Prophetisch Göttliches Wort

empfangen von Bertha Dudde

 

Der Ungläubige und seine "Wahrheit"


BD. Nr. 1494: Irriges Denken der Gott-ableugnenden Menschen ....
27.06.1940

Der Gedankengang eines Gott ableugnenden Menschen kann niemals zu einem rechten Resultat führen, denn es fehlen dazu alle Voraussetzungen. Es sind mit einem solchen Menschen die argen Wesen verbunden durch die gleiche Gesinnung, da auch diese sich gegen Gott auflehnen. Die Kraft solcher Gott-abgewandten Wesen ist nun gleichfalls tätig und sucht sich dort zu äußern, wo gleiche Gesinnung und gleicher Wille vorhanden ist, und wird ebenso dort auch ohne Widerstand angenommen. Es ist das Denken jener Wesen aber irrig, denn rechtes Erkennen würde sie auch Gott zuführen, Ihn lieben und Seinem Willen unterwürfig sein lassen. Somit muß dieses falsche Denken auch auf den Menschen übertragen werden ....

Die Wahrheit jedoch ist nur von Gott-zugewandten Wesen zu erfahren. Es steht ein mit Gott verbundenes Wesen im Licht, d.h. im Erkennen der Wahrheit, und teilet sonach nur Wahrheit aus. Finstere Wesen dagegen stehen im Irrtum und können auch nur Irrtum verbreiten. Und so kann die Wahrheit nur über Gott gefunden werden, da Gott Selbst die Wahrheit ist und also Er Selbst begehrt oder anerkannt werden muß, um auch in reinster Wahrheit und tiefstem Wissen zu stehen. Daher ist es unmöglich, daß ein ungläubiger, Gott abweisender oder verneinender Mensch je das große Problem lösen kann, das die gesamte Schöpfung für die Menschheit ist. Um dieses zu lösen, muß der Mensch gläubig sein .... Er muß Gott suchen, um über die ewige Gottheit nun in die Wahrheit geleitet zu werden.

Es arbeitet der Widersacher zwar scheinbar mit den gleichen Mitteln. Auch er sucht die Gedanken der Menschen zu beeinflussen und in ihnen die Überzeugung zu erwecken, der Wahrheit nahegekommen zu sein, und die Folge davon ist die selbstsichere Einstellung der Menschen, die ohne Glauben sind und alles in der Schöpfung zu erklären versuchen in völlig der Wahrheit entgegengesetztem Sinn. Sie sind ohne jegliches Wissen, doch von ihrer Ansicht so durchdrungen, daß sie sich völlig überlegen glauben und jede Belehrung zurückweisen, die ihnen ein gläubiger Mensch geben möchte über Gott und Sein Wirken. In ersterem kommt die Selbstüberhebung zum Ausdruck, die alles Unreine und Unvollkommene von Gott trennt ....

Die reine Wahrheit ist aber nur durch Demut zu erlangen, denn in der Wahrheit zu stehen ist ein großes Gnadengeschenk Gottes, das aber nur dem Demütigen zugehen kann, denn dieser erkennt seinen Abstand von Gott und verlangt zu Ihm zurück, und sein Verlangen wird erfüllt, indem ihm Licht gegeben wird .... Und Licht ist Wissen .... Licht ist Wahrheit ....

Es braucht also der wahrhaft Gläubige sich nicht beirren zu lassen, so ihm Gegeneinwände gemacht werden von ungläubiger Seite, denn diese können noch so überzeugend angeführt werden, sie können nicht der Wahrheit entsprechen, weil die Urheber dieser Gedanken selbst die größten Gegner der Wahrheit sind; weil sie alles bekämpfen, was Licht bedeutet, und weil sie gegen Gott Selbst eingestellt sind und daher niemals in der Wahrheit stehen können ....

