Der Einfluss der Engel und Geister auf den Menschen
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Emanuel Swedenborg 1688-1772


61. Ferner muß man wissen, daß alles Böse von der Hölle einfließt und alles Gute durch den Himmel vom Herrn; das Böse wird aber dem Menschen deshalb angeeignet, weil er glaubt und sich selbst beredet, daß er es von sich aus denke und tue, und es somit zu dem Seinigen macht; wenn er so glaubte, wie die Sache sich wirklich verhält, dann würde ihm nicht das Böse angeeignet , sondern Gutes vom Herrn; denn dann würde er, wenn das Böse einfließt, sogleich denken, daß es von den bösen Geistern bei ihm kommt, und wenn er dieses dächte, würden die Engel es abwenden und zurückstoßen; denn der Einfluß der Engel geht auf das, was der Mensch weiß und glaubt, nicht aber auf das, was der Mensch nicht weiß und nicht glaubt, weil er nur da haftet, wo etwas (Bestimmtes) in dem Menschen vorhanden ist. Wenn der Mensch auf solche Weise sich das Böse aneignet, dann bringt er sich in die Sphäre dieses Bösen, und mit dieser Sphäre verbinden sich die Geister von der Hölle, die in einer gleichen Sphäre des Bösen sind; denn das Gleiche verbindet sich mit dem Gleichen. Die geistige Sphäre bei einem Menschen oder Geist ist eine aus dem Leben seiner Liebe hervorgehende Ausdünstung (exhalatio), aus welcher schon von ferne erkannt wird, wie er beschaffen ist; je nach den Sphären werden alle im anderen Leben verbunden, auch die Gesellschaften unter sich; und (nach denselben) werden sie auch getrennt, denn die entgegengesetzten Sphären stoßen gegen einander und drängen sich gegenseitig zurück, daher sind die Sphären der Liebe zum Bösen sämtlich in der Hölle; und die Sphären der Liebe zum Guten sämtlich im Himmel, somit auch diejenigen, die sich in denselben befinden.

62. Der Einfluß der Engel geht besonders auf das Gewissen des Menschen; hier ist die Grundlage (oder Basis), auf welche sie einwirken;  und diese Grundlage ist in dem Inwendigen des Menschen. Das Gewissen ist ein doppeltes, ein inneres und ein äußeres; das innere Gewissen ist das des geistig Guten und Wahren, und das äußere Gewissen aber ist das des Rechten und Billigen; dieses Gewissen findet sich heut zu Tage bei Vielen, aber das innere nur bei Wenigen; aber dennoch werden diejenigen, die sich jenes Gewissens erfreuen, im anderen Leben selig; denn sie sind so beschaffen, daß sie, wenn sie gegen das Gute und Wahre oder gegen das Gerechte und Billige handeln, innerlich Angst und Qual fühlen, nicht weil dadurch ihre Ehre oder ihr Gewinn oder ihr guter Name leidet, sondern weil sie gegen das Gute und Wahre oder gegen das Gerechte und Billige gehandelt haben. Wo aber diese Gewissen nicht vorhanden sind, da ist etwas im Untersten, was sich bisweilen heuchlerisch als ein Gewissen darstellt, indem es nämlich sagt, daß man das Wahre und Gute, sowie das Billige und Gerechte tun müsse, nicht aus Liebe zu diesem, sondern um seiner selbst willen, der Ehre und des Gewinnes wegen; auch diese fühlen Angst und Qual, wenn ihnen Widriges begegnet: aber dieses Gewissen ist kein Gewissen, weil es aus der Selbstliebe und Weltliebe hervorgeht, und in dieser ist nichts von der Liebe Gottes und des Nächsten, weshalb es im andern Leben auch nicht erscheint. Die so geartet sind, können auch höhere Ämter verwalten, gleichwie diejenigen, welche sich eines echten Gewissens erfreuen; denn in der äußeren Form tun sie das Gleiche, aber nur um ihrer Ehre und ihres Rufes willen; und je mehr sie so Verlust und Nachteil  fürchten, desto besser besorgen sie die öffentlichen Geschäfte zu Gunsten des Nächsten und des Vaterlandes. Diejenigen aber, welche sich nicht einmal vor Verlust fürchten, sind im Staate ganz verwerfliche Glieder. Diejenigen, welche solch ein falsches  Gewissen haben, wissen nicht einmal, was Gewissen ist, und wenn sie von anderen hören, was es sei, spotten sie und glauben, dies sei ein Zeichen von Einfältigkeit oder Schwermut. Obiges wurde gesagt, damit man wisse, wie es sich mit dem Einfluß verhält; daß nämlich das Gewissen die Grundlage ist, in welche die Engel einfließen, und zwar in die Neigungen zum Guten und Wahren, wie auch zum Gerechten und Billigen, und daß sie so den Menschen (gleichsam) gebunden führen, dennoch aber in der Freiheit halten.

63. Es gibt Einige, welche sich durch angeerbte Anlage eines natürlichen Guten erfreuen, vermöge dessen sie Freude daran haben, Anderen wohlzutun, die aber weder aus dem Worte, noch aus der Kirchenlehre, noch durch ihre Religion Grundsätze aufgenommen haben, in Folge deren sie Gutes tun; sie konnten daher auch kein Gewissen erlangen, denn dieses kommt nicht aus dem natürlichen oder anererbten Guten, sondern aus der Lehre des Wahren und Guten, und aus einem Leben, welches derselben gemäß ist; wenn Solche in das andere Leben kommen, wundern sie sich, daß sie nicht in den Himmel aufgenommen werden, indem sie sagen, sie hätten doch ein gutes Leben geführt; aber es wird ihnen erwidert, ein gutes Leben aus dem Natürlichen oder Angeerbten sei kein gutes Leben, sondern (dieses komme) aus dem, was Sache des Guten und Wahren und dadurch Sache des Lebens ist; hierdurch erlange man Grundsätze über das Wahre und Gute, und ein Gewissen, welches die Grundlage ist, in welche der Himmel einfließt. Damit sie erkennen, daß die Sache sich so verhält, werden sie in verschiedene Gesellschaften gebracht, und dann lassen sie sich zu allem Bösen verführen, bloß durch Vernünfteleien und Beredungen, daß das Böse gut sei, und das Gute böse sei, und so werden sie allenthalben beredet und wie Spreu vom Winde hin und her getrieben; denn sie sind ohne Grundsätze und ohne Grundlage, auf welche die Engel einwirken und sie vom Bösen abbringen können.

64. Der Einfluß der Engel bei dem Menschen wird nicht so empfunden wie der Einfluß der Geister; denn was von ihnen einfließt, ist nicht materiell, sondern geistig, und es erscheint ganz wie eine Luftströmung, von den inwendigeren Engeln wie etwas Leuchtendes, und von den noch Innerlicheren wie ein Flammendes; worüber vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn im weiteren Verlauf Mehreres (gesagt werden soll).

