Der
Einfluss der Engel und Geister auf den Menschen
101-148

Emanuel Swedenborg 1688-1772
101. Während vieler Jahre habe ich die Sphäre des allgemeinen Einflusses rings um mich her beobachtet: sie bestand einerseits von der Hölle her aus dem beständigen Antrieb, Böses zu tun, andererseits aus dem beständigen Antrieb, Gutes zu tun vom Herrn her; durch diese sich widerstrebenden Antriebe wurde ich fortwährend im Gleichgewicht erhalten. Solche Antriebe und das daher entstehende Gleichgewicht sind bei einem Jeden, und dadurch haben sie die Freiheit, sich hinzuwenden, wohin es ihnen beliebt; aber das Gleichgewicht verändert sich, je nachdem das Böse oder da Gute bei dem Menschen vorherrscht. Hieraus konnte ich erkennen, dass der Herr auf allumfassende Weise einfließt, und zugleich auch in besonderer Weise; auch wurde ich belehrt, dass der widerstrebende Antrieb von der Hölle her nichts anderes sei, als die Verkehrung des vom Herrn ausgehenden Guten ins Böse.
102. Wenn ein Engel Jemandem etwas Gutes erzeigt, so teilt er ihm auch sein eigenes Gutes, sein Glück und seine Seligkeit mit, und zwar mit dem Verlangen, dem Anderen alles zu geben und nichts zurückzubehalten; wenn er in solcher Mitteilung ist, dann fließt das Gute mit seiner Wonne und Seligkeit ihm weit mehr zu, als er gibt, und zwar in fortwährender Zunahme. Aber sobald ihm der Gedanke kommt, er wolle das Seinige zu dem Zwecke mitteilen, damit er diesen Einfluß der Wonne und Seligkeit in sich erlange, so verliert sich der Einfluß, und mehr noch, wenn irgend ein Gedanke an Belohnung von dem, dem er sein Gutes mitteilt, in ihm auftaucht; dies wurde mir aus vielfacher Erfahrung zu wissen gegeben. Hieraus kann man auch erkennen, dass der Herr im Einzelnen waltet, denn der Herr ist von der Art, dass Er Sich Allen mitteilen will, daher vermehrt sich die Wonne und Seligkeit bei denen, welche Abbilder und Ähnlichkeiten von Ihm sind.
103. Die nicht sehr redlichen Geister, welche eine zeitlang bei mir waren, erregten fortwährend aus der Sinnestäuschung Zweifel gegen die Ansicht, dass alles aus einer Quelle, und somit vom Herrn einfließen kann; es wurde ihnen jedoch gesagt, dass man nicht so viele Zweifel in kurzer Zeit entfernen könne wegen der Sinnestäuschungen, welche man zuerst beseitigen müsse, und wegen der unzähligen, noch unbekannten Dinge, welche man zuerst wissen müsse; ja, dass bei denen, welche in der Verneinung sind, d.h. bei denen (der Geist) der Verneinung vorherrschend ist, die Zweifel gar nicht entfernt werden können, denn bei ihnen gilt ein kleines Bedenken mehr, als tausend Bestätigungen; denn ein leiser Skrupel ist bei ihnen, wie ein Sandkorn, welches nahe vor der Pupille ihres Auges liegt, und obwohl es nur ein einziges kleines ist, dennoch ihre ganze Sehkraft hemmt. Diejenigen aber, welche in der Bejahung sind, d.h. bei denen die Bejahung vorherrscht, verwerfen diese aus der Sinnestäuschung hervorgehenden Zweifel gegen die Wahrheiten, und wenn sie irgend etwas nicht begreifen können, stellen sie es auf die Seite und sagen, dass sie es noch nicht verstehen, bleiben aber dennoch im Glauben an die Wahrheit. Jene Geister aber achteten wenig darauf, weil sie in der Verneinung waren.
104. Weil hier vom Einfluß des Herrn (die Rede ist), welcher mittelbar durch den Himmel und unmittelbar aus Ihm Selbst wirkt, und derselbe passender Vorsehung genannt wird (denn der Herr fließt nicht nur in das Wollen und Denken des Menschen ein, sondern auch zugleich in Vieles, was ihm begegnet), deshalb möge in dem nun Folgenden der Ausdruck „Vorsehung“ dafür eintreten.