Amen

 

BD. Nr. 3742:     Urteil blinder Toren .... Falsches Wissen ohne Liebe ....
13.04.1946

Der einzige Weg zur Weisheit, dem allein wahren Wissen aus Gott, ist die Liebe .... Wie aber könnet ihr Menschen wissend sein, so ihr die Liebe nicht in euch habet? Wie könnet ihr euch anmaßen, Vorgänge im Weltgeschehen sowohl als auch im Leben des einzelnen Menschen zu verurteilen ihrer Auswirkung nach, so ihr nicht um Sinn und Zweck derer wisset, so euch jede Kenntnis mangelt und ihr völlig blind seid im Geist als Folge eures lieblosen Lebenswandels .... 

Lebet in der Liebe, und es wird euch wie Schuppen von den Augen fallen, warum der Schöpfer und Erhalter des Himmels und der Erde auch das geschehen lässet, was euch durch Mitmenschen zugefügt wird, die gleichfalls bar jeder Liebe sind. Solange ihr nicht den Zweck des Erdenlebens und eure eigentliche Bestimmung erkennet, erkennet ihr auch nicht Mich Selbst in jeglichem irdischen Geschehen, ihr erkennet nicht Meinen Willen, der allem zugrunde liegt, was geschieht, wenngleich Ich nicht gutheiße, was Lieblosigkeit zuwege bringt, sondern es nur eine Zulassung Meinerseits ist, um euch selbst vom falschen Wege zurückzureißen, um euch auf den Weg der Liebe zu führen, durch den ihr dann auch zum Erkennen kommet. Ihr alle wollet weise sein und gehet sogar soweit, Mich Selbst abzulehnen, weil eure Weisheit ein Anerkennen Meiner Selbst nicht gestattet .... O ihr blinden Toren, wie weit seid ihr doch von der Wahrheit, vom rechten Wissen, entfernt. Und wie leicht könntet ihr zu ihr gelangen, so ihr der innerlichen Regung des Herzens mehr nachgeben möchtet, die euch zum Liebeswirken dränget, so ihr große Not um euch sehet. Doch ihr schenket der Stimme des Herzens zu wenig Gehör, ihr denket nur an euch, und ihr wollet euch nicht entäußern, um Not zu lindern, und ertötet den Liebesfunken in euch, anstatt ihn anzufachen zu heller Flamme. Und darum bleibt es dunkel in euch, und in der Lichtlosigkeit eurer Seele wisset ihr freilich nichts von Meinem Walten und Wirken zu eurer Errettung. Und es wird euer Denken falsch bleiben, solange ihr ohne Liebe dahinlebet, und möget ihr noch soviel Verstandesschärfe besitzen .... 

Der Verstand führt euch nicht zu dem Ziel wie die Liebe .... der Verstand lässet euch nicht weise werden, denn wahre Weisheit wird in der Liebe geboren. Und solange ihr die Liebetätigkeit vernachlässigt, werdet ihr nicht den Sinn und Zweck des Erdenlebens erkennen, ihr werdet nicht den Sinn und Zweck der großen irdischen Not erkennen, ihr werdet nicht Mich erkennen, denn nur durch die Liebe werdet ihr in rechtes Denken geleitet, nur die Liebe verbürgt euch wahres Wissen, weil die Wahrheit aus Mir zugeht dem, der Meinem Willen entsprechend in der Liebe zu leben sich bemüht. Diesem aber wird die große irdische Not verständlich sein, er wird nicht zweifeln an Mir und Meiner Macht, er wird an Mich glauben, und desto fester, je größer die irdische Not auf ihn einstürmt .... Und ihm wird auch geholfen werden, denn er gehört zu den Meinen, und die Meinen verlasse Ich ewiglich nicht ....

Amen

 

 

BD. Nr. 1894:     Verwirrtes Denken - Unglaube .... Glaube - Gnade ....
21.04.1941

 

In dem verwirrten Denken der Menschen ist die Erklärung zu suchen für ihren Unglauben. Wenn sich die Menschen einer Geistesrichtung anschließen, die völlig irrig genannt werden kann, im Vergleich zur reinen Lehre Christi, so ist das ein irregeleitetes Denken, das um so folgenschwerer ist, je weniger es der Wahrheit entspricht. Der Wahrheit sich entgegenstellende Gedanken müssen verständlicherweise vom rechten Glauben ablenken, dem Unglauben aber guten Boden bereiten. Es wird aber der Mensch keine klaren Gedanken fassen können, sondern sprunghaft bald das eine, bald das andere glauben, d.h. für Wahrheit halten. Und also ist sein Gedankengang verworren, das Rechte aber wird er schwerlich als Wahrheit erkennen, und es ist ein solcher Zustand wenig zufriedenstellend. 

