ein zweites Wort im Neuen Testament, dessen man sich gern bedient,
um Neuoffenbarungen auszuschließen: Kapitel 22 der Offenbarung des Johannes,
Vers 18-19: "Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in
diesem Buch: So jemand zusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in
diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs
dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Holz des Lebens."
Der unterstrichene Satzteil zeigt überdeutlich, dass hier lediglich von "diesem Buch" (d.i. die Offenbarung des Johannes) die Rede ist. Will man das Änderungsverbot aber auf die ganze Schrift ausdehnen, nun, dann umso besser, und es wäre gut, wenn man sich daran hielte, denn in der Tat hat kein Mensch das Recht, nach menschlichem Gutdünken dem Wort Gottes etwas hinzuzufügen oder etwas davon wegzunehmen. Heißt denn das aber, dass Gott nun nicht mehr reden darf?
Auffallend ist, dass man dieses Änderungsverbot
nur im Zusammenhang mit neuen Offenbarungen zitiert, die laufenden Änderungen
der Theologen an der Bibel selbst aber ruhig hinnimmt. Gott soll schweigen, aber
die Theologen dürfen das Wort Gottes drehen und wenden nach dem Wind des
Zeitgeistes und wie es ihnen ihr irrender Menschenverstand eingibt! Kein Buch
ist so häufig abgeschrieben, übersetzt und gedeutet worden wie die Bibel, zu
allen Zeiten, auch schon im Alten Bund. Das bezeugt die Schrift selbst:
"Wie mögt ihr doch sagen: "Wir wissen, was recht ist, und haben die
heilige Schrift vor uns? "Ist's doch eitel Lüge, was die Schriftgelehrten
setzen. Darum müssen solche Lehrer zu Schanden, erschreckt und gefangen
werden.." (Jeremia 8, 8-9)
Die Schriftgelehrten unserer Zeit sind die Theologen, und sie tragen dadurch,
dass ihre Arbeit an der hl. Schrift in unerleuchtetem Verstandesdenken geschieht
(von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen), nicht nur zur Veränderung des Inhalts
der Bibel bei, sondern auch zur Abschwächung ihrer geistigen Wirkung. Die
Kraft, die das Wort Gottes einst ausstrahlte, wird immer geringer. Gott aber
sieht dieser Entwicklung nicht schweigend und tatenlos zu, wie man meint,
sondern ER setzt etwas dagegen, nämlich Sein Neues Wort in voller Strahlkraft.
Daneben läuft der Abnützungsprozess am alten Wort in natürlicher Weise
weiter. Das muss so sein. Nichts kann unverändert bleiben, was dem freien
Willen und Wirken der Menschen anheimgegeben ist; nichts kann rein bleiben, was
dem Wirken der Zeit und der Willkür böswilliger Menschen ausgesetzt ist. Die
Priester des Alten Bundes befanden sich in zunehmender Verfinsterung des
Geistes; die Schriftgelehrten und Pharisäer waren (zuletzt in ihrer überwiegenden
Mehrheit) habgierige, herrschsüchtige, ja verbrecherische Menschen, die sich
nicht scheuten, die Propheten Gottes und zum Schluss auch JESUS, das Licht der
Welt, umzubringen. Und diese Menschen sollen ausgerechnet die Schrift von ihrer
Willkür ausgenommen haben? Sollen in diesem einen Fall ehrlich gewesen sein,
die Schrift getreu weitergegeben haben? Das kann wohl niemand im Ernst annehmen!
Der natürliche Vorgang der zunehmenden Verunreinigung der hl. Schrift setzte
sich dann im Neuen Bund fort, so dass nicht nur das alte Wort Gottes weiteren
Veränderungen unterlag, sondern und vor allem auch das (damals) neue Wort: die
Evangelien. Leider sind sich Theologen, Priester und auch das Kirchenvolk nicht
klar darüber, dass eine solche natürliche Entwicklung stattfindet. Die meisten
glauben, Gott habe laufend dafür gesorgt, dass die Bibel rein erhalten bleibt.
Das ist ein Irrtum. Eine solche, von Gott selbst bewerkstelligte Reinerhaltung
seines Wortes wäre eine zwangsweise, d.h. durch seine Allmacht getätigte.
Dadurch würde aber das Gesetz des freien Willens umgestoßen, auf welches Gott
alle Schöpfung und Entwicklung des Menschen gegründet hat. So etwas ist unmöglich.
Gott verstößt nicht gegen Seine Gesetze. Auch Priester und Theologen sind von
IHM aus freie Menschen, und ER lässt sie innerhalb eines gewissen Spielraums
frei wirken und auch Verkehrtes tun, lässt Veränderungen, Verwässerung und
Entkräftung seines Wortes, bis zu einem gewissen Grad zu. Vor einiger Zeit las
man, eine Expertenkommission habe 50.000 Übersetzungsfehler in der Bibel
gefunden. Nimmt man Abschreibfehler, absichtliche Fälschungen, verlorene oder
unterschlagene Teile hinzu, so ist es wohl verständlich, dass manche Theologen
heute die Autorschaft Gottes und die göttliche Inspiration der Evangelisten überhaupt
bestreiten.