65. Einige Male geschah es, daß ich eifrig über weltliche Dinge dachte, und über solche, welche den Meisten sehr am Herzen liegen, nämlich an Besitz, an Erwerb von Reichtümern, an sinnliche Vergnügungen und ähnliche Dinge; alsbald bemerkte ich, daß ich in das Sinnliche herabsank, und daß ich in dem Maße, als mein Denken sich in diese Dinge versenkte, von dem Umgang mit den Engeln entfernt wurde; daraus wurde mir auch klar, daß diejenigen, welche sich in solche Sorgen tief einlassen, im anderen Leben keinen Verkehr mit jenen haben können; denn wenn solche Gedanken das ganze Gemüt einnehmen, ziehen sie den Geist herab, und sind wie Gewichte, welche abwärts ziehen; und wenn (jene Dinge) zum Zweck werden, dann entfernen sie (den Menschen) vom Himmel; denn zu diesem kann der Mensch nur durch das Gute der Liebe und des Glaubens erhoben werden. Dies konnte ich auch noch deutlich aus Folgendem erkennen: als ich einst durch die Wohnungen des Himmels geführt wurde, und dann in einer geistigen Vorstellung war, geschah es, daß ich plötzlich in ein Denken an weltliche Dinge verfiel, und alsbald verschwand jene ganze geistige Vorstellung und wurde gleichsam vernichtet.

66. Bisweilen wunderte ich mich darüber, daß die Rede und die Handlung nicht auch durch besondere Geister regiert werde, wie das Denken und Wollen; aber ich wurde belehrt, daß die Rede aus dem Denken und die Handlung aus dem Wollen hervorgehe, und daß dies in Folge der Ordnung geschehe, somit durch den allgemeinen Einfluß; aber gleichwohl sind für jedes Glied, daß zur Rede, und für jedes Glied, das zur Handlung gehört, besondere Geister bestimmt, aber diese Geister wissen es nicht. Der allgemeine Einfluß ist ein fortwährendes Einwirken vom Herrn durch den ganzen Himmel auf das Einzelne, was zum Leben des Menschen gehört.

67. Aus dem Worte ist bekannt, daß aus der geistigen Welt und aus dem Himmel ein Einfluß auf die Propheten stattfand, teils durch Träume, teils durch Visionen, und teils durch Rede; und bei Einigen sogar (durch ein Einfließen) in ihre Sprache und in ihre Gebärden, somit in das, was dem Körper angehört; und daß sie dann weder aus sich redeten, noch aus sich handelten, sondern aus den Geistern, welche alsdann ihren Körper in Besitz hatten; Einige gebärdeten sich dann wie unsinnig, so daß  z.B.  Saul nackt dalag, Andere sich verwundeten, wie Andere sich Hörner aufsetzten und dergleichen mehr; weil ich nun zu wissen wünschte, wie von den Geistern auf jene eingewirkt wurde, so ward es mir durch lebendige Erfahrung gezeigt. Um es zu erkennen, war ich eine ganze Nacht von Geistern besessen, die meinen Körper so sehr einnahmen, daß ich nur noch ganz dunkel fühlen konnte, daß es mein Körper war. Als diese Geister kamen, erschienen sie wie kleine Wolken in verschiedene Formen zusammengedrängt, größtenteils in spitziger Form; die Wolken waren schwarz. Am Morgen erschien mir ein Wagen mit einem Zweigespann von Pferden, in dem ein Mann fuhr; dann erschien mir ein Pferd, auf welchem Jemand saß, der vom Pferde rückwärts abgeworfen wurde, und nun dalag, während das Pferd nach hinten ausschlug; nachher erschien mir ein Anderer, der auf einem Pferde saß; die Pferde waren von edler Art. Hierauf erklärten die Engel, was diese Erscheinungen bedeuteten; (sie sagten), der Wagen, in welchem ein Mann fuhr, bedeute den geistigen Sinn, welcher in den Weissagungen lag, die sie aussprachen, und die vorbildlich waren; das Pferd, welches den darauf Sitzenden abwarf und ausschlug, bedeute das Jüdische und Israelitische Volk, bei dem die Weissagungen gegeben wurden; daß es nämlich nur im Äußeren war, und daher das Verständnis von sich wies, und gleichsam durch Ausschlagen jene (Männer) von sich entfernte; der Andere, welcher auf dem Pferde saß, bedeute das Verständnis, welches diejenigen haben, die im inneren Sinn des prophetischen Wortes sind. Durch diesen Zustand, in dem ich die Nacht hindurch bis zum Morgen war, wurde ich belehrt, wie die Propheten, durch welche die Geister sprachen und wirkten, in Besitz genommen waren; daß nämlich die Geister ihren Körper so sehr einnahmen, daß kaum etwas übrig blieb, außer daß sie wußten, daß sie es waren; es gab bestimmte Geister für diesen Nutzzweck, welche die Menschen nicht in Besitz nehmen, sondern nur in die körperliche Neigungen des Menschen eindringen wollten, und wenn sie in diese eindrangen, dann drangen sie auch in alle Teile seines Körpers ein. Die Geister, welche gewöhnlich bei mir waren, sagten, daß ich ferne von ihnen sein würde, wenn ich in diesem Zustand verbliebe. Die Geister, welche meinen Körper in Besitz nahmen, wie ehemals die der Propheten, redeten nachher mit mir und sagten, daß sie während dieser Zeit gar nicht anders gewußt hätten, als daß sie ein Leben führten wie im Leibe und dergleichen mehr. Außerdem wurde gesagt, daß auch andere Einflüsse bei den Propheten gewesen seien, nämlich von der Art, daß sie dabei selbständig und selbstdenkend waren, nur daß die Geister mit ihnen redeten, und zwar gemeiniglich tief in ihrem Innern; es sei aber kein Einfluß in ihr Denken und Wollen gewesen, sondern nur eine Rede, die zu ihrem Gehör gedrungen sei.

68. Daß die Hölle durch ihre Geister beständig Böses und Falsches einströmen läßt, und das Wahre und Gute verdreht und auslöscht, und daß der Herr durch die Engel es fortwährend abwendet, wegnimmt, mildert ist mir durch eine fast fortwährende Erfahrung von mehreren Jahren so ganz bekannt geworden, daß ich nicht einmal daran denken kann, es zu bezweifeln. Damit aber die Engel die Einflüsse von der Hölle abwehren können, müssen Glaubenswahrheiten verbunden mit dem Guten des Lebens bei dem Menschen vorhanden sein, in welches sie einfließen können; dies muß für sie die Grundlage sein, auf welche sie einwirken. Wenn hingegen der Mensch Solches nicht hat, wird er von der Hölle fortgerissen, und dann regiert ihn der Herr durch die Engel in Ansehung seines äußeren (Menschen) und dies nennt man die äußeren Bande, die zum Gebiet seiner eigenen Klugheit gehören, so daß er in der äußeren Form den Nächsten und das Vaterland zu lieben scheint, aber (er tut dies nur) um seiner Ehre, seines Gewinnes, seines Rufes willen, aus Furcht vor den Strafen des Gesetzes, wie auch (aus Furcht) vor dem Tode. Dies sind die äußeren Bande, durch welche der Mensch regiert wird, wenn die inneren, nämlich die des Gewissens, nicht vorhanden sind. Aber diese äußeren Bande nützen nichts im anderen Leben, denn sie werden ihm genommen, und wenn sie weggenommen sind, dann erscheint der Mensch so, wie er in seinem Inneren war.