Er trägt dem Menschen keinen geistigen Fortschritt ein, sondern beunruhigt ihn dauernd und läßt ihn jedoch lange in seiner Ansicht beharren. An der reinen Wahrheit wird er vorübergehen, denn er schaltet Gott aus. Er sucht also, durch eigenes Denken, aus eigener Kraft, das ihm Unfaßliche zu ergründen, und das Denken geht daher falsche Wege. Oder aber sein Wille zur Wahrheit ist nicht groß, und so kann sie ihm auch nicht geboten werden, wohingegen klarste Weisheit dem Menschen zugeht, der nach der Erkenntnis verlangt um ihrer selbst willen. Glaube und Unglaube haben entgegengerichtete Voraussetzungen. Um glauben zu können, muß der Mensch im kindlichsten Verhältnis stehen zu Gott. Er muß sich der ewigen Gottheit schrankenlos hingeben .... er muß sich selbst für klein und unbedeutend halten und in der ewigen Gottheit ein Wesen von höchster Vollkommenheit erkennen .... Denn dies ist Glaube .... Der Ungläubige jedoch verneint alles, hält sich für klug und weise und ist keiner Belehrung zugänglich. Er wird sich niemals einem höheren Wesen unterstellen, weil er Dessen Vorhandensein ableugnet. Er ist also erhaben, und so sind die Voraussetzungen gänzlich verschieden .... das Denken des gläubigen Menschen klar und gerecht, während der ungläubige Mensch in seinen Gedanken keine Ordnung hat und auch zu keinem rechten Schluß kommen kann. 

Denn es kann einem sich erhaben fühlenden Menschen auch nimmermehr die Klarheit des Geistes gegeben werden, denn er betet nicht um die Gnade, und sie kann ihm daher nicht zugehen. Ohne die göttliche Gnade aber kann der Mensch nicht im rechten Denken stehen. Oft aber ist der Wille des Menschen zu schwach, Hilfe zu suchen bei Gott Selbst, und so wird er in Unkenntnis wandeln so lange, bis er im Gebet Klarheit des Geistes anfordert und demütig nun die göttliche Gnade erwartet ....

Amen

 

 

BD. Nr. 1569:     Verstandesforschen .... Gläubige und Ungläubige ....
16.08.1940

Je hingebender der Mensch sich der Fürsorge Gottes anvertraut, desto leichter wird sein Erdenleben sein, denn das ist der Wille des Vaters im Himmel, daß Seiner gedacht wird allezeit. Nur so könnt ihr die Kraft aus Ihm in Empfang nehmen, die Er unbeschränkt zugehen läßt dem, der sie begehrt .... Es forscht der Mensch oft, wo eine einzige Bitte um Aufklärung ihm Aufschluß geben könnte, und doch wird er trotz Hinweises auf eine Belehrung von oben nicht diese in Anspruch nehmen, weil er nicht glaubt. Und folglich wird er in Irrtum wandeln, denn die rechte Erkenntnis kann er ohne Glauben nicht finden

Es wird das Ergebnis des gläubigen Menschen stets von dem des Ungläubigen abweichen; es sind zwei verschiedene Grundeinstellungen, die auch verschiedene Erfolge zeitigen. Es kann nimmermehr der gleiche Erfolg erwartet werden, wenn auch der Forscherwille rege tätig ist, d.h. er nur rein verstandesmäßig irgendwelche geistige Probleme lösen will. Es muß ein Unterschied gemacht werden zwischen einem den Glauben abweisenden Menschen und einem noch suchenden, glaubensschwachen Menschen, der zu glauben bereit ist, so das ihm Gelehrte ihm annehmbar erscheint. Dieser Mensch fragt .... der andere aber behauptet .... 