Doch darin tun sie Unrecht. Die Bibel ist immer noch das Hauptbuch und die
Grundlage aller göttlichen Offenbarung und immer noch rein für den, der sie zu
lesen versteht aus dem Geiste Gottes, denn er durchdringt die verunreinigte
Schale und kommt zur inneren Wahrheit. Gott hat tatsächlich dafür gesorgt,
dass sein Wort rein erhalten bleibt, aber auf eine andere Weise als man sich das
gewöhnlich vorstellt , nämlich dadurch, dass ER den eigentlichen Sinn der
Schrift, ihre Wahrheiten, in das Innere legte und in Entsprechungen (welche die
Menschen selbst heute nur selten verstehen) verbarg.
Die Bibel ist ein geistiges Buch. Jedes Wort hat neben seinem äußeren, naturmäßigen
Sinn (dem Buchstabensinn) auch eine innere, geistige Bedeutung oder
Entsprechung. Dieses kann aber nur von Menschen erfasst werden, deren Geist vom
Geist Gottes erleuchtet wird, also von Menschen, in deren Herzen Gott wohnt.
Wohnen kann Gott aber nur in einem Herzen, das IHN und die Wahrheit über alles
liebt! Und die Wahrheit war stets ein einsamer Wanderer, da der Mensch lieber
seinen Liebeleien folgt, auch denen mit religiösem Anschein! Auf diese Weise
ist dafür gesorgt, dass Änderungen, Fehler und Fälschungen der Schrift nur an
Teilen ihrer äußeren Hülle geschehen sind, ohne das dadurch jedoch die
eigentliche Botschaft von der Erlösung und Menschwerdung Gottes in Jesus
Christus verwischt wurde. Gott hat die Schale der Frucht den Menschen zum
Zernagen überlassen, während der Kern der göttlichen Wahrheit für alle unberührt
und vor Entheiligung bewahrt blieb, die nicht nur am toten Buchstaben hängen.
Wie notwendig diese Vorsorge war, zeigt neben der fortschreitenden Schwächung
und Entstellung des Gotteswortes auch die Existenz von einigen hundert Sekten,
die sich alle auf die Bibel berufen. Alle diese Erscheinungen beweisen, dass des
Menschen Gehirnverstand nicht befähigt ist, in das Innere des Gotteswortes
vorzudringen, und sie beweisen weiter, dass die Gründer dieser Sekten vom
Geiste Gottes nur teilweise oder auch gar nicht erleuchtet waren.
Wir haben den Verstand zur Bewältigung der irdischen Aufgaben bekommen, daher
kann er nur begreifen, was seinem Bereich angehört: das Irdische, Materielle.
Die göttlichen Dinge kann auch der schärfste Intellekt nicht erfassen, sondern
allein der Geist aus Gott, der Geistfunke in uns, der aber zunächst nur als Befähigung
in unsere Seele gelegt wurde und erst durch die tätige Liebe erweckt und genährt
werden muss. Erst dann wird auch die Seele mit ihrem Verstand vom alles
erleuchtenden Licht aus Gott durchdrungen. Jesus Christus, muss in uns
auferstanden sein, d.h. die Seele muss sich mit dem Geist aus Gott vereinigt
haben, ehe wir auch mit dem Göttlichen über uns korrespondieren können.
Niemand wird vom Geist Gottes erfüllt etwa deshalb, weil er ein
Theologiestudium absolviert und dann ein geistliches Amt übernommen hat. Die
Grundvoraussetzung für das Innewohnen des Gottesgeistes im Menschenherzen ist -
wie schon gesagt - die Erfüllung der Liebesgebote Gottes. Daneben muss aber
auch ein echtes Wahrheitsverlangen vorhanden sein, denn die Wahrheit aus Gott
wird nicht automatisch "eingegossen", sondern muss begehrt werden im
freien Willen. Und drittens muss der Mensch demütig sein, und das deshalb, weil
nur der demütige Mensch bereit ist, das Eigene beiseite zu stellen und neue
Belehrungen anzunehmen . Offenbarungen, die meist in sehr unscheinbarem Gewand
und durch gering scheinende Menschen dargeboten werden, an denen der religiöse
Hochmut vorübergeht, ohne sie unvoreingenommen zu prüfen.
Alle diese Bedingungen werden nun aber gerade von Theologen oder wortgetreuen
Bibelchristen (die Bibel und nichts als die Bibel) nur selten erfüllt.
Geschieht es aber doch, dann kann auch ein solcher Mensch erleuchteten und
freien Geistes werden, und sein Verstand ist nicht mehr ein Hindernis für den
Geist, sondern ein ideales Instrument. Durch die Liebe zu Gott wird es hell im
Menschenherzen, und dieses Licht der Liebe strahlt vom Herzen aus in das Gehirn
des fragenden, suchenden, aufnahmebereiten Menschen und erleuchtet auch seinen
Verstand, dessen der Geist Gottes sich nun bedienen kann in verschiedener Weise.
Nun begreift der Mensch Geistiges, Göttliches und auch Gott selbst, denn
"Der Geist erforscht alle Dinge, selbst die Tiefen der Gottheit". Nun
hat der betreffende Mensch gleichzeitig auch die Gabe der Unterscheidung der
Geister und gibt keine unqualifizierten und rechthaberischen Verurteilungen über
etwas ab, das er im Grunde nicht erfasst hat. Denn würde er mit dem gleichen Maß,
mit dem er die Neuen Offenbarungen misst auch die Bibel beurteilen, so hätte
auch diese mit all ihren scheinbaren Widersprüchen keine Chance, als göttlichen
Ursprungs anerkannt zu werden. Nur mit einem Glaubensvorschuss und Wohlwollen
kann man den inneren Sinn der hl. Schrift erfassen, und so auch die neuen
Offenbarungen beurteilen und von den Erzeugnissen falscher Propheten
unterscheiden.