69. Wie schwer es dem Menschen fällt, zu glauben, daß die Geister seine Gedanken wissen, konnte ich aus Folgendem deutlich erkennen: ehe ich noch mit Geistern redete, geschah es, daß ein gewisser Geist mich mit wenigen Worten über das anredete, was ich dachte; ich war bestürzt darüber, daß ein Geist dieses wußte, weil ich meinte, daß solche Dinge verborgen und nur dem Herrn allein bekannt seien. Späterhin, als ich anfing mit Geistern zu reden, wurde ich unwillig, daß ich nichts denken konnte, was sie nicht wußten (und meinte), daß mir dies lästig sein werde; nachher aber wurde ich durch die Gewohnheit einiger Tage damit vertraut. Zuletzt wurde mir auch gewiß, daß die Geister nicht nur den ganzen Inhalt des Denkens und Wollens des Menschen wahrnehmen, sondern auch noch viel mehr als der Mensch selbst; und mehr noch die Engel, nämlich die Absichten und Zwecke von den ersten an durch die mittleren bis zu den letzten, daß der Herr nicht nur weiß, wie der ganze Mensch beschaffen ist, sondern auch, wie er in Ewigkeit sein wird. Daraus kann erhellen, daß durchaus nichts verborgen ist, sondern alles, was der Mensch innerlich denkt und aussinnt, im anderen Leben offenbar ist wie am hellen Tage.

70. Daß aus der geistigen Welt durch Engel und durch Geister ein Einfließen in die Neigungen und Gedanken stattfindet, ist mir nun durch vieljährige Erfahrung so deutlich zu wissen gegeben worden, daß nichts deutlicher sein kann; ich habe diesen Einfluß empfunden nicht nur in Ansehung der Gedanken, sondern auch in Ansehung der Neigungen, und wenn Böses und Falsches einfloß, wurde mir zu wissen gegeben, von welchen Höllen es herkam, und wenn Gutes und Wahres, von welchen Engeln; ich wurde daher so vertraut mit dieser Sache, daß ich zuletzt bei dem Einzelnen der Gedanken und Neigungen wissen konnte, woher es stammte; und dennoch waren es meine eigenen Gedanken ebenso, wie sie es früher gewesen waren.

71. Dieses Einfließen findet durch Geister und Engel statt; die Ordnung des Einflusses ist von der Art, daß zuerst die bösen Geister einfließen, und dann die Engel das Böse vertreiben. - Daß der Einfluß von solcher Art ist, nimmt der Mensch nicht wahr, weil sein Denken durch das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Einflüssen in der Freiheit erhalten wird, und weil der Mensch  nicht darauf achtet. Die Bösen können es nicht wissen, wenn sie auch darauf achten würden, weil bei ihnen kein Gleichgewicht zwischen Bösem und Gutem stattfindet, aber die im Guten sind, können es wissen; auch wissen sie aus dem Worte, daß es etwas in ihrem Inneren ist, was gegen das Böse und Falsche bei ihnen kämpft, und daß der geistige Mensch gegen den natürlichen ist, also die Engel, welche im Inneren des Menschen und in seinem Geistigen sind, gegen die bösen Geister, welche in seinem Äußeren und Natürlichen sind. Daher wird auch die Kirche eine streitende genannt. Das Böse, welches von den Bösen Geistern in das Denken einfließt, schadet aber dem Menschen gar nicht, wenn er es nicht aufnimmt; denn wenn er es aufnimmt und vom Gedanken in den Willen übergehen läßt, dann tut es seine Wirkung; und dann tritt er auf die Seite der höllischen Geister; und weicht von den Engeln des Himmels zurück. Das ist es, was der Herr bei Marcus lehrt, "daß das, was zum Menschen eingeht, ihn nicht unrein macht, sondern das, was aus ihm herausgeht, weil dies aus dem Herzen oder dem Willen kommt", 7, 14 bis 23.

72. Ich habe mit guten Geistern über den inneren und den äußeren Menschen geredet, indem ich sagte, es sei zum verwundern, daß nur Wenige innerhalb der Kirche glauben (obwohl sie es aus dem Worte wissen), daß ein innerer Mensch sei unterschieden vom äußeren, während sie es doch durch einen nur oberflächlichen Hinblick auf ihre Gedanken und ihren Willen täglich erkennen könnten; nämlich daraus, daß sie oft innerlich anders denken als äußerlich; und daß sie, was sie äußerlich denken, in die Rede, in das Gesicht und in die Handlung übergehen lassen, das aber, was sie innerlich denken, nicht auf gleiche Weise, indem sie dies tief verbergen; wie dies bei denen, die sich verstellen, bei den Heuchlern und Listigen, ganz gewöhnlich ist; die im Guten sind, können es daraus erkennen, daß sie denken, man dürfe nicht so handeln, indem sie sich selbst anklagen; daraus kann es ihnen deutlich werden, daß es einen inneren Menschen gibt, getrennt vom äußeren. Daß sie aber nicht darauf achten, und wenn sie darauf achten, es nicht wahrnehmen, kommt daher, daß sie das Leben in den Körper setzen, und weil, wenn man sein ganzes Denken in das Körperliche und Weltliche versenkt, die Anschauung von solchen Dingen verloren geht, ja sogar der Glaube, daß es so sei; auch dieses wurde mir durch Erfahrung zu wissen gegeben; wenn ich in irgend einer Vorstellung von himmlischen Dingen war, und dabei in Gedanken an das Weltliche und Irdische verfiel, verschwand das Himmlische so völlig, daß es kaum noch erkannt wurde; die Ursache ist, weil alles was dem Himmelslichte angehört, zur Finsternis wird, wenn es in Solches fällt, was dem Lichte der Welt angehört; denn beide sind einander entgegengesetzt, damit sie aber nicht mehr entgegengesetzt seien, wird der Mensch wiedergeboren, und auch vom Sinnlichen gegen das Inwendige hin erhoben, und inwieweit er über jenes erhoben wird, insoweit verläßt er das Böse und Falsche; erhoben kann aber nur derjenige werden, welcher im Guten des Glaubens und des Lebens ist.

73. Das Inwendigere des Menschen ist vermittelst seiner Abzweigungen (oder Abteilungen) nach Graden unterschieden, und diesen Graden gemäß ist auch sein Licht. Das sinnliche Innere , welches den Sinnen des Körpers zunächst steht, hat ein sehr grobes (d.h. düsteres) Licht; dieses Licht ist mir durch viele Erfahrung zu erkennen gegeben worden; und ich habe bemerkt, daß, so  oft ich in dieses Licht versetzt wurde, Falsches und Böses mehrfacher Art sich einstellte, ja sogar Anstößiges gegen das Himmlische und Göttliche, und auch Häßliches und Unreines; der Grund ist, weil dieses Licht in den Höllen herrscht, und die Höllen durch dasselbe besonders bei dem Menschen einfließen. Wenn der Mensch in diesem Lichte ist, dann ist sein Denken fest in demselben Lichte, in welchem sein äußeres Gesicht ist, und er ist dann beinahe (ganz) in seinem Körper; die Menschen, welche in diesem Lichte sind, müssen S i n n l i c h e  genannt werden, denn sie denken nicht über das Sinnenhafte des Körpers hinaus; was darüber hinaus ist, nehmen sie weder wahr, noch glauben sie es; sie glauben vielmehr nur das, was sie sehen und berühren. In einem solchem Lichte sind diejenigen, welche ihr Inneres gar nicht ausgebildet haben, indem sie in Vernachlässigung und Verachtung alles dessen lebten, was dem Vernünftigen und Geistigen angehört; und in diesem Licht sind besonders die Geizigen und die Ehebrecher, ferner diejenigen, welche in lauter Wollüsten und in schimpflichem Müßiggange gelebt haben; daher denken sie Unreines und oft auch Anstößiges über die heiligen Dinge der Kirche.