105. Die Geister, welche in das andere Leben kommen, bringen die Meinung mit, dass die göttliche Vorsehung im Allgemeinen sei, aber nicht im Besonderen und Einzelnen; die Veranlassung zu dieser Meinung war, weil sie sehen, dass die Bösen zu Ehrenstellen erhoben und reich werden und ihre Unternehmungen gelingen, was sie ihrer eigenen Klugheit zuschreiben; sie wussten aber nicht, dass die göttliche Vorsehung das ewige Heil des Menschen zum Zwecke hat, also nicht sein Glück in dieser Welt, nämlich Wohlstand und hohe Stellung, in welche Dinge die meisten, während sie im Körper leben, das wahre Glück setzen, während es doch nicht so ist; denn eine hohe Stellung erzeugt meistens Selbstliebe, und Reichtum Liebe zur Welt, somit das, was der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten entgegengesetzt ist; deswegen werden solche Güter den Bösen verliehen, aber auch den Guten, wenn sie ihnen nicht Nachteil bringen und vom Himmel ableiten; und außerdem vollführt der Herr seine Zwecke ebenso wohl durch die Bösen als durch die Guten, denn der Herr treibt die Bösen durch ihre eigenen Triebe an, dem Nächsten, dem Vaterland und der Kirche Gutes zu tun; denn die Bösen wollen emporsteigen, sich Gewinn verschaffen, und deshalb als Redliche und Fromme gelten, und durch diese Begierde werden sie wie durch ein (inneres) Feuer stärker angereizt, Gutes zu tun, als die Redlichen. Den Bösen wird auch zugelassen zu glauben, dass Alles Folge ihrer eigenen Klugheit sei, und dass es keine göttliche Vorsehung gebe, oder nur im Allgemeinen walte, weil sie es nicht anders auffassen wollen; und damit sie solches ausführen, was dem Staate heilsam ist, wird ihnen auch nach ihren Gedanken guter Erfolg gegeben; weil sie denselben sich selbst zuschreiben, werden sie dadurch noch eifriger.
106. Ich habe mit den Geistern über die allumfassende Regierung des Herrn geredet, dass nämlich das Allgemeine gar nicht möglich ohne das Einzelne, und dass sonst das Allgemeine gar nichts wäre; denn es heißt allgemein, weil das Einzelne in seiner Gesamtheit so genannt wird, sowie auch die besonderen Dinge zusammengenommen das Allgemeine heißen; deshalb ist es richtig, von einer Vorsehung im Allgemeinen zu reden, welche nicht auch im Besonderen sei. Wenn Jemand unter Vorsehung im Allgemeinen die Erhaltung des Ganzen versteht, nämlich in der Ordnung, welche der ganzen Natur im Anfang der Schöpfung eingeprägt wurde, so bedenkt er nicht, dass nichts bestehen kann, wenn es nicht fortwährend entsteht, denn (was auch in der Gelehrtenwelt bekannt ist), das Bestehen ist ein fortwährendes Entstehen, somit ist die Erhaltung eine fortwährende Schöpfung, folglich muß die Vorsehung fortwährend im Einzelnen sein. Einige begründen sich zwar in der Meinung, dass es ein Allgemeines gebe ohne ein Besonderes, durch den Gedanken an den König, welcher im Allgemeinen regiert, aber nicht im Besonderen, sie bedenken aber nicht, dass das Königliche (d.h. die Macht zu regieren) nicht nur beim König ist, sondern auch bei seinen Dienern, welche an seiner Statt die Verwaltung über das führen, was er selbst weder verwalten will noch kann; somit ist das Allgemeine, was Sache des Königs ist, auch in dem Einzelnen. Dessen bedarf es aber nicht bei dem Herrn, denn alles, was in Ihm ist, ist Unendliches, weil Göttliches; die Engel sind nur deshalb Seine Diener, damit sie in einem tätigen Leben stehen, und darinnen ihre Glückseligkeit finden; dennoch aber sind die Dienste, welche sie leisten, nicht aus ihnen, sondern aus dem Einfluß des Herrn, was auch die Engel einmütig bekennen.