Durch die Neuen Offenbarungen hat Gott auf eine allgemein zugängliche Weise dafür
gesorgt, dass Seine Wahrheit auch heute den Menschen verständlich zur Verfügung
steht. Denn es waren ja immer nur wenige, die jenen hohen Grad der Liebe zu Gott
erreichten, der alles bei ihnen ins rechte Licht rückte und sie zu Verständigen
und Wissenden machte. Daneben hat sich Gott aber auch immer demütige und durch
ein entbehrungsreiches Leben zubereitete Menschen erwählt, die als Träger des
inneren Wortes die Aufgabe hatten, in Reinheit die eine Wahrheit aus Gott in
neuem Gewand und in zunehmender Enthüllung, den Menschen zu offenbaren. Diese
Art der Erneuerung und Reinerhaltung des Wortes Gottes befindet sich nicht nur
im Einklang mit der dem Menschen von Gott gegebenen Willensfreiheit (d.h., es
steht jedem frei, die Neuen Offenbarungen anzunehmen oder nicht), sondern auch
in Übereinstimmung mit der hl. Schrift. Die Bibel, in der sich kein einziger
Satz vorfindet, durch welchen neue Offenbarungen ausgeschlossen würden, enthält
etliche Textstellen, die eindeutig auf solche Offenbarungen hinweisen:
1. Thess. 5, 19-22: "Den Geist dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht, prüfet aber alles und das Gute behaltet."
Apostelgeschichte 2, 17-20 bzw. Joel 3, 1-5: "In der Endzeit, spricht Gott, werde Ich ausgießen Meinen Geist über alles Fleisch. Dann werden eure Söhne und Töchter weissagen." (d.h. reden aus der Weisheit, dem Wissen Gottes.)
Johannes 7, 38: "Wer an Mich glaubt, wie die Schrift sagt, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen." (Das "Wasser des Lebens" ist das Wort Gottes; dieses lebendige Wasser ist Nahrung für Seele und Leib, und sie fließt, wie verheißen, immer wieder frisch bereitet den Menschen zu.)
"Fraget Mich, und Ich will euch Dinge kundtun, die ihr nicht gewusst habt." (Jeremia 33, 3)
"Wer Meine Gebote hat und hält sie, der ist es, der Mich liebt. Wer Mich aber liebt, der wird von Meinem Vater geliebt werden, und Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren." (Joh.14,21)
"Es kommt aber die Zeit, dass Ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern frei heraus verkündigen von meinem Vater." (Joh. 16, 25)
Dies ist einer der deutlichsten Hinweise auf Neue Offenbarungen, wenn nicht der markanteste überhaupt, denn diese Verheißung hat sich während des Erdenlebens Jesu nicht erfüllt. Das Wesen des Vaters und die Tiefen der Gottheit waren für die ersten Christen noch Pionierland. Diese Verheißung hat sich in herrlichster und umfassender Weise erst in den Neuen Offenbarungen Gottes, in unseren Tagen erfüllt. Besonders durch Jakob Lorber kündet der Herr tatsächlich "frei heraus von Seinem Vater und dem Wesen Gottes in Seiner ganzen Tiefe."
"Der Tröster, der Heilige Geist, welchen Mein Vater senden wird in Meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, was ich euch gesagt habe." (Joh. 14, 26)
Wäre in der Bibel alles enthalten, was JESUS gelehrt und getan hat, und wäre es durch Gottes Allmacht auf wunderbare Weise rein erhalten worden, so hätte es dieser Verheißung des hl. Geistes niemals bedurft; sie wäre sinnlos und überflüssig. Wozu brauchten wir dann einen Tröster, und was sollte dieser uns lehren, da wir doch alles schon besäßen? Und wozu brauchte er uns dessen zu erinnern, was Jesus gelehrt hat, wenn es vollständig und rein in der Bibel geschrieben stünde?
"Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten, denn der wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkünden ." (Joh. 16,13)
Zu diesem Bibelwort sagt der Herr selbst in einem seiner neuen Worte: "Aber Ich hatte euch doch die Wahrheit gebracht. Wäre denn wohl das Einführen in die Wahrheit nötig, wenn Ich nicht vorausgesehen hätte, dass sich die Wahrheit nicht rein erhält?" Außerdem beweist diese (ebenso wie die beiden folgenden Textstellen) wiederum überdeutlich, dass die Bibel nicht alles enthält und dass in den neuen Offenbarungen mit neuen Mitteilungen, mit überraschenden Enthüllungen gerechnet werden muss (nicht nur darf). Dies sei bemerkt im Hinblick auf jene Leute, die an die Prüfung der neuen Offenbarungen in der Weise herangehen, dass sie Satz für Satz mit der Bibel vergleichen. Wenn Gott Sich nach fast 2000 Jahren erneut an Seine Kinder wendet, so wird Er sich sicher nicht ausschließlich in Wiederholungen altbekannter Bibelstellen kundtun, nur um bei den Fundamentalisten kein Ärgernis zu verursachen. Die Parallele zum damaligen Auftreten Jesu mit Seiner "Neuen Lehre" in einem festgefügten und etablierten Religions- und Gottesverständnisses ist mehr als augenscheinlich. Auch die damaligen Pharisäer und Schriftgelehrten beurteilten Jesu nach ihrem Verständnis der "Alten Schriften" und ihrer Buchstabengebundenheit und Er konnte in Seiner Andersartigkeit gar nicht anders als durchfallen und in ihren Augen als falscher Prophet entlarvt werden. Genau das gleiche geschieht in unserer Zeit mit den "Neuen Offenbarungen". Auch hier misst man nur nach dem Alten und den eigenen Interpretationen, dem eigenen Verständnis der Schrift. Hier werden meistens vorgefertigte Denkmodelle übernommen, deren Richtigkeit nicht mehr hinterfragt, sondern blindgläubig übernommen werden. Man legt sich nicht mit den Autoritäten oder Schriftgelehrten an. Die Bibel ist ein verschlüsseltes Konzentrat; die neuen Offenbarungen nehmen einen Teil der Hüllen hinweg und eröffnen einer fortgeschrittenen Menschheit vieles von dem, was man zu JESU Erdenzeit noch garnicht hätte fassen können.