Er stellt sich selbst verstandesmäßig eine Lehre zusammen und ist von der Wahrheit dieser völlig überzeugt, hat jedoch nicht die geringste göttliche Kraft dafür in Anspruch genommen, also kann das Ergebnis auch nicht göttliche Wahrheit sein, denn es ist der Mensch, der nicht zu Gott bittet, nun keineswegs ganz ohne Einfluß geistiger Kraft, sondern ihn lenkt nun die Gegenkraft, und immer zu Gott entgegengesetztem Wirken. Also läßt diese Gegenkraft auch nicht zu, daß des Menschen Denken sich nun in der Wahrheit befindet, sondern sie wird alles tun, um das Denken zu verwirren. 

Es ist auch meist nicht das Wahrheitsverlangen Beweggrund seines Forschens, sondern die Aussicht auf irdischen Erfolg treibt ihn dazu an, seinen Verstand zu gebrauchen. Er sucht also keinerlei Verbindung mit wissenden Kräften, weder bewußt noch unbewußt, sondern er trägt rein verstandesmäßig die Ergebnisse anderer Forscher zusammen und setzt ein neues Bild zusammen. Er holt die Weisheit nicht bei der ewigen Weisheit Selbst, sondern er macht sich die Gedankengänge anderer gleichfalls irrender Menschen zu eigen, und es muß das Endergebnis unweigerlich auch Irrtum sein ....

Amen

 

 

BD. Nr. 2052:     Glaube - Unglaube .... Verstandesdenken - Wissen ....
31.08.1941

Die Selbständigkeit des menschlichen Denkens ist wohl zu schätzen, wo es sich um irdische Fragen und deren Beantwortung handelt, die größte Gefahr aber dort, wo geistige Probleme gelöst werden sollen. Es hat der Mensch das Bestreben, die Richtigkeit seines Denkens zu beweisen, und das wird ihm auch gelingen in rein irdischen Ergebnissen seines Denkens. Geistiges aber ist nicht mit Beweisen zu belegen, folglich kann auch niemals verstandesmäßig etwas für richtig oder falsch erklärt werden, was geistige Fragen anbelangt. Die Vielseitigkeit irdischer Auffassung bedingt ein Beweisen dessen, was als Lehre aufgestellt wird. Geistiges Wissen aber kann nicht in eine feste Lehre gedrängt werden, weil Beweise nicht erbracht werden können. Wie man aber die Wahrheit dessen nicht beweisen kann, was als geistiges Gedankengut gewonnen wurde, so kann man auch keinen Beweis für die Unwahrheit dessen erbringen, denn selbst der hochentwickelte Verstand kann nicht eindringen in ein Gebiet, das ihm verschlossen bleibt, solange er nicht geistige Kraft dazu in Anspruch nimmt. Man wird nur immer von ,,Glauben" reden können; der Glaube aber ist Sache des Herzens, nicht des Verstandes. 

Auf dem Glaubenswege gelangt der Mensch zu einem Wissen, das er verstandesmäßig sich niemals aneignen kann. Dieses Wissen aber zu beweisen ist nicht möglich, es kann ihm aber auch nicht die Unwahrheit dessen nachgewiesen werden, was er zu wissen glaubt. Und da keine Beweise erbracht werden können, muß es auch dem Mitmenschen überlassen bleiben, sich das Wissen des gläubigen Menschen anzueignen. Es ist das Annehmen dieser Weisheiten eine völlig freie Willensangelegenheit. Andererseits aber hat der Mitmensch auch nicht das Recht, ihn als einen Phantasten oder Lügner hinzustellen, denn auch er kann dafür keinen Beweis erbringen, und sein noch so scharfes und klares Verstandes-Denken ist unzulänglich geistigen Wahrheiten gegenüber. Der gläubige Mensch nimmt diese an, der Ungläubige weigert sich .... Der gläubige Mensch ist einen Weg gegangen, den auch der Ungläubige gehen kann, wenn er will .... Dann aber muß er die gleichen Kenntnisse sammeln, und dann erst kann er sich von der Wahrheit dessen überzeugen, was er zuvor ablehnte. 