107. Aus dem eben Gesagten kann man auch erkennen, dass das Allgemeine sich ganz so verhält wie das Einzelne; je weniger Einzelnes da ist, desto niedriger steht das Allgemeine; wenn es aber mehr Einzelnes in sich schließt, wird das Allgemeine erhabener, denn das Besondere macht, dass es allgemein ist, und auch so genannt wird. Hieraus kann man erkennen, wie beschaffen das allgemeine Göttliche ist, denn es ist das über alles Erhabenste, weil es das Göttliche und Unendliche ist.
108. Es war ein Gewisser zugegen, der sich in der Meinung bestärkt hatte, dass nichts von der göttlichen Vorsehung ausgehe, sondern alles im Ganzen und Einzelnen von der Klugheit (abhänge), wie auch vom Glück und vom Zufall; Glück sagte er, wusste aber nicht, was es sei; derselbe gehörte zu bösen und schlauen Geistern, weil er sich mehr mit Denken als mit Reden und Unterhaltung beschäftigt hatte. Als er ins andere Leben kam, setzte er sein früheres Leben fort, wie alle zu tun pflegen; er untersuchte alles, und nahm daraus, was ihm seiner Meinung nach dienlich war, und wodurch er glaubte , aus sich glücklich zu werden, auch magische Künste (erwarb er sich). Ich redete mit ihm, und er sagte, er sei in seinem Himmel, wenn er es so mache, und es gebe keinen anderen Himmel, als den, welchen er sich selbst mache; aber ich durfte ihm antworten, dass sein Himmel sich in eine Hölle verwandeln werde, sobald der eigentliche Himmel in demselben einfließe. Er befand sich damals in der geistigen Welt, und hier sind die Geister in denselben Lustreizen ihrer Liebe, wie früher, als sie in der Welt waren (Nr. 7); jetzt aber geschah es, dass der Himmel in seinen Lustreiz einfloß, und nun fühlte er plötzlich die Hölle und sagte mit Entsetzen, so etwas hätte er niemals geglaubt. Es wurde mir von guten Geistern gesagt, dass er schlimmer als die übrigen sei, weil von ihm ein feinerer Einfluß ausgehe, als von den andern. Nachher wurde derselbe in den Zustand seiner Kindheit versetzt, und vom Herrn den Engeln gezeigt, wie er damals gewesen, und auch wie sein zukünftiges Leben beschaffen war, welches vorhergesehen worden war, und dass das Einzelne seines Lebens vom Herrn geleitet wurde, indem er sich sonst in die schrecklichste Hölle gestürzt haben würde, wenn die beständige Vorsehung des Herrn nur im Geringsten aufgehört hätte; dies kann den Engeln deutlich zur Anschauung gebracht werden. Als man ihn fragte, ob er jemals an das ewige Leben gedacht habe, sagte er: er habe nicht daran geglaubt, und alles dergleichen verworfen, aus der Ursache, weil er so viele Verwirrung gesehen, und dass der Gerechte leide, und der Gottlose sich rühme und dergleichen mehr; ferner, weil er gesehen habe, dass die unvernünftigen Tiere gleiche Sinne hätten (wie der Mensch), und das gleiche Leben, wie auch Wahrnehmungsvermögen und Klugheit, darum hätte er geglaubt, dass er sterben werde wie sie; und dass er in das größte Erstaunen geraten sei, als er bemerkt habe, dass er nach dem Tode fortlebe.
109. Ich sprach mit guten Geistern über die göttliche Vorsehung und über die eigene Klugheit des Menschen, und sie erläuterten diese Sache vermittelst einer bei ihnen gewöhnlichen Vorbildung, mittelst eines dünnen, sich zerteilenden Dunstes in der Atmosphäre, indem sie sagten, die eigene Klugheit verhalte sich zur göttlichen Vorsehung wie zur ganzen Atmosphäre dieser Dunst, welcher im Vergleich damit nichts war und sich auch zerteilte; sie fügten hinzu, dass die, welche in dunklen Wäldern umherirren, und keinen Ausgang kennen, und wenn sie ihn finden, es entweder ihrer Klugheit oder dem Glück zuschreiben. Ferner sagten sie, alle zufälligen Ereignisse seien von der Vorsehung abhängig, und dass die Vorsehung leise und im Verborgenen wirke aus vielfachen Gründen; wenn sie offen und sichtbar wirkte, so würde der Mensch niemals gebessert werden können.