"Es sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; so sie aber sollten eins nach dem anderen geschrieben werden, achte ich, die Welt würde die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären." (Joh. 21,25)
"Auch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. (Joh. 20, 30-31)
"Ihr werdet alle von Gott gelehrt sein." (Joh. 6, 45)
Alle diese Verheißungen haben sich an den von Gott berufenen Trägern des inneren Wortes wunderbar erfüllt: Sie redeten, oder schrieben auf was sie hörten (mit dem Ohr des Geistes in ihrem Herzen) und wir alle sind durch sie von Gott selbst belehrt. Sie vermitteln uns die ganze Fülle dessen, was Jesus damals gesagt und gelehrt hat. Sie prophezeien und offenbaren uns zukünftiges Geschehen und geben uns Einblick in die jenseitigen, geistigen Schöpfungswelten.
"So tut nun Buße und bekehret euch, auf dass da komme die Zeit der
Erquickung von dem Angesichte des Herrn, wann ER senden wird Jesum Christ,
welcher muss den Himmel einnehmen bis auf die Zeit, da wiedergebracht werde
alles, was Gott geredet hat durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von
der Welt an." (Apg. 3, 19-2 1)
Jesus Christus, die zur Person gewordene Liebe Gottes, wohnt im Himmel bis zu
ihrer neuerlichen Herabkunft auf die Erde, und das ist jene Zeit, da alles
"wiedergebracht" wird, was Gott vom Beginn der Welt an durch seine
Propheten zu den Menschen geredet hat. Jesus hat den Himmel verlassen, um
wiederzukommen, um seine verirrten Schafe zu suchen, sie zu rufen durch sein
Wort, und ER ist geistig (in seinem neuen Wort) längst unter uns, wie es in der
Schrift verheißen ist. Sein neues Wort ist die Wiederkunft des Herrn im Geiste,
die der persönlichen vorausgeht.
Alle zitierten Bibelstellen zeigen, dass die Existenz neuer Offenbarungen
biblisch belegt ist, von Gott Selbst angekündigt und gerechtfertigt. Es kommt
nur darauf an, dass der Mensch sie auch erkennt als das, was sie sind. Dazu
bedarf es wie gesagt der Gabe der Unterscheidung der Geister, und diese (als
eine Gabe des Heiligen Geistes) steht eben nicht allen Menschen zur Verfügung,
auch nicht allen Christen, sondern nur jenen, in deren Herzen Liebe wohnt, Liebe
zu Gott und zu allem, was von Gott ausgegangen ist. Denn Gott ist die Liebe und
äußert sich daher nur dort, wo Liebe vorhanden ist: in einem liebenden
Menschenherzen. Wo noch Eigenliebe, Rechthaberei, Hochmut und Weltliebe wohnen,
ist der Gottesfunke im Herzen der Seele wie tot, eingekerkert, und der Mensch
kann daher auch keine Impulse von ihm empfangen.
Immer liegt es am Menschen, der die Bedingungen für das Wirken des Geistes in ihm nicht erfüllt, wenn Offenbarungen nicht erkannt werden. Es müssen alle Voraussetzungen dazu vorhanden sein, nicht nur die eine oder die andere. So kann z.B. auch ein Gott liebender Mensch blind sein für die Wahrheit, wenn er sie nicht vorbehaltlos sucht. Wer aber nun sein Inneres in Liebe auf Gott gerichtet und geöffnet hält, der erkennt dann auch die Stimme des Hirten, egal wo und wie sie ertönt. Der Herr selbst ist es, der uns das sichere Empfinden, die freudige Hinneigung zu seinem Wort ins Herz legt. "ER ruft die Schafe, die IHM gehören einzeln beim Namen und führt sie hinaus aus jedem falschen Eigendünkel und dieser hat viele Gesichter.
Ein Glaube oder einer Kirche, der das wahre innere Leben fehlt, ist mehr oder
weniger ein Gefängnis. Seine Insassen (in ihrer überwiegenden Mehrheit)
wiederholen Lippenbekenntnisse, von denen das Herz nichts weiß. Sie nehmen an
Pflichtübungen teil, die die Tradition vorschreibt. "Die Wahrheit wird
euch frei machen," seine Wahrheit führt alle die seine Stimme hören und
ihr folgen hinaus in die Freiheit des Geistes und macht sie lebendig. So
lebendig, dass sie selbst zu Lebensspendern werden, so feurig, dass sie die alte
Kirche, in der das Feuer erloschen ist, neu entzünden zu einer lebendigen, vom
Feuer des Geistes erfüllten Kirche umgestalten.