Glaube oder Unglaube bestimmt den Wissensgrad oder völlige Unwissenheit .... Wo der Glaube aber mangelt, dort nützt auch das schärfste Verstandesdenken nichts, es führt in die Irre. Menschliche Weisheit erforscht irdische Probleme und dringt doch nicht in die Gebiete ein, die abseits vom Irdischen liegen. Tiefe Gläubigkeit aber lüftet den Schleier des Verborgenen, und es enthüllen sich dem Menschen die tiefsten Geheimnisse. Und ob auch nichts bewiesen werden kann .... der gleichfalls Gläubige wird bedingungslos das als Wahrheit anerkennen, was ihm von gläubiger Seite vermittelt wird. Ihm wird das gleiche Wissen erschlossen werden, er wird mit beglückender Sicherheit vertreten, was er als Wahrheit erkennt, und Verstandesweisheit wird ihn nicht vom Gegenteil überzeugen können, weil sein Herz ihm die Bestätigung gibt, daß er im rechten Denken steht. 

Es kann also die Wahrheit nur dem Mitmenschen vermittelt werden, doch um sie als Wahrheit annehmen zu können, muß dieser sich gleichfalls zu einem gläubigen, wahrheitsverlangenden Menschen gestalten, dann erst erkennt er den Wert dessen, was ihm geboten wird, und dann wird er sich auch nicht beirren lassen, so ihm verstandesmäßig die Wahrheit widerlegt und sie als Unwahrheit hingestellt oder angezweifelt wird. Rein verstandesmäßig vorgebrachte Eindrücke sollen daher nicht bewertet, das Empfinden des Herzens aber beachtet werden, denn dieses ist glaubwürdiger als irdisch erworbene Weisheit ....

Amen

 

 

BD. Nr. 1363:     Gottesleugner ....
31.03.1940

In ungeheure Tiefe sinket der Geist des Menschen, dessen Entfernung von Gott so sichtlich zutage tritt. Er hat das Erdendasein auf sich genommen, um einen endlosen Wandel durch die Form zu beschließen, und ist rückschrittlich begriffen, denn es mangelt ihm eins, Gott finden und erkennen zu wollen. Und es wird sein Wille stets alles verneinen, was Gott erkennen und bejahen läßt. So ist sein Wandel auf Erden nur ein Übergang zu einer neuen Form des gebannten Zustandes, zur Leblosigkeit im Jenseits, die gleichfalls von allen Gott-dienen-wollenden Kräften genützt wird, sein Denken umzugestalten, um den unsagbar qualvollen Gang durch alle Materie .... den erneuten Erziehungsweg .... zu verhindern und die Seele der rechten Bestimmung zuzuführen. 

Es wird aber jenes Bemühen weitaus schwerer sein im Jenseits, da der lichtlose Zustand eine Verhärtung des eigenen Willens nach sich zieht und jeglicher Versuch an diesem Willen scheitern kann. Nur das Gebet eines Menschen auf Erden kann ihn vor dem letzten Untergang bewahren, da ihm dieses fühlbar zu Bewußtsein kommt und der erste und einzige Anlaß sein kann, ihn umzustimmen. Auf Erden wohnet seiner Seele gleichsam eine Kraft inne, die ihn zwingt, sich aufzulehnen gegen alles Göttliche, und die ihren Ausgang hat im Reich der Finsternis. Sie bestärkt ihn in dem Gefühl der eigenen Überheblichkeit, sie läßt seine Gedanken stets jene Richtung nehmen, die wieder zu Gott-ablehnenden Ergebnissen führen; sie nimmt ihn so gefangen, daß alle Gegenkraft wirkungslos bleibt, da der eigene Wille dieser Kraft widersteht und jener Kraft sich fügt. Somit ist wieder der Einwand hinfällig, warum Gott den Menschen gerade so und nicht anders erschaffen hat .... 