110. Ich hörte auch Engel unter sich über die Vorsehung des Herrn reden; ich verstand zwar, was sie redeten, es kann jedoch nur Weniges davon beschrieben werden, weil ihre Rede beständig mit himmlischen Vorstellungen verknüpft ist, welche nur einem kleinen Teile nach ausgedrückt werden können. Sie redeten mit Weisheit, indem sie sagten, die göttliche Vorsehung sei im Allereinzelnsten, doch nicht nach einer solchen Ordnung, wie der Mensch es sich vorstellt, weil das Zukünftige nicht nur vorausgesehen, sondern auch vorgesehen (d.h. vorbereitet) wird; es verhalte sich damit, wie wenn jemand, der einen Palast erbaut, zuerst Baumaterial aller Art sammelt und auf einen Haufen wirft, wo es ohne alle Ordnung liegt, während nur der Baumeister in seinem Verstande erkennt, was für ein Palast daraus hervorgehen werde.
111. Als ich mit den Engeln über die göttliche Vorsehung des Herrn redete, waren auch Geister hinzugetreten, welche sich etwas vom Fatum oder von der unbedingten (absoluten) Notwendigkeit eingeprägt hatten; sie meinten, der Herr wirke aus ihr heraus, weil Er nicht anders könne, also nach dem, was der vollkommensten Ordnung gemäß sei; es wurde ihnen aber gezeigt, dass der Mensch freien Willen habe, und deshalb könne er nicht aus Notwendigkeit handeln; dies wurde erläutert durch das Beispiel von Häusern, die gebaut werden sollten; man schaffe Ziegelsteine, Ton, Sand, Steine herbei, welche zu den Postamenten und zu den Säulen dienen, ferner Bretter und Balken und dergl. mehr, aber nicht in der Ordnung, in welcher das Haus erbaut werden müsse, sondern nach freiem Belieben, und nur der Herr (des Baues) allein wisse, was für ein Haus daraus erbaut werden könne; so sei alles, was vom Herrn komme, im höchsten Grad wesentlich, es folge aber nicht aus Notwendigkeit in seiner Ordnung, sondern so, wie es der Freiheit des Menschen angemessen sei.
112. Es war auch die Rede von der Prädestination (oder Vorherbestimmung), und viele von den Geistern waren, vermöge ihrer Grundsätze in der Welt, der Meinung, dass einige für den Himmel vorherbestimmt seien und andere für die Hölle; aber ich hörte aus dem Himmel die Antwort, dass durchaus niemand zur Hölle, sondern alle zum ewigen Leben bestimmt seien.
113. Mit der Vorsehung des Herrn verhält es sich so, dass sie mit dem Voraussehen verbunden, und die eine ohne das andere nicht möglich ist; das Böse wird nämlich vorausgesehen, aber das Gute wird vorgesehen; und das Böse, welches vorausgesehen wird, wird durch die vorsorgliche Anordnung (und Fügung) des Herrn beständig zum Guten hingewendet, denn die göttliche Endabsicht herrscht allumfassend zum Guten; daher wird auch nichts zugelassen außer zu dem Zweck, dass etwas Gutes daraus hervorgehe, weil aber der Mensch freien Willen hat, damit er gebessert (oder umgebildet) werden könne, so wird er (immer) vom Bösen zum Guten hingeleitet, soweit er sich in der Freiheit lenken lässt und fortwährend von der schrecklichsten Hölle, in welche er sich mit aller Macht zu stürzen strebt, zu einer milderen (hingelenkt), wenn er nicht zum Himmel geleitet werden kann.