Die Stimme des guten Hirten ertönt in einem jeden Herzen auf verschiedener
Weise, für jeden so, wie er es braucht. Gott geht auf die Menschenseele ein,
gibt ihr die Nahrung die sie ihrer Eigenart gemäß braucht, um zum geistigen
Leben zu kommen. Nicht für alle Menschen sind die neuen Offenbarungen die
geistige Nahrung, die ihnen gemäß ist, aber für sehr viele, besonders für
viele Glaubenslose haben sie sich als das Mittel erwiesen, das sie zu Gott und
besonders zu Jesus Christus zurückgebracht hat. Und wer in unseren Tagen hätte
eine geistige Belebung nicht nötig?
Sicher ist, dass die erneuerte Kirche des heraufziehenden geistigen Zeitalters,
in der wieder Inneres und Äußeres (geistiger Inhalt und äußere Form)
harmonisch vereinigt sein werden, dass diese neue Kirche neben der Bibel auch
das neue Wort Gottes als das Lebensspendende Wasser erkannt und dankbar
angenommen haben wird. Bisher ist leider von Seiten der Amtskirche und vieler
christlichen Gemeinden nichts zu erkennen, was in diese Richtung weist. Was aber
von Gott ist kann niemand unterdrücken. Und daher breiten sich die neuen
Offenbarungen trotzdem immer weiter aus. Es sollten sich aber die Gegner dieser
Offenbarungen und alle jene, die ihre Existenz leugnen, doch einmal fragen, wo
denn nun die Erfüllung der biblischen Verheißungen (siehe Zitate!) geblieben
ist! Erwartet man sie immer noch von der Zukunft, so wie auch die Juden heute
noch auf den Messias warten?
Gott hat nie aufgehört zu uns zu sprechen, auch wenn man Ihn von vielen
Seiten Mundtot gemacht hat. Seit etwa 300 Jahren wurden immer umfangreichere,
immer lichtvollere Offenbarungen zur Erde geleitet, ganz besonders in den
deutschen Sprachraum. Alle diese Brücken, diese liebevollen, hilfreichen Gaben
Gottes wurden von den Verantwortlichen in Kirchen und Gemeinden links liegen
gelassen oder abgelehnt, obwohl sie dazu bestimmt sind, alle Christen aus ihren
Irrtümern zu befreien und im Geiste der immer gleichen Lehre Jesu - des ewigen
Evangeliums - zu vereinen.
"Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt
ihre Küken unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt." (Matth. 23,
37-38)
Im katholischen Bereich ließ man die Ansprachen Gottes wenigstens als
"Privatoffenbarungen" bestehen. Doch waren es unwillkommene
Botschaften, so wurden ihre Überbringer überall und zu allen Zeiten schlecht
behandelt.
"Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind!" (Matth. 23,37)
Man tötete sie physisch und geistig, später nur noch geistig, indem man sie mit Steinen des Spottes und der Verleumdung bewarf oder sie einfach totschwieg. Das Etikett "Privatoffenbarung", mit dem sich die katholische Kirche behilft, ist eine Art "Vogelfrei-Erklärung". Jeder kann mit diesen Botschaften tun, was er will; sie sind nicht verbindlich, weil sie ja "nur" privat gegeben wurden. Hier sei die Frage gestellt: Welche Offenbarung ist nicht Privatoffenbarung? Wie müsste eine Offenbarung beschaffen sein, dass man sie als "offizielle Äußerung Gottes" bezeichnen könnte?
Im Alten Bund hätte Gott sich an den Hohenpriester zu Jerusalem wenden müssen,
allenfalls an dessen Vertreter oder einen anderen der Obersten. Im Neuen Bund hätte
der Herr nur die Macht Zuständigkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten in
Glaubensfragen anerkennen müssen. Heute müsste Gott sich zuerst mit dem
Vatikan abgleichen, bevor Er den Menschen Seine Wahrheiten offenbart. Nichts
dergleichen ist jemals geschehen und wird jemals geschehen. Gott wirkt immer
unauffällig, immer so, dass niemand genötigt, niemand in seinen freien
Entscheidungen beeinträchtigt wird. Er wählte Sich Menschen nach Seinem Willen
und Seinen Plänen aus. Und Er wird uns nicht als Ratgeber für Seinen weisen
Absichten heranziehen.