74. In diesem Lichte sind, wie gesagt, die Höllen, und auch so Manche, die nicht so böse sind, die nämlich nicht Geizige, Ehebrecher, oder Wollüstige waren, die aber so geworden sind, weil sie ihr Vernünftiges nicht ausgebildet haben; ich durfte diese Geister in einer gewissen Dämmerung sehen, sie erschienen (wie) auf einem Markte, schaarenweise, Säcke tragend, in welchen rohe Stoffe waren, sie wägend und forttragend. Einige Sirenen waren damals nicht ferne, und ich hörte sie sagen, daß sie bei jenen sein möchten, weil sie mit ihren Augen Menschen sehen; denn weil die Sirenen vor anderen Ehebrecherinnen, und auch gegen alles Himmlische und Geistige feindlich waren, können sie keine anderen Geister sehen als solche, die im sinnlichen Lichte sind, weil sie selber so beschaffen sind.

75. Weil die Höllen in diesem sinnlichen Lichte sind, deshalb muß der Mensch, wenn er nicht über dasselbe erhoben wird, notwendig verloren gehen; er wird aber erhoben durch das Gute des Glaubens. Es gibt auch Höllen, welche in einer feineren Sphäre sind; in diesen befinden sich diejenigen, welche inwendig boshaft waren und allerlei Kunstgriffe erdachten, um Andere ihrer Güter zu berauben, und viele Trugkünste aussannen, um zu herrschen;  aber es wurde bemerkt, daß diese Sphäre in die äußere sinnliche Sphäre einfließt, und zwar von der Rückseite her, wo das Unwillkürliche des Menschen liegt; daher ist die sinnliche Sphäre so stark. -

76. Wenn der Mensch gegen das Inwendigere hin erhoben wird, dann kommt er von dem groben sinnlichen Licht in ein milderes Licht, und wird dann zugleich dem Einflusse anstößiger und unreiner Dinge entzogen, und näher gebracht zu dem, was gerecht und billig ist, weil näher zu den Engeln, die bei ihm sind, somit auch näher zum Lichte des Himmels. Diese Erhebung vom Sinnlichen war den Alten bekannt, und auch den Heiden; deshalb haben ihre Weisen gesagt, daß die Seele, wenn sie vom Sinnlichen entfernt werde, in das innere Licht komme, und zugleich in den Zustand der Ruhe, und in eine gewisse himmlische Seligkeit; hieraus schlossen sie auch auf die Unsterblichkeit der Seele. Der Mensch kann noch innerlicher erhoben werden, und je innerlicher, in ein desto klareres Licht kommt er, und endlich in das Licht des Himmels, welches Licht nichts ist, als Weisheit und Einsicht vom Herrn. Die drei Himmel sind auch nicht anders unterschieden, als nach den Erhebungen gegen das Inwendigere, also auch nach den Graden des Lichtes; weil der dritte Himmel im Inwendigsten ist, so ist er auch im größten Lichte; somit in einer Weisheit, welche die Weisheit der unteren Himmel weit übertrifft.

77. Wie mit dem Lichte, ebenso verhält es sich auch mit der Wärme, welche die Lebenswärme des Menschen ist; diese Wärme hat ihren Ursprung keineswegs von der Wärme, die aus der Sonne von der Welt stammt, sondern von der geistigen Wärme, welche Liebe ist, und vom Herrn ausgeht, diese Wärme haben die Engel; inwieweit daher der Mensch in der Liebe ist, insoweit ist er in der Lebenswärme; der Körper hingegen ist in der Wärme der Welt, und auch nach innen zu sinnenhaft, aber die Lebenswärme fließt in diese Wärme ein und belebt sie; das Reine und Grobe desselben verhält sich ebenso wie sein Licht. Diese Wärme ist es, welche unter den heiligen Feuern im Worte verstanden wird, und deshalb werden auch durch diese Feuer die himmlischen Liebesarten bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn ist es diejenige Wärme, welche unter dem höllischen Feuer verstanden wird, und deshalb werden durch diese Feuer im Worte die höllischen Liebesarten und ihre Begierden bezeichnet.

78. Der Mensch, welcher in seinem Leben durch das Gute des Glaubens über das Sinnliche erhoben worden ist, befindet sich abwechselnd im sinnlichen Lichte und im inwendigeren Lichte; wenn er in weltlichen Sorgen ist, in Gesellschaften, wo äußere Dinge vorherrschen, oder in Vergnügungen (sinnlicher Art), dann ist er im sinnlichen Leben; in diesem Zustand vermeidet er es und scheut sich, über Gott zu reden und zu denken, und über das, was dem Glauben angehört; und wenn er dann über solche Dinge reden und denken wollte, würde er sie für nichts achten, wenn er nicht augenblicklich gegen das Inwendigere hin vom Herrn erhoben würde; wenn ein solcher Mensch nicht im Weltlichen lebt, sondern im inneren Lichte ist, dann denkt er gemäß dem Gerechten und Billigen; und wenn er in ein noch inwendigeres Licht kommt, denkt er aus dem geistig Wahren und Guten. Wer im Guten des Lebens ist, der wird von einem Licht zum anderen erhoben, und zwar augenblicklich in ein inwendigeres Licht, wenn er anfängt, Böses zu denken, denn die Engel sind ihm nahe. Dies wurde mir durch Erfahrungen zu wissen gegeben, indem ich häufig die Erhebungen wahrnahm, und dann zugleich die Veränderungen des Zustandes in Betreff der Neigungen und in Betreff der Gedanken.

79. Die Gelehrten sind seltsamerweise zum größten Teil sinnenhaft; die Ursache ist, weil sie die Wissenschaften nur um des Ruhmes willen erlernen, um dadurch zu Ehren und zu äußerem Gewinn zu gelangen, nicht aber zu dem Zwecke, um weise zu werden; denn alle Wissenschaften, welche in der gelehrten Welt existieren, sind Mittel, um weise zu werden, aber auch Mittel, um töricht zu werden. Wenn Solche zu Ehrenstellen gelangt sind, dann leben sie sinnlicher als die Einfältigen, und dann glauben sie, es sei Einfalt, dem Göttlichen etwas zuzuschreiben, und nicht vielmehr der Klugheit und der Natur, und das Übrige dem Zufall.