114. Wäre die Vorsehung des Herrn nicht im Allereinstelnsten, so könnte der Mensch durchaus nicht selig werden, ja nicht einmal leben; denn das Leben ist vom Herrn, und alle Momente des Lebens haben eine Reihe von Folgen für die Ewigkeit. Einstmals wurde mir auch die Sphäre der Zwecke, welche von der Vorsehung des Herrn ausgeht, deutlich zu erkennen gegeben.
115. Die Vorsehung des Herrn ist unendlich und hat immer das Ewige als Zweck im Auge; dies kann man aus der Bildung des Embryo im Mutterleib ersehen, wo fortwährend die Anfänge (oder Grundzüge) für das Zukünftige gebildet werden, so dass eins immer die Grundlage für das andere bildet, und zwar ohne alle Abirrung, bis der Embryo vollendet ist, wird allmählich das eine zum anderen und für das andere bereitet, damit ein vollkommener Mensch entstehe, und schließlich von solcher Beschaffenheit, dass er den Himmel (in sich) aufnehmen kann; wenn schon so für das Einzelne vorgesorgt wird, wenn der Mensch empfangen und geboren wird und heranreift, was wird erst in Beziehung auf sein geistiges Leben geschehen?
116. Im Traum erschien mir (einst) mein Vater; ich redete mit ihm und sagte, der Sohn dürfe seinen Vater nicht so wie früher als Vater anerkennen, nachdem er sein eigener Herr geworden sei; als solcher müsse er anerkannt werden während der Erziehung, weil er dann die Stelle des Herrn vertrete, und der Sohn nur durch die Anleitung des Vaters wisse, was er zu tun habe; wenn er aber sein eigener Herr sei und selbständig denken könne, und seiner Meinung nach sich selbst zu leiten wisse, dass dann der Herr der Vater sei, dessen Stelle früher der natürliche Vater vertreten habe. Dieses redete ich im Traume, als ich aber erwachte, schien mir ein langes an Stäben befestigtes Paket (volumen) aus dem Himmel herabzukommen, welches durch sehr schöne Bänder von hellblauer Farbe zusammengebunden war; ihre Schönheit war unbeschreiblich; es wurde gesagt, dass die Engel sich untereinander solche Geschenke geben.
117. Oft sprach ich mit den Geistern über das Glück, welches in der Welt als Zufall erscheint, weil man nicht weiß, woher es kommt; und weil man es nicht weiß, so leugnen Einige, dass es einen solchen gebe. Da mir nun etwas begegnete, was als Zufall erschien, wurde von den Engeln gesagt, solches geschehe, weil derartige Geister zugegen seien, und wenn ein böser Zufall eintrete, (so komme es daher), dass die Sphäre solcher Geister vorwalte. Die bösen Geister haben auch durch ihre Künste erfunden, eine Sphäre hervorzubringen, aus welcher Unglücksfälle entstanden, welche als ganz zufällig erschienen. Ferner wurde gesagt, dass alles, ja auch das Allergeringste, sogar bis auf die Schritte, von der Vorsehung des Herrn geleitet werde, wenn aber solches obwaltet, was dem entgegensteht, so treten Unglücksfälle ein; es wurde auch von ihnen bestätigt, dass es keinen Zufall gebe, und dass das anscheinend Zufällige oder das Glück die Vorsehung im Letzten der Ordnung sei, in welchem sich alles bzw. unbeständig (und schwankend) verhalte.
118. Während mehrerer Jahre habe ich sorgfältig beobachtet, ob das Glück etwas (Wirkliches) sei, und die Erfahrung gemacht, dass es etwas sei, und dass die Klugheit nichts dabei tue; das wissen und bekennen auch alle, welche länger darüber nachgedacht haben, aber sie wissen nicht, woher es kommt; dass es aus der geistigen Welt ist, weiß kaum jemand, während es doch wirklich daher stammt. Einst, als ich mich bei der Unterhaltung des bakannten Würfelspiels bediente, redeten die Geister, welche bei mir waren, mit mir über das Glück im Spiele und sagten, das Glückliche werde ihnen durch eine helle Wolke vorgebildet, und das Unglückliche durch eine düstere Wolke; und da bei mir eine düstere Wolke erschien, (so sagten sie), ich könne nicht gewinnen; aus diesem Anzeichen sagten sie mir auch die Glückswechsel in diesem Spiele voraus; dadurch wurde mir zu wissen gegeben, dass das, was man dem Glücke zuschreibt, auch bei den Spielen, aus der geistigen Welt herrührt; und mehr noch das, was den Menschen in Bezug auf Wechselfälle im Verlauf des Lebens begegnet; und dass das, was man Glück nennt, aus dem Einfluß der Vorsehung im Letzten der Ordnung stamme, wo es somit hervortritt; dass also die Vorsehung im Allereinzelnsten ist, gemäß den Worten des Herrn, dass nicht einmal ein Haar vom Haupte falle ohne den Willen Gottes.