Demnach sind die prophetischen Bücher des Alten Testaments Privatoffenbarungen;
ebenso sind es die Evangelien des Neuen Testaments, denn auch sie sind von
Privatpersonen niedergeschrieben worden (nicht von kirchlichen Würdenträgern),
und die Berichte stammen zum Teil aus zweiter und dritter Hand. Vorbemerkung
zum Lukas-Evangelium: "Sintemal sich viele unterwunden haben, Bericht zu
geben von den Geschichten, so unter uns ergangen sind, wie uns das gegeben
haben, die es von Anfang selbst gesehen und Diener des Wortes gewesen sind; habe
ich es auch für gut angesehen, nachdem ich alles von Anbeginn mit Fleiß
erkundet habe, daß ich's dir, mein guter Theophilus, in Ordnung schriebe, auf
dass du gewissen Grund erfahrest der Lehre, in welcher du unterrichtet
bist." Demnach ist das Lukas-Evangelium ein Privatbrief! Ein Bericht, den
ein Mensch an seinen Freund geschrieben hat, um ihm, diesem einen
Privatmenschen, von Dingen zu erzählen; die andere miterlebt haben, die der
Briefschreiber "mit Fleiß erkundet" hat, um sie schriftlich
weiterzugeben. Wieso soll dieser, aus verschiedenen Quellen zusammengeholte
Evangelien-Bericht weniger privat und obendrein verlässlicher und authentischer
sein als das, was Gott selbst in späterer Zeit einem Menschen in direkter
Ansprache ins Herz diktierte? In beiden Fällen hat der Geist Gottes im Menschen
gewirkt, und die Authentizität bemisst sich danach, wie stark dieser Geistfunke
im Menschen entwickelt ist. Wie fest seine Verbindung mit dem Vatergeist und wie
rein das Gefäß in das dieser einströmt war, nicht danach, ob der empfangende
Mensch eine Amts- oder eine Privatperson ist! Schließlich ist auch Gott selbst,
unscheinbar als der Mensch Jesus Christus zur Erde gekommen; also eine
Privatoffenbarung! Das mag für manchen Menschen unerhört klingen, und doch ist
es so: Jesus .kam nicht im Tempel von Jerusalem zur Welt, ja nicht einmal
innerhalb der Stadt Jerusalem, sondern abseits, ganz privat und unbemerkt. Das
Inoffizielle, Unauffällige der Selbstoffenbarungen Gottes ist Absicht und
Prinzip: Niemand soll (wie schon vorhin erwähnt) in seiner freien Wahl beeinträchtigt
und zur Annahme einer Botschaft genötigt werden, und niemals soll das, was vor
der Welt groß und glänzend ist (die Weltkirche), durch den Himmel in seiner
Welttümlichkeit bestärkt werden. Gott ist Geist und als solcher das
Inwendigste aller Dinge und Wesen und auch das unsichtbare Innerste seiner
Kirche. Gott ist auch von Herzen demütig und liebt es, große Dinge in
unscheinbarer Hülle zu bergen (sich selbst in dem Zimmermann Jesus) und seine
Himmelsgaben durch kleine, bescheidene Boten zu senden.
"Ich preise Dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß Du solches den
Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen geoffenbart."
(Matth. 11,25 u. Lukas 10,21)
Allein dieses eine Schriftwort rechtfertigt die Empfänger von
"Privatoffenbarungen" vollauf! Warum distanziert sich die Kirche
trotzdem von ihren Botschaften? Für die Priester und Religionslehrer wäre es
von unschätzbarem Wert, wenn sie sich auch durch die Erleuchteten Gottes, also
von Gott selbst, lehren ließen. Und das besonders in unserer Zeit, wo die
theologische Ausbildung nicht mehr die Einheitlichkeit aufweist, die früher
selbstverständlich war. Theologie ist zwar immer noch eine Beschäftigung mit
Gott, aber diese kann u. U. auch in gegnerischem Sinne stattfinden. Dass ein
Teil der Theologen beider Konfessionen Atheisten sind, ist kein Geheimnis. Keine
einheitliche Lehre wird heute den Studierenden geboten, sondern verschiedene
Theologen-Meinungen, darunter auch atheistische, werden von den Lehrkanzeln
herab verkündet! Offenbar gilt der Umgang mit Atheisten als ungefährlich.
Hingegen lässt man höchste Vorsicht walten, wenn es sich um Seher und
Propheten handelt. Und doch sind es gerade die Botschaften dieser
Gotteswerkzeuge, die nicht nur die Einheit der Lehre wieder herstellen, indem
sie die alten Glaubenswahrheiten wieder verständlich machen und neu, tiefer und
umfassender erklären, sondern auch die Antworten liefern, die jeder Geistliche,
jeder Religionslehrer im Umgang mit den Ungläubigen, in der Bemühung um die
Zweifler und Skeptiker unserer Zeit so dringend nötig brauchte. Da die Kirchen
es aber vorziehen, die von Gott für diesen Zweck vorsorgend bereitgestellten
Himmelsgaben beiseite zu lassen, ist es kein Wunder, dass so viele Menschen
unserer Zeit, die Gott - und besonders dem Christentum - fern standen, außerhalb
der Kirche, der sie eigentlich angehören, zum Glauben gekommen sind und dass
laufend solche Bekehrungen stattfinden.
Weinbergarbeit großen Ausmaßes wird - von den Kirchen unbeachtet - in aller
Stille geleistet, überall, wo Menschen durch das Licht der Neuoffenbarung
sehend geworden, in Freude und Dankbarkeit weitergeben, was sie selbst empfangen
haben und als größte Beglückung empfinden: Erkenntnis der Wahrheit,
lebendigen Glauben, Begeisterung, Liebe zu Gott, neues Verständnis der alten
Glaubenswahrheiten, Schrifterkenntnis, Gotteserkenntnis und eine Überfülle
sonstigen geistigen Wissens. Das alles wird weitergetragen nahezu ohne
Organisation, aus der Initiative dieser neuen Jünger Jesu heraus, geleitet vom
Geist Gottes in dem Maße, als der einzelne Jünger in Uneigennützigkeit wirkt
und nach dem Evangelium lebt (denn die Bedingungen für das Wirken des hl.
Geistes im Menschen sind immer und überall dieselben). Auf diese Weise erbarmt
sich Gott seit vielen Jahren all derer, die glauben möchten, aber nicht mehr
glauben können, weil ihre Fragen unbeantwortet bleiben ; die IHN suchen, aber
in der Kirche nicht mehr finden können.