80. Es waren Geister bei mir, welche, als sie in der Welt als Menschen lebten, Gelehrte genannt wurden; sie wurden in den Zustand ihres Denkens zurückversetzt, in dem sie in der Welt waren, und es wurden mir ihre Gedanken mitgeteilt und zwar über die Geister; ihr Denken war aber von der Art, daß sie durchaus nicht dahin gebracht werden konnten, zu glauben, daß ein Geist irgend einen Sinn besitze, und auch das Übrige, was sie von den Geistern oder Seelen nach dem Tode gedacht hatten, war ganz ohne alle Merkmale irgendeiner Beschaffenheit; der Grund davon war, weil sie das Leben in den Körper setzten und sich gegen das Leben des Geistes oder ihrer Seele nach dem Tode durch wißtümliche Erkenntnisse und Philosophien begründet hatten; daher hatten sie sich das Inwendigere verschlossen, zu welchem sie somit durchaus nicht erhoben werden konnten. Nachdem sie sich einmal gegen dasjenige, was sich auf das Leben nach dem Tode bezieht, begründet hatten, wären sie, wenn ihnen auch nachher die größten Wahrheiten gesagt worden wären, wie Blinde dagegen gewesen, welche nicht sehen, und wie Taube, welche nicht hören; Einige von ihnen spotten auch darüber, und zwar um so mehr, als sie sich für weiser als die Anderen halten. Aber die Ungelehrten, welche im Guten des Glaubens waren, sind nicht so beschaffen, denn sie haben sich durch keine Wissenschaft oder Philosophie gegen das, was Angehör der Kirche ist, bestärkt, deswegen ist ihr Innewerden umfassender und klarer; und weil sie ihr Inwendigeres nicht verschlossen haben, sind sie in der Fähigkeit, das Gute und Wahre aufzunehmen.

81. Es gibt aber auch Menschen, welche mehr als sinnlich sind, nämlich körperhaft, und das sind diejenigen, welche sich ganz gegen das Göttliche begründet und Alles der Natur zugeschrieben haben, und so ohne alle Rücksicht auf das Gerechte und Billige außer der äußeren Form nach gelebt haben. Weil solche inwendig wie die unvernünftigen Tiere sind, obgleich sie äußerlich als Menschen erscheinen, so sind sie mehr als sinnlich und erscheinen sich und Andern im andern Leben gleichsam körperhaft. Sie erschienen mir nach vorne, nahe am rechten Fuß, heraufsteigend aus der Tiefe, stark behaart, und gleichsam hart und grob; als sie heraufgestiegen waren, erschien Etwas wie ein Schwert, das über ihren Häuptern schwebte; ich habe mit ihnen geredet, und sie sagten, es komme ihnen vollständig so vor, als ob sie im Leibe wären.

82. Was den Einfluß der Engel beim Menschen anbelangt, so ist er nicht von der Art, wie der Mensch sich ihn denkt, sondern ist den Entsprechungen gemäß; denn die Engel denken in geistiger Weise, der Mensch aber nimmt es auf natürliche Weise wahr, somit fällt das Geistige in seine Entsprechung, und demzufolge in sein Vorbildliches bei dem Menschen, so z.B., wenn der Mensch von Brot spricht, von der Saat, von der Ernte, von Fettem und dergleichen, dann denken die Engel an das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit und sofort. Ich träumte einst einen gewöhnlichen Traum; als ich erwachte, erzählte ich alles von Anfang bis zu Ende; da sagten die Engel, dass es ganz und gar mit dem zusammenfalle, was sie unter sich geredet hätten; nicht als ob es dasselbe wäre, was ich geträumt hatte, sondern die Entsprechung und Vorbildung, somit Alles im Einzelnen; hierauf sprach ich mit ihnen vom Einfließen. Vor den Geistern aber, die bei den Menschen sind, erscheinen die Gegenstände nicht so, wie der Mensch sie vor Augen sieht, auch fassen sie nicht die Worte auf, wie der Mensch sie mit dem Ohre hört, sondern so wie der Mensch denkt. Daß das Denken sich ganz und gar anders verhält als die Rede, erhellt daraus, dass der Mensch in Einem Augenblick mehr denkt, als er in einer halben Stunde aussprechen kann, weil er abgezogen von den Worten der Sprache denkt. Daraus kann man einigermaßen erkennen, wie der Verkehr der Seele mit dem Körper ist, dass er nämlich so beschaffen ist, wie der Einfluß der geistigen Welt in die natürliche Welt; denn die Seele oder der Geist des Menschen ist in der geistigen Welt, und der Körper in der natürlichen Welt; also gemäß den Entsprechungen.

83. Wenn die Engel einfließen, bringen sie auch Neigungen hinzu, und die Neigungen selbst enthalten Unzähliges in sich; von diesem Unzähligen wird aber vom Menschen nur Weniges aufgenommen, und zwar nur das, was sich anschließen kann an das, was schon früher in seinem Gedächtnisse war; das, was vom Einfluß der Engel übrig bleibt, legt sich gleichsam um Jenes herum, und bewahrt es wie beschützend im Busen.

84.Dass es ein Einfließen der Engel gibt, und dass der Mensch ohne dasselbe nicht leben könnte, wurde mir durch Erfahrung zu wissen gegeben. Es gibt boshafte Geister , welche Kunstgriffe ersonnen haben, um den Einfluß der Engel zu verhindern, aber nur teilweise [ vermögen sie es ]; es wurde ihnen gestattet, dasselbe auch bei mir zu tun, zu dem Zweck, damit ich aus Erfahrung wissen möchte, dass die Sache sich so verhalte; sobald diese den Einfluß verhinderten, schwankte das Gedankenleben, und zuletzt war es wie bei denen, die in Ohnmacht fallen; aber in demselben Augenblick wurde ich wieder hergestellt, und diese Geister wurden in ihre Hölle geworfen; sie erschienen zur Linken an der Fläche des Wirbels am Kopfe, wo sie zuerst im Verborgenen waren.

85. Es hat ganz den Anschein, als ob die äußern Sinne, wie das Gesicht und das Gehör, in das Denken einflößen und hier Vorstellungen erregten; denn die Gegenstände scheinen die Sinne anzuregen, zuerst die äußern und dann die innern, und auch dasselbe [scheint] die Rede zu tun; allein, wie stark auch immer dieser Anschein sein mag, so ist er doch nur eine Sinnestäuschung; denn das Äußere, welches grob und materiell ist, kann nicht in das Innere, welches fein und geistig ist, einfließen und es anregen; dies ist gegen die Natur. Vielmehr ist es der innere Sinn, oder der Sinn des Geistes selbst, der durch den äußern Sinn fühlt und die äußern Sinne befähigt, die Gegenstände nach seinem Verlangen aufzunehmen, deshalb richten sich auch die Sinne [ z.B. der Sinn des Gesichts oder das Auge ] augenblicklich nach den Gegenständen gemäß ihrer Beschaffenheit; was in den äußern Sinnen nicht stattfinden würde, wenn nicht ein Einfluß von innen her wirkte, denn alle Fasern und Muskeln, deren sich eine Menge um jedes Sinnenwerkzeug oder Sinnenorgan herumlegen, werden augenblicklich zweckmäßig je nach der Beschaffenheit des Gegenstandes bestimmt, ja sogar dem Organe wird im Augenblick ein entsprechender Zustand beigebracht. Es war oft unter den Geistern die Rede von diesem Anschein, und von den Engeln wurde eben so oft geantwortet, dass das Einfließen keineswegs vom Äußern in das Innere stattfinde, sondern vom Innern in das Äußere, und dass dies der Ordnung gemäß sei, welcher entgegen kein Einfluß stattfinden könne. Ich habe zwei- oder dreimal Geister gesehen, abgesondert von ihrer Engel-Gesellschaft, weil sie zufolge des Anscheins glaubten, dass es einen Einfluß vom Äußern in das Innere gäbe, und da somit ein physischer und nicht ein geistiger Einfluß stattfinde; die Ursache der Absonderung war, weil man sonst hätte schließen können, dass die Höllen, welche im Äußerlichen sind, in die Himmel einfließen könnten, welche im Innerlichen sind; und weil man auch hätte schließen können, dass der Einfluß des Lebens nicht vom HErrn sei, während doch von Ihm alles Leben einfließt, weil Er Selbst im Innersten ist, und im Vergleich mit Ihm alles Andere ein Äußeres ist.