119. Aus dem, was bisher beigebracht wurde, kann man erkennen, dass es einen unmittelbaren Einfluß vom Herrn gibt, und auch einen mittelbaren durch den Himmel; aber der Einfluß, welcher vom Herrn ausgeht, ist das Gute der himmlischen Liebe, somit der Liebe gegen den Nächsten; in dieser Liebe ist der Herr gegenwärtig, denn Er liebt das gesamte menschliche Geschlecht, und will alle selig machen auf ewig; und weil das Gute dieser Liebe von Ihm stammt, so ist Er Selber darinnen, also auch gegenwärtig bei dem Menschen, der im Guten dieser Liebe steht. Wenn sich aber der Mensch in einen solchen Zustand bringt, dass er den Einfluß von der Hölle aufnimmt, dann empfindet er das Leben der Selbstliebe und Weltliebe als Lust, und das Leben der Liebe zum Nächsten, wenn es nicht zu seinem eigenen Vorteil dient, als Unlust. Und weil der Mensch in diesem Zustand nichts als Böses begehrt und nichts als Falsches denkt über das geistige Leben, deshalb wird er, damit er nicht auch ebenso handeln möge, wie er wünscht, und so reden, wie er denkt, gerade durch jene Liebe in gewissen Banden gehalten, deren Verlust er fürchtet, somit durch Furcht vor Verlust der Ehre, des Gewinnes, des guten Rufes, des Lebens, in diese Bande, welche die letzte Grundlage bilden, fließt dann der Herr ein, und durch sie regiert er ihn; daher erscheint er in der Wirklichkeit gesittet und anständig und bisweilen wie ein Engel; auch fügt er der Gesellschaft und dem Nächsten keinen Schaden zu; denn wenn er es täte, so würden ihn die bürgerlichen Gesetze bestrafen. Diese Grundlage hat jedoch keine Bedeutung im anderen Leben, denn dann ist der Mensch in der geistigen Welt und somit in der Sphäre seines Innneren, dort nämlich ist er so, wie er inwendig beschaffen war, nicht so, wie er im Äußern erschien; denn das Äußere wird ihm weggenommen, und nach Wegnahme desselben zeigt sich deutlich, was für ein Teufel oder was für ein Engel er in der Welt gewesen war.
120. Es ist bekannt, dass ein Mensch mehr als der andere befähigt ist, zu verstehen und inne zu werden, was ehrenhaft ist im moralischen Leben, was gerecht im bürgerlichen Leben, und was gut im geistigen Leben; der Grund davon liegt in der Erhebung des Denkens zu dem, was dem Himmel angehört; von solchem wird aber das Denken durch die äußern Sinneswahrnehmungen abgelenkt; denn diejenigen, welche bloß aus dem Sinnlichen denken, können keineswegs sehen, was ehrenhaft, gerecht und gut ist; deshalb verlassen sie sich auf andere, und reden viel aus ihrem Gedächtnis, und glauben daher, weiser zu sein als andere; diejenigen hingegen, welche über das Sinnliche hinaus denken können, sind, wenn ihr Gedächtniswissen geordnet ist, mehr als andere befähigt, zu verstehen und wahrzunehmen, und zwar gemäß der Stufe ihrer inneren Anschauung.