Auffallend ist, dass die Heiden innerhalb des Christentums (die zwar als
Christen getauft, aber kein Glaubensleben mehr haben) den Herrn in seiner
geistigen Wiederkunft - im Wort - meist schneller und leichter erkennen als die
Kirchenchristen, wie es ja auch zu Jesu Erdenzeiten oft Römer und Griechen
waren, die IHN erkannten und seine Lehre annahmen, während die Juden, und
besonders die Schriftgelehrten unter ihnen, blind und taub waren.
Doch einerlei, wie sich die Kirche zu den neuen Offenbarungen stellt; sie sind
von Gott, und niemand kann aufhalten, was Gott selbst vorwärtstreibt. Einmal
wird dieses Himmelslicht, zusammen mit der Bibel, die allgemeine geistige
Grundlage der Menschen sein, darüber gibt es keinen Zweifel. Ebenso sicher aber
ist, dass die Kirche im Auftrag Gottes besteht und weiterhin ihre vielen
Aufgaben zu erfüllen hat. Mögen ihr auch noch Wandlungen bevorstehen, das ändert
nichts daran, dass sie berufen ist, das Christentum in der Welt und vor der Welt
zu vertreten und gegen seine Feinde zu verteidigen und ferner jene große Hürde
zu sein, die die Schafe davor bewahren soll, dass sie sich verlaufen. (Nicht zufällig
nimmt das Sektenunwesen immer mehr zu; diese Erscheinung ist u.a. darauf zurückzuführen,
dass viele Menschen der Kirche den Rücken kehren, weil sie unbefriedigt
bleiben, dann aber ohne äußeren Halt nicht auskommen und so zur Beute
geschickter "Angler" werden.)
Vor allem aber ist die Kirche nach wie vor die "äußere Speisekammer der Seele" (wie der Herr selbst in einem Seiner neuen Worte sie nennt), eine notwendige, ja unentbehrliche Einrichtung also, deren Aufgabe es ist, das Evangelium weiterzutragen: an jede neue Generation der Christenheit und an die Ungläubigen in aller Welt. Ihre Priester sollen Seelenhirten und Seelenführer sein. Ein Seelenhirte hat von Gott viele Aufträge erhalten. Er soll nicht nur die ihm Anvertrauten vor Schaden bewahren, kranke Seelen heilen, verirrte suchen und heimbringen, schwache Seelen stützen und ermutigen usw., er sollte die Menschen auch so führen, dass sie Gott näher kommen, d.h. dass sie allmählich reif werden zur Verbindung mit Gott im eigenen Herzen, denn Gott will mit jedem seiner Kinder selbst verkehren. Geschah das bisher immer nur bei Einzelnen, so ist nun die Zeit gekommen, wo diese Herzensverbindung immer mehr zum allgemeinen Verständigungsmittel zwischen Gott und dem Menschen werden soll, wo alle von Gott gelehrt, beraten und geführt sein werden (mehr oder weniger, je nach Seelenreife).
Das heißt aber nicht, dass der Priester dann überflüssig ist, wenn es
gelingt, dieses Ziel zu erreichen. Immer wird es wenige Reife, viele' Halbreife
und Massen von Unreifen geben, darum kann der wahre Priester niemals überflüssig
werden. Im Gegenteil, das Ideal des Priesterarztes wäre anzustreben (und es
wird im neuen Geistzeitalter sicher auch wieder verwirklicht werden), des
Priesters, der gleichzeitig auch Geistheiler ist, der durch seine enge
Verbundenheit mit Gott so geisterfüllt ist, dass er durch Gebet und Händeauflegen
Heil vermitteln kann, Heilung von Gebrechen der Seele und des Leibes.
Schließlich bedürfen auch die geistig Reiferen in einer Gemeinde der geistigen
Führung und sollten diese eigentlich von den Priestern erhalten. Dass es in der
Praxis heute vielfach anders ist, kann nicht als Normalzustand bezeichnet
werden; es ist ein Übergangszustand, an dem zum Teil die Kirche selbst schuld
ist, u.a. auch durch ihre ablehnende Haltung gegenüber den neuen Offenbarungen
Gottes.
Doch leider verhalten sich auch viele Freunde der Neuoffenbarung falsch, indem
sie dem kirchlichen Leben fernbleiben. Gott selbst hat in eben diesen neuen
Offenbarungen seine Kirche bestätigt und ihre Unentbehrlichkeit festgestellt,
und nach seinem Willen soll niemand seine Mutterkirche verlassen. Man hält sich
wohl an diese Weisung, aber nur buchstabenmäßig, d.h. man tritt nicht aus.
Doch bedeutet "in der Kirche bleiben" sicher mehr als eine formal,
aufrecht erhaltene Mitgliedschaft. Der Christ soll am Leben der Kirche
teilnehmen, deren Mitglied er ist, und gerade die Freunde der Neuoffenbarung
sollten das tun, auch wenn ihnen manches entbehrlich erscheint, was zu den Übungen
des Kirchenvolkes gehört, denn sie sollen in die Kirche hineintragen, was sie
durch Gottes Gnade empfangen haben, sie sollen mithelfen, das Feuer in der
Kirche wieder zu entzünden, sie sollen ihren lebendigen Glauben ausstrahlen, um
andere zu stärken, deren Glaube vielleicht zu schwach ist. Kurzum: Alle sollten
in der Gemeinschaft der Kirche leben nach dem Willen Gottes; sollten auch den äußeren
Ordnungsweg der Heiligung einhalten, wie er von Gott eingesetzt ist, und sich
dem Leben der Kirche einordnen.