86. Dass dem Guten der Liebe, welches vom HErrn durch die Engel einfließt, alles Wahre innewohnt, und dass dieses Wahre sich von selbst offenbaren würde, wenn der Mensch in der Liebe zum HErrn und in der Liebe zum Nächsten leben würde, geht nicht nur deutlich aus dem hervor, was im Himmel ist, sondern auch aus dem, was in der tieferstehenden Natur existiert; von dem, was in dieser untergeordneten Natur sich befindet, darf ich, weil es vor Augen liegt, Einiges zur Erläuterung anführen. Die vernunftlosen Tiere werden einzig und allein durch die Triebe ihrer Liebe und deren Neigungen geleitet, für welche sie erschaffen wurden, und in welche sie geboren werden; denn ein jedes Tier strebt nach dem, wozu seine Neigung und Liebe es zieht; und weil es so ist, so sind sie auch in allen Kenntnissen, welche irgendwie Anbehör dieser Liebe sind; denn vermöge ihres Triebes zur ehelichen Liebe wissen sie, wie sie sich begatten müssen, die Haustiere in ihrer Weise und die Vögel auf andere Art; die Vögel wissen, wie sie ihre Nester machen, wie sie Eier legen und sie bebrüten müssen, wie die Jungen ausschlüpfen, und auch wie sie dieselben ernähren müssen, und dies alles ohne irgend eine Belehrung, allein aus ihrem Trieb zur ehelichen Liebe und aus der Liebe zur Nachkommenschaft, in welchen alle diese Kenntnisse eingepflanzt sind. Ebenso wissen sie, mit welchen Nahrungsmitteln sie sich ernähren, und wie sie dieselben suchen müssen; und was noch mehr ist, die Bienen wissen sie aus den Blumen verschiedener Art hervorzusuchen, und auch Wachs zu sammeln, aus dem sie Zellen machen, in welche sie zuerst ihre Nachkommenschaft legen, und hernach ihre Speise aufbewahren, auch wissen sie sich für den Winter zu versorgen; um noch vieles Andere zu übergehen. Alle diese Kenntnisse sind in den Trieben ihrer Liebe eingeschlossen, und wohnen darin von ihrem ersten Ursprung an; in diese Kenntnisse werden sie geboren, weil sie in der Ordnung ihrer Natur sind, zu welcher sie geschaffen wurden, und fernerhin werden sie durch den allgemeinen Einfluß aus der geistigen Welt geleitet. Wenn der Mensch in der Ordnung wäre, zu welcher er erschaffen wurde, nämlich in der Liebe zum Nächsten und in der Liebe zum HErrn [denn diese Arten der Liebe sind dem Menschen eigen ], so würde er mehr als alle Tiere nicht nur in die Kenntnisse hinein geboren, sondern auch in alles geistig Gute und himmlisch Gute, und somit in alle Weisheit und Einsicht; denn er kann an den HErrn denken, und durch Liebe mit Ihm verbunden und so zum Göttlichen und Ewigen erhoben werden, was die vernunftlosen Tiere nicht können; dann würde also der Mensch nur vom allgemeinen Einfluß vom HErrn durch die geistige Welt regiert werden; weil er aber nicht in die Ordnung, sondern gegen seine Ordnung geboren wird, daher wird er in Unwissenheit über alles geboren, dass er später wiedergeboren werden und dann in so viel Einsicht und Weisheit kommen kann, als er Gutes, und durch das Gute auch Wahres mit freiem Willen aufnimmt.

87. Die Geister, welche viel vernünfteln im andern Leben, werden nur wenig inne, was gut und wahr ist, weshalb sie auch nicht in den innern Engelsgesellschaften zugelassen werden, denn ihnen kann daselbst keine Einsicht mitgeteilt werden. Sie stellten auch unter sich Erörterungen an über den Einfluß aller Gedanken und Neigungen, und sagten, wenn es so sei, könne Keiner für schuldig erklärt werden, und für sein Vergehen Strafe erleiden; aber es wurde ihnen geantwortet, wenn der Mensch glauben würde, wie die Sache sich wirklich verhält, dass nämlich alles Gute und Wahre vom HErrn sei, und alles Böse und Falsche von der Hölle, dann könnte er keines Vergehens für schuldig erklärt und ihm kein Böses zugerechnet werden; weil er aber glaubt, dass er aus sich handelt, eignet er sich das Böse an; denn der Glaube bewirkt dieses; somit hängt das Böse ihm an, und kann nicht von ihm getrennt werden; ja der Mensch ist von der Art, dass er in Unwillen gerät, wenn man ihm sagt, er denke und wolle aus Andern, nicht aus sich.

88. Es ist eine ewige Wahrheit, dass der HErr den Himmel und die Erde regiert; wie auch, dass Keiner aus sich selbst lebt, außer dem HErrn, und dass folglich alles Leben einfließt, das Gute des Lebens vom HErrn, und das Böse des Lebens von der Hölle; dieser Glaube ist (allgemein) in den Himmeln; wenn der Mensch diesen Glauben hat (und er kann ihn haben, wenn er im Guten ist), dann kann ihm das Böse nicht anhaften, noch angeeignet werden, weil er weiß, dass es nicht aus ihm selbst, sondern aus der Hölle stammt; wenn der Mensch in diesem Zustand ist, dann kann ihm Frieden gegeben werden, denn dann vertraut er einzig dem HErrn; der Friede kann keinem Andern gegeben werden, als denen, die in diesem Vertrauen aus Liebtätigkeit sind, denn die Andern stürzen sich beständig in Sorgen und Begierden, aus denen Beunruhigungen entstehen. Die Geister, welche sich selbst regieren wollen, meinen, dass man (durch jenen Glauben) seinen Willen, somit seine Freiheit verliere, und folglich alle Lust, somit das ganze Leben und seine Freude; dies sagen und meinen sie, weil sie nicht wissen, wie die Sache sich verhält; denn der Mensch, der vom HErrn geführt wird, ist in der wahren Freiheit, und dadurch in der eigentlichen Lust und Seligkeit; das Gute und Wahre wird ihm angeeignet, die Neigung und das Verlangen, Gutes zu tun wird ihm gegeben, und dann macht ihn nichts glückseliger, als Nutzen zu leisten; es wird ihm ferner ein Innewerden des Guten gegeben, und auch ein Empfinden desselben, und es wird ihm Einsicht und Weisheit verliehen, und das Alles, als wäre es sein eigen; denn dann nimmt er Leben vom HErrn auf. Es ist in der gelehrten Welt bekannt, dass die Grundursache und die werkzeugliche Ursache zusammen als eine Ursache wirken; weil der Mensch ein Aufnahmegefäß des Lebens vom HErrn ist, darum ist er eine werkzeugliche Ursache, das Leben aus dem HErrn aber ist die Grundursache; dieses Leben wird in dem Werkzeuge als das eigene (Leben) empfunden, obwohl es nicht sein eigenes ist.