121. Wie es sich mit denen verhält, welche im Sinnlichen denken, und mit denen, welche über das Sinnliche (sich ergeben), und wie der Einfluß in jene und diese beschaffen sei, kann ich aus Erfahrung berichten. Zuvor aber muß man wissen, daß das Denken des Menschen unterschieden ist in Vorstellungen, und daß eine Vorstellung der anderen folgt, wie ein Wort dem andern in der Rede; aber die Vorstellungen des Denkens folgen mit solcher Schnelligkeit aufeinander, daß dem Menschen, während er im Körper ist, das Denken als ein stetig fortdauerndes und daher ohne Unterschied erscheint, im anderen Leben aber zeigt es sich deutlich, daß das Denken sich in Vorstellungen unterscheidet; denn dann bildet sich die Rede vermittelst der Vorstellungen (Himml.Geh. Nr. 2470, 2478, 2479), Wie es sich mit dem Denken und dessen Vorstellungen verhält, soll nun gesagt werden, daß nämlich das Denken sich ringsumher in die Geister- und Engelgesellschaften verbreite, und daß die Fähigkeit des Verstehens und Wahrnehmens sich nach der Ausdehnung daselbst richtet, d.h. nach dem Einfließen von dort her; und daß ferner in einer einzigen Vorstellung des Denkens Unzähliges enthalten ist, und mehr noch in einem Gedanken, welcher aus Vorstellungen zusammengesetzt ist.
122. Es wurde mir deutlich gezeigt, daß das Denken des Menschen und auch der Geister, wie auch der Engel, sich in mehrere Gesellschaften in der geistigen Welt verbreitet, aber das Denken des einen in anderer Weise als das des anderen; damit ich dieses gewiß erkennen möchte, wurde mir gegeben, mit einigen Gesellschaften zu reden, zu denen mein Denken hindurchgedrungen war, und daraus wurde mir zu wissen gegeben, was in mein Denken einfloß, aus welcher Gesellschaft es stammte, dann auch, wo diese sei, und wie beschaffen, sodaß ich mich nicht täuschen konnte. Je nach der Ausdehnung der Gedanken und Neigungen in die Gesellschaften bildet sich die Fähigkeit zu verstehen und inne zu werden bei den Menschen, dem Geiste und dem Engel. Wer im Guten der Liebtätgkeit und des Glaubens ist, der hat eine Ausbreitung in Gesellschaften des Himmels, und die Größe derselben richtet sich nach dem Grade, in welchem er in jenen und im echten Guten ist; denn diese stimmen mit dem Himmel überein, weshalb sie von selbst und weithin dort einfließen; es sind jedoch andere Gesellschaften, in welche die Neigung des Wahren, und andere, in welche die Neigung des Guten eindringt; die Neigung des Wahren dringt zu den Gesellschaften der geistigen Engel, hingegen die Neigung des Guten zu den Gesellschaften der himmlischen Engel. Umgekehrt aber hat das Denken und das Gefühl derer, die im Bösen und Falschen sind, seine Ausdehnung in höllische Gesellschaften, und zwar auch nach dem Grade des Bösen und Falschen bei ihnen. Es wird gesagt, das Denken und das Gefühl (oder die Neigungen) des Menschen, Geistes und Engels verbreite sich in Gesellschaften, und daß daraus Verständnis und Innewerden hervorgehe; man muß aber wissen, daß hierbei nach dem Anscheine gesprochen ist, denn es gibt kein Einfließen der Gedanken und Neigungen in die Gesellschaften, sondern es geht von den Gesellschaften aus, und zwar durch die Engel und Geister bei den Menschen; denn, wie am Ende der vorhergehenden Kapitel gezeigt worden, geht alles Einfließen, vom Inwendigeren aus, also bei den Guten vom Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, bei den Bösen aber stammt der Einfluß von der Hölle.