Es hat der Mensch das Bestimmungsrecht über sich und sein Denken, und es wird einem jeden die Möglichkeit geboten, in anderes Denken hinüberzuwechseln. Doch es muß der eigene Wille dabei tätig sein .... ist dieser jedoch stärker und also nicht bereit, das bisherige Denken einer Prüfung zu unterziehen, so ist jedes Bemühen guter geistiger Kraft erfolglos. Der Gottbegriff eines solchen Menschen ist gleichsam ganz ausgeschaltet aus seinem Denken, denn es behagt ihm nicht das Anerkennen einer Macht, Der er sich unterstellen müßte. In seiner Vorstellung ist die Schöpfung das Ergebnis einer Kraft, die willkürlich auch den Menschen erstehen ließ als Produkt immer gleichbleibender Naturkräfte, jedoch keinerlei tiefere Bestimmung diesen Lebewesen zubilligend. Er sieht sonach die Erdenzeit gewissermaßen planlos an, ohne irgendwelchen Zweck im weltlichen Sinn, jedoch von der Intelligenz eines jeden Menschen abhängig, also eigenmächtig zu meistern je nach Fähigkeit. Und darum wird alles Streben eines solchen Menschen nur weltlichen Verbesserungen gelten; er sucht ein gewisses Wohlleben zu fördern und nennt dies ein Betätigen in Liebe, jedoch gilt diese Liebe nur den leiblichen Bedürfnissen, und zwar immer von dem Motiv der Erhöhung des eigenen Wohlbefindens geleitet. Denn alles das erscheint ihm nur wertvoll, was den Gang durch das Erdenleben erträglicher macht, und wiederum glaubt er, daß der Mensch selbst die Verbesserung des irdischen Daseins bewirken kann durch rechte Einstellung zu diesem. 

Wieweit jedoch die falsche geistige Einstellung der Beweggrund eines erschwerten Erdenlebens ist, entzieht sich seiner Kenntnis, d.h., er will es nicht verstehen, würde doch dieses Zugeständnis auch von ihm einen anderen Lebenswandel erfordern, der wieder nicht seinem Weltverlangen und seinem Denken entspricht. Und es bleiben solche Menschen in ihrer seelischen Entwicklung weit zurück, denn alle Prüfungen, alles Leid und alle sonstige ihnen zugesandte Hilfe zeitigt keinen Umschwung des verkehrten Denkens, solange nicht der Wahrheitsdrang in ihm mächtig wird und die Vergänglichkeit alles Irdischen ihm zum Bewußtsein kommt .... Dann erst wäre es möglich, daß der Wille auch gefügiger wird und sich weniger ablehnend verhält. Darum soll ein Kämpfen und Beten um solche Seelen nicht aufhören, denn solange der Mensch auf Erden weilt, kann ihm Hilfe gewährt und sie entgegengenommen und genützt werden, während im Jenseits ihm jegliche Kraft dazu fehlt und nur das Gebet des Menschen ihm Erleichterung schaffen kann, so sein Wille nicht nach oben verlangt ....

Amen

 

 

BD. Nr. 8603:     Los des Gottesleugners ....
01.09.1963

Der größte Triumph des Gegners ist es, wenn er einen Menschen gänzlich vom Glauben abgebracht hat an einen Gott, Der die Welt erstehen ließ und auch ihn selbst erschaffen hat .... Dann hat er erreicht, was er erreichen wollte, Gott völlig zu verdrängen aus den Gedanken des Menschen. Dann braucht er nicht mehr zu fürchten, ihn zu verlieren. Doch es ist ein Mensch, der einen Gott gänzlich leugnet, auch in seinem Leben zumeist ein liebloser Mensch, und darum hat der Gegner Einfluß auf ihn, während ein Mensch, der noch einen Funken Liebe in sich hat, doch noch zu der Erkenntnis gelangen kann, daß es eine wesenhafte Macht gibt, Die sein Lebensschicksal bestimmt und von Der er selbst abhängig ist. Der Erstere aber ist mit allen seinen Sinnen der Welt verhaftet. Für ihn gibt es außer dieser irdischen Welt nichts, und er wähnet sich vergangen und in ein Nichts zurückgekehrt nach seinem Leibestode, und daher gewinnt er dem Erdenleben ab, was es ihm bietet. Und es kann ein solcher Mensch auch Verstandesschärfe besitzen, er wird von dem Gegner Gottes irregeleitet, und er wird sogar Beweise anzuführen sich anmaßen, die den Glauben an einen Gott zunichte machen sollen. 