Kann nun die Beschäftigung mit den neuen Offenbarungen auch Gefahren mit sich
bringen? Dazu kann man nur sagen: Es gibt nichts., was dem Menschen in seiner
inneren Freiheit nicht gefährlich werden könnte, denn er kann auf alles
richtig oder falsch reagieren, kann aus allem und jedem, was ihm begegnet,
richtige oder falsche Schlüsse ziehen. In diesem Sinne ist sogar die Religion
als solche u.U. eine "Gefahr"; denn es gibt so und so viele Menschen,
die dem religiösen Wahnsinn verfallen sind. Soll man sich deshalb nicht mit
Religion beschäftigen? Es ist nicht zu vermeiden, dass auch das neue Wort
Gottes (ebenso wie das alte) von manchen Menschen missverstanden wird in diesem
oder jenem Punkt; es kommt auch vor, dass hie und da ein falscher Prophet oder
Lehrer für einen echten gehalten wird und auf diese Weise Irrtümer in das
Lehrgut eingeschleust werden können, wenn die Prüfenden nicht genügend
geistig erleuchtet sind. Auch religiöse Fanatiker machen vor den Neuen
Offenbarungen nicht halt und nutzen sie als Plattform für ihre lieblosen
Wortgefechte oder nur um sich selbst zu profilieren.
Die Kirche aber ist einer anderen Gefahr erlegen! Und zwar durch
Aufgeschlossenheit am falschen Platz! Man hat sich geöffnet, aber nach der
falschen Seite hin: zur Welt hin hat man die Tore weit gemacht (während man sie
vor dem neuen Wort Gottes sorgfältig verschließt); dem Weltgeist hat man
Einlass gewährt. Einem verweltlichten, dem Zeitgeist angepassten Christentum
hat man Raum gegeben, welches mit dem Christentum Jesu nicht mehr identisch ist
und keine Erlöserkräfte mehr in sich trägt, weil das Kreuz und die damit
verbundene Erlösungstat Jesu immer mehr ausgeschaltet wird zugunsten nur
menschlich-irdischer Beglückungsabsichten. Man lässt zu, dass der Erlöser aus
dem Zentrum des Christentums verdrängt und der Mensch an seine Stelle gesetzt
wird! Menschlich verstandene und missverstandene, unzulängliche Nächstenliebe
ersetzt die Liebe zu Gott und das Streben nach irdischen Paradiesen tritt an die
Stelle der Sehnsucht nach dem Himmelreich. Und was am schlimmsten ist: Jesus
Christus wird immer mehr seiner Gottheit beraubt und zum irdisch, sozialen
Menschheitsbeglücker degradiert! Gegen alle diese, so deutlich von der
antichristlichen Geistesmacht inspirierten Strömungen ist die Neuoffenbarung
Gottes ein Bollwerk. Durch sie würden alle guten Impulse, alle
Erweckungsbewegungen innerhalb der Kirchen nur Positives erfahren: Auftrieb, Stärkung,
Beglaubigung. Nein, die Kirchen und Gemeinschaften hätten keinen Schaden davon,
wenn sie die neuen Offenbarungen Gottes als das anerkennen würden, was sie
sind, aber es geht ihnen unendlich viel verloren dadurch, dass sie diese Neuen
Offenbarungen ignorieren und nicht annehmen wollen!
Die Offenbarungen Gottes haben nie aufgehört; seit Jakob Böhme, Emanuel
Swedenborg und Jakob Lorber ist sie immer umfangreicher geworden und reicht bis
in die Gegenwart. Sie wird auch in der Zukunft nicht aufhören, denn der Herr
hat uns die Gegenwart des göttlichen Trösters bis zum Ende der Welt
versprochen. Auch ist es gar nicht anders denkbar, dass einer geistig
fortgeschrittenen Menschheit auch ein entsprechendes geistiges Nährbrot geboten
werden muss. Denn das Kleinkind bekommt Milch zur Speisung die leicht verdaulich
ist, dem herangewachsenen Menschen gibt man aber festere Speise, weil die
inneren (geistigen) Organe die schwerere (geistige) Nahrung schon verdauen können
und auch sollen. Dies ist die Ordnung Gottes!
Der Ausdruck (NO)
"Neuoffenbarung" ist eine Abkürzung, mit der das "neu
geoffenbarte ewige Wort oder Evangelium Gottes" gemeint ist (nicht eine
andere Offenbarung) und bezieht sich im engeren Sinne und besonderen Maße auf
die Niederschriften, die Jakob Lorber im 19. Jahrhundert nach dem Diktat der göttlichen
Stimme in seinem Herzen erstellt hat. Diese Offenbarung wird mit ihrer
All-umfassenden Schöpfungs- und Lebensschau, neben der Bibel mit ihrem
besonderen Schatz an geistigem Wissen und Tiefe der Erkenntnis, das geistige Nährbrot
für die nächsten zwei Jahrtausende sein. Alle äußeren Offenbarungen sollen
uns letztlich vorbereiten für die Offenbarung Gottes in unserem eigenen Herzen,
denn dazu sind wir von Ihm berufen, und darauf wartet Er als unser liebender
Vater, der mit jedem Seiner Kinder persönlich verkehren will.
Wir sollen vollkommen werden, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist!
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