89.Unter den berühmteren und vernünftigen Philosophen war Einer, der vor einigen Jahren gestorben war; mit dem sprach ich über die Stufen (Grade) des Lebens im Menschen, indem ich sagte, der Mensch bestehe aus lauter Formen zur Aufnahme des Lebens, und die eine Form sei immer inwendiger als die andere, eine jede aber entstehe und bestehe aus der andern; ferner (sagte ich), dass , wenn auch die untere oder äußere Form aufgelöst sei, dennoch die höhere oder innere Form fortlebe. Ferner wurde gesagt, alle Tätigkeiten des Gemütes seien Veränderungen der Form, und diese Veränderungen seien in den reineren Substanzen in solcher Vollkommenheit, dass sie nicht beschrieben werden könnten; auch die Vorstellungen im Denken seien nichts Anderes, und diese Veränderungen fänden statt gemäß den Zustandswechseln in den Neigungen. Die allervollkommensten Veränderungen treten in den reinern Formen ein, wie man aus den Lungen schließen kann, welche bei den einzelnen Worten der Rede und bei den einzelnen Worten der Rede und bei den einzelnen Tönen des Gesanges, bei allen Bewegungen des Körpers und auch bei allen Zuständen des Denkens und der Neigung sich verschieden gestalten und die Formen verändern; was muß erst in den inwendigeren (Organen) geschehen, welche in einem viel vollkommeneren Zustand sind als ein so großes Eingeweide! Der Philosoph versicherte und beteuerte, dass dergleichen Dinge ihm bekannt gewesen seien, als er in der Welt gelebt habe; und dass die Welt die Philosophie zu solchen Nutzwirkungen anwenden und nicht mit bloßen Phrasen sich abgeben sollte und mit Streitigkeiten darüber, und dadurch sich vergeblich abmühen.

90. Es ist aber oben gezeigt worden, dass beiderlei Leben bei dem Menschen, nämlich das Leben seines Denkens und seines Willens vom Himmel einfließt, und zwar durch die Engel und Geister, welche bei ihm sind; dass es vom Himmel einfließe, ist aber so zu verstehen, dass es durch den Himmel vom HErrn (geschieht), denn alles Leben bei den Engeln ist vom HErrn, was sie selbst einmütig bekennen; sie sind auch in dem Innewerden, dass es so sei; und weil alles Leben bei den Engeln vom HErrn ist, so ist auch alles Leben bei dem Menschen vom HErrn, denn der Mensch wird durch Engel und Geister im Besondern regiert, und durch den Himmel im Allgemeinen vom HErrn.

91. Hieraus erhellt, dass durchaus kein Mensch Leben aus sich hat, also auch nicht aus sich selber denken und wollen kann, denn das Leben des Menschen besteht ja im Denken und Wollen; es gibt nämlich nur ein einziges Leben, nämlich das des HErrn, welches in Alle einfließt, allein es wird verschieden aufgenommen, und zwar je nach der Beschaffenheit, welche der Mensch seiner Seele durch das Leben in der Welt gegeben hat; daher wird bei den Bösen das Gute und Wahre in Böses und Falsches verkehrt, bei den Guten hingegen wird das Gute als Gutes und das Wahre als Wahres aufgenommen. Man kann dies mit dem Lichte vergleichen, welches von der Sonne in die Gegenstände einfließt; es wird aber in denselben auf verschiedene Weise je nach der Form ihrer Bestandteile modifiziert und verändert, und dadurch in düstere oder heitere Farben verwandelt, also gemäß ihrer Beschaffenheit. Ebenso gibt der Mensch, während er in der Welt lebt, den reinsten Substanzen, welche sein Inneres bilden, die Beschaffenheit, nach welcher er das Leben vom HErrn aufnimmt. Man muß jedoch wissen, dass das Leben vom HErrn (wesentlich) ein Leben der Liebe gegen das ganze menschliche Geschlecht ist.

92. Die aus der Welt neu angekommenen Geister glauben, bevor sie von den Engeln belehrt worden sind, nicht anders, als dass alles Leben im Menschen selber liege, und dass nichts einfließe; der Grund ist, weil sie nichts im Besondern vom Himmel wissen, also auch nichts vom Einfließen aus demselben; die nicht guten Geister wollen auch nicht darüber belehrt werden, denn sie wollen aus sich leben; auch sagten sie, ich hätte kein Leben, weil sie mich sagen hörten, ich lebte nicht aus mir selber, und das wisse ich durch fortwährende Erfahrung; darauf wollten sie aber gar nicht achten; ferner durfte ich ihnen sagen, dass ein Jeder Leben habe nach der Form seines Innern, welche er sich durch sein Wollen und Handeln, Denken und Reden verschafft habe. Hierauf redete ich mit guten Geistern über den Einfluß des Lebens vom HErrn, dass es nämlich in Alles einfließe, und dass man dies deutlich ersehen könne aus (der Form) des Himmels, insofern er einen Menschen darstelle, und daher der Größte Mensch genannt werde ( worüber, so wie auch über die Entsprechung aller Dinge bei dem Menschen mit demselben an verschiedenen andern Stellen gehandelt (worden); dies könne durchaus nicht geschehen, wenn nicht Leben vom HErrn in den Himmel einfließe; im Allgemeinen, und in die einzelnen Dinge daselbst im Besonderen; und dies gehe auch deutlich daraus hervor, dass der ganze Himmel sich auf den HErrn beziehe, und dass der HErr darin der Mittelpunkt aller Anschauungen sei, und dass die, welche in dem Himmel sind, aufwärts zu Ihm hinblicken, die aber in der Hölle von Ihm hinweg; der HErr erscheint nämlich denen, die im Himmel sind, als Sonne, und daselbst ist für sie oben. Ich sagte ferner, es sei klar, dass alles Leben vom HErrn stamme, auch schon daraus, dass die Seele des Menschen auf so wunderbare Weise im Mutterleib ihren Körper und dessen mannigfaltige Glieder und Organe in solcher Reihenfolge und das Innere desselben nach dem Bilde des Himmels gestalten könne; dies könnte aber durchaus nicht geschehen, wenn nicht alles Leben vom HErrn stammte, und der Himmel nicht so beschaffen wäre.

93. Es wurde mir auch durch Einfließen gegeben, das wonnige Gefühl zu empfinden, welches die Engel dadurch empfinden, dass sie nicht aus sich denken und wollen, sondern aus dem HErrn; dadurch wird ihnen Ruhe, Friede und Glückseligkeit zu Teil. Und wenn die Engel in mein Innewerden einflossen, alsdann empfand ich deutlich die Gegenwart des HErrn, ein Zeichen, dass sie im Leben des HErrn sind; dies ist mir aus vieler Erfahrung zu erkennen gegeben. Einmal auch, als ich über den Einfluß des Lebens vom HErrn nachdachte, und einigen Zweifel hegte, floß vom Himmel ein, dass man nicht auf die tausenderlei Einwürfe und Vernünfteleien aus den Sinnestäuschungen achten dürfe.