Alle Schöpfungen sucht er zu erklären als aus einer Naturkraft entstanden .... Daß aber diese Naturkraft ein Wesen sein muß, Das denkfähig ist und einen Willen hat, will er nicht wahrhaben, und sein Denken wird auch so lange falsch und verwirrt sein, wie er nicht ein kleines Licht in sich entzündet durch Liebetaten .... worüber ihm aber jegliches Wissen fehlt. Er ist also noch ganz und gar in den Fesseln des Gegners. Und darum geht ein Gottesleugner mit großer Sicherheit einer Neubannung entgegen, denn er versagt gänzlich in seiner letzten Entscheidung auf Erden. Er ist noch genauso Gott-widersetzlich, wie er es war bei seinem Abfall von Gott, er ist Angehör des Gegners und muß am Ende auch sein Los mit ihm teilen .... Es kann ein solcher Mensch auch nicht verstandesmäßig aufgeklärt werden, weil er nicht glauben will und er darum auch alles geistige Wissen verwerfen wird als Einbildung und Phantasterei .... Diesen Menschen nun ein geistiges Wissen zuführen zu wollen wäre völlig vergeblich, denn der Gegner Gottes ist sein Herr, und dieser wird es niemals dulden, daß ihm ein Licht aufleuchtet, er wird ihn in immer tiefere Dunkelheit versetzen und die Blendlichter der Welt desto heller ihm erscheinen lassen, so daß der Mensch völlig unfähig ist, ein geistiges Wissen gelten zu lassen. Ihn hat der Gegner ganz in Besitz genommen, und er lässet ihn auch nicht mehr los. 

Es geht aber im Erdenleben allein darum, daß der einst gefallene Urgeist nun im Stadium als Mensch Gott anerkennt .... daß seine Urschuld von ihm genommen wird, was allein durch Jesus Christus geschehen kann, Den er anerkennen und zu Seinem Erlösungswerk sich bekennen muß, und dann also erkennet er auch Gott Selbst an, Der in Jesus das Sühnewerk für seine Urschuld vollbracht hat .... Solange der Mensch aber völlig glaubenslos durch das Erdenleben geht, bleibt er belastet mit seiner Schuld und kann nimmermehr in das geistige Reich eingehen, sondern er muß den Entwicklungsgang durch die Schöpfungen der Erde noch einmal zurücklegen in entsetzlicher Qual wieder durch endlose Zeiten hindurch. Denn auch im jenseitigen Reich wird es nicht gelingen, einen Gottesleugner umzustimmen und ihn zur Aufgabe seines Widerstandes gegen Gott zu bewegen, denn er verschließt sich wie auf Erden allen Belehrungen, und wider seinen Willen kann in ihm kein Licht entzündet werden. Doch wäre es einem Menschen auf Erden, der nicht glauben zu können meint, nur ernsthaft darum zu tun, auch darüber die Wahrheit zu erfahren, ob es einen wesenhaften Gott und Schöpfer gibt .... dann wären die Bemühungen wahrlich nicht erfolglos, dann würde er immer wieder darüber nachdenken und auch auf dem Verstandeswege zu einem anderen Ergebnis gelangen, denn es gibt Beweise genug in der Schöpfung, die ihn zu einem anderen Denken gelangen lassen könnten .... 

Nur muß der Wille vorhanden sein, die reine Wahrheit zu erfahren .... Dieser Wille aber mangelt den Menschen, die in der Gewalt des Gegners sich befinden, und sie wandeln daher durch das Erdenleben in völliger geistiger Finsternis. Aber auch an solche Menschen treten immer wieder Gnaden heran, immer wieder werden ihnen kleine Hilfestellungen geleistet, denn die Liebe Gottes verfolgt auch solche Menschen und sucht sie für Sich zu gewinnen, Er reicht ihnen immer wieder Seine Hand hin, die sie nur zu ergreifen brauchten und dann sich auch aus der Gewalt des Gegners befreien könnten. Doch niemals wird der Wille dessen gezwungen, und darum bestimmt der Mensch selbst sein ferneres Los, und er muß wieder den Gang im gebundenen Zustand über die Erde gehen, wie es dem Gesetz ewiger Ordnung entspricht ....

Amen


[Bertha Dudde]