94. Daß alles Leben vom HErrn stamme, durfte ich auch daraus erkennen, dass kein Geist aus sich denkt und redet, sondern aus Andern, und diese Andern wieder von Andern, und so fort; dies wurde öfters denen gezeigt, welche glaubten, das Leben sei in ihnen, und fließe nicht ein; daraus durfte ich den Schluß ziehen, dass, weil Niemand aus sich, sondern aus Andern denke und rede, zuletzt Alle aus Einem, somit aus dem HErrn (denken und reden); und dass, wenn dies nicht so wäre, niemals irgend eine Lebensordnung im Himmel bestehen könnte, während doch in demselben eine solche Ordnung ist, dass er auf`s Genaueste in Gesellschaften je nach der Beschaffenheit des Gutes unterschieden ist; ganz anders würde es sein, wenn Jeder aus seinem eigenen Leben handelte.

95. Ein gewisser Geist, welcher nicht zu den Bösen gehörte, sondern zu denen, welche mehr als Andere Glaubenskenntnisse zu haben vermeinen, und viele Andere belehrt haben, und zwar auch darüber, dass alles Gute und Wahre vom HErrn sei, und dass der Mensch nicht aus sich das Gute denken oder wollen könne; dieser Geist wurde in den Zustand versetzt, dass er nicht aus sich denken und wollen konnte (denn in solche Zustände kann man im anderen Leben versetzt werden). Als er in diesem Zustande war, sagte er, so könne er nicht leben, sondern das Leben sei ihm widerwärtig; es wurde ihm hierauf gesagt, dass er somit auch nicht gewünscht habe, in der Wahrheit zu leben, welche er gelehrt habe, und dass die Engel in diesem Zustande seien, und dann sich glücklich fühlen, wenn sie inne werden, dass sie nicht aus sich leben; allein dies machte keinen Eindruck auf ihn; daraus erhellt, wie schwer sei, ein Leben des Glaubens zu führen, wenn man nicht im Guten der Liebtätigkeit lebt.

96. Wie es sich mit dem Einfluß des zwiefachen Lebens verhalte, nämlich mit dem Leben des Denkens und mit dem Leben des Willens vom HErrn, wurde mir durch Offenbarung zu wissen gegeben, dass nämlich der HErr in zwiefacher Weise einfließe, nämlich mittelbar durch den Himmel und unmittelbar aus Sich, und dass Er aus Sich einfließe sowohl in das Vernünftige des Menschen, welches sein Inneres bildet, als auch in sein Natürliches, welches sein Äußeres ist; was vom HErrn einfließt, ist das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens, denn was vom HErrn ausgeht, ist das Göttlich-Wahre, in welchem das Göttlich-Gute ist; es wird aber vom Menschen in verschiedener Weise aufgenommen, nämlich je nach seiner Beschaffenheit. Der HErr zwingt den Menschen nicht zur Aufnahme dessen, was von Ihm einfließt, sondern leitet ihn in Freiheit, und soweit als der Mensch sich durch Freiheit zum Guten führen lässt; der HErr führt also den Menschen in Gemäßheit seiner Lustreize, und auch gemäß seinen Sinnestäuschungen und den Grundsätzen, die er aus denselben angenommen hat; allmählig aber führt Er ihn davon ab, und das erscheint dem Menschen, als ob er aus sich (tue), somit zerstört der HErr sie nicht (gewaltsam), denn dann würde er seine Freiheit verletzen, welche doch notwendig da sein muß, damit der Mensch umgebildet werden könne. (Siehe „Himmlische Geheimnisse“ Ziffer 1937, 1947, 2875, 2876, 2881, 3145, 3146, 3158, 4021). Daß der HErr auf solche Weise bei dem Menschen einfließt, nämlich nicht nur mittelbar durch den Himmel, sondern auch unmittelbar aus Sich, sowohl in das Innere als in das Äußere bei dem Menschen, ist ein bis jetzt unbekanntes Geheimnis.

97. Der HErr regiert das Letzte des Menschen ebenso gut wie sein Erstes; dies kann daraus erhellen, dass eine Ordnung vom HErrn besteht, welche in steter Reihenfolge vom Ersten bis zum Letzten fortschreitet; und in dieser Ordnung selbst ist nichts als das Göttliche, und aus diesem Grunde muß notwendig die Gegenwart des HErrn im Letzten wie in dem Ersten sein, denn das Eine folgt aus dem Andern, nach dem Lauf der Ordnung.

98. Durch stundenlange Erfahrung wurde mir gezeigt, wie alle Gedanken vom HErrn regiert werden; der Einfluß war wie eine sehr gelinde und fast unmerkliche Strömung, deren Triebkraft nicht sichtbar ist, aber dennoch führt und zieht; das, was vom HErrn einfloß, leitete die ganze Reihe meiner Gedanken in (voller) Folgerichtigkeit, zwar gelind, aber dennoch kräftig, und zwar so, dass ich nicht zu andern Gedanken abschweifen konnte, was ich auch versuchen durfte, aber es war vergeblich.

99.Ich hörte, wie zu einigen bösen Geistern, welche in der geistigen Welt waren, und beständig (feindlich) gegen den HErrn dachten ( in welcher Art die Geister aus der Hölle sich benehmen, wenn sie in der geistigen Welt sind, sehe man Nr. 5852, gesagt wurde, sie möchten doch Einen herbeibringen, der über irgend einen Engel des Himmels die Wahrheit sagte, oder sie möchten Einen im Himmel zeigen, der den HErrn nicht anerkenne, und zugleich, dass Er das Leben Aller sei, und sie all das Ihrige von Ihm haben; sie schwiegen aber, weil sie das nicht konnten. Einige aus den bösen Geistern, welche glaubten, dass es auch Himmel gebe, wo der HErr nicht anerkannt werde, schweiften herum und suchten darnach, aber nach vergeblichen Versuchen kamen sie wieder zurück. Ferner wurde ihnen gesagt, dass Alle in der Hölle (feindlich) gegen den HErrn denken, und Ihm nichts zuschreiben, was über das Menschliche (hinausgeht); und dass dennoch die meisten sagen, sie erkennen ein höheres Wesen an, worunter sie den Vater verstehen, und dessen ungeachtet in Haß und Rachsucht leben, und sich beständig über die Andern erheben, und als Götter geehrt werden wollen, und sich so eine Hölle bereiten. Ganz anders verhält es sich bei denen, welche den HErrn anerkennen und von Herzen an Ihn glauben. Daraus erhellt auch, dass der HErr in Alle einfließt, sowohl auf allgemeine Weise durch den Himmel, als auch in besonderer und zugleich allumfassender Weise aus Sich; und dass Er da ist, wo das Gute der Liebtätigkeit waltet; wo aber das Gegenteil stattfindet, da ist Er zwar auch, aber nur so, dass Er ihnen Leben gibt, und sie so weit als möglich vom Bösen hinwegleitet.

100. So oft ich das Gebet des HErrn las, fühlte ich deutlich eine Erhebung gegen den HErrn hin, gleichsam eine Anziehung, und dann waren meine Vorstellungen (wie) geöffnet, und es fand mit irgend einigen Gesellschaften im Himmel eine Mitteilung statt; ich nahm auch wahr, dass ein Einfluß vom HErrn in das Einzelne der Rede stattfand, somit in die einzelnen Vorstellungen meines Denkens, welche vom Sinn der in der Rede vorkommenden Gegenstände herrührte; der Einfluß geschah mit unaussprechlicher Mannigfaltigkeit; nämlich nicht ein Mal ebenso wie das andere Mal; daraus erkannte ich auch deutlich, wie Unendliches in dem Einzelnen lag, und dass der HErr in jedem Einzelnen gegenwärtig war.

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