123. Eines morgens wurde mir deutlich gezeigt, daß in jeder Vorstellung und jeder Neigung Unzähliges enthalten sei, ferner daß dieselben in die Gesellschaften eindringen. Ich wurde eine Zeit lang in einer gewissen Neigung und dem daraus hervorgehenden Denken gehalten, und dann wurde mir gezeigt, wieviele Gesellschaften dabei zusammenwirkten; es waren fünf Gesellschaften, welche sich durch lebhafte Rede deutlich kund gaben; sie sagten, was sie dachten, und auch, daß sie wahrnahmen, wie ihre Gedanken bei mir wären; außerdem wüßten sie, worauf ich nicht gemerkt hatte, die Ursachen der Dinge, welche gedacht wurden, und auch die Zwecke derselben; die übrigen Gesellschaften, deren viele waren, und zu welchen sich das Denken ausbreitete, wurden nicht so offenbar, sie waren auch weiter entfernt. Mit der Ausdehnung des Denkens von den Gegenständen aus oder von den Dingen, über welche gedacht wird, verhält es sich so wie mit den Gegenständen des Gesichtes; von diesen verbreitet sich eine Strahlensphäre in großer Entfernung, welche in das Gesicht des Menschen einfällt, und zwar in gößere und kleinere Entfernung, je nach dem Rötlichen und Flammigen im Gegenstande; denn wenn er flammig ist, erscheint er in viel größerer Entfernung, als wenn er düster und trübe ist; ebenso ist es bei dem inneren Sehen, welches dem Denken angehört, in betreff seiner Gegenstände; die Gegenstände dieses Gesichtes sind nicht materiell wie in der Welt, sondern geistig, und daher verbreiten sie sich gegen solche Dinge hin, welche in der geistigen Welt sind, also zu dem Wahren und Guten daselbst, und somit zu den Gesellschaften, welche in diesen sind; und wie das Flammige in der Welt sich am weitesten ringsum verbreitet, so das Gute und dessen Neigung in der geistigen Welt, denn die Neigung des Guten entspricht der Flamme. Hieraus kann man ersehen, daß die Beschaffenheit des Lebens eines Menschen völlig im Verhältnis steht zu den Gesellschaften, in welche sein Denken und seine Neigung sich ausbreitet, wie auch zu der Beschaffenheit und dem Maße der Ausbreitung.
124. Daß die Sphären der Gedanken und der Neigungen sich ringsumher in die Sphären der Gesellschaften ausbreiten, welche entfernt von ihnen sind, konnte ich auch aus folgendem Umstand erkennen: Wenn ich aus Neigung über solche Dinge nachdachte, welche eine Gesellschaft aus der Ferne anregte, so redeten sie mit mir über dieselbe Sache, indem sie sagten, was sie davon meinten; dies geschah einige Male; eine Gesellschaft war zur Rechten, in ziemlich großer Entfernung, auf der Fläche eines Teiles der unteren Brusthöhle; und eine andere war auch zur Rechten, aber näher, und hatte ihren Sitz an den Knien. Daß man eine Entfernung bemerkt, kommt von dem Zustand der Neigung des Wahren und Guten; inwieweit der Zustand der einen Gesellschaft von dem Zustand der anderen verschieden ist, soweit erscheinen die Gesellschaften voneinander entfernt..
125. Man muß aber wissen, daß die Gedanken und Neigungen, welche in die Gesellschaft eindringen, nicht daselbst auf besondere Weise die Vereine bewegen, zu denken und zu wollen, wie der Mensch, der Geist oder der Engel, von dem die Gedanken und Neigungen ausgehen, sondern sie gehen in die allgemeine Sphäre ihrer Neigung und des daraus hervorgehenden Denkens ein; daher wissen jene Gesellschaften nicht davon; denn die geistige Sphäre, in der alle Gesellschaften sind, ist verschieden bei einer jeden; wenn in diese Sphäre die Gedanken und Neigungen eindringen, so werden die Gesellschaften nicht (besonders) angeregt; alle Gedanken und Neigungen dringen in die Sphären der Gesellschaften (Vereine) ein, mit denen sie übereinstimmen; daher kommt es, daß die Ausdehnungen nach allen Richtungen hin möglich sind in voller Freiheit, wie die Ausdehnung der Strahlen von den Gegenständen in der Welt, welche ungehindert von allen Seiten zur Sehe eines jeden dringen, der in ihrem Bereich steht, aber mit Verschiedenheit, je nach der Klarheit oder Stumpfheit des Gesichtes, und auch je nach der hinteren oder dunklen Atmosphäre; der heiteren Atmosphäre entspricht in der geistigen Welt die Neigung, das Wahre und Gute zu erkennen.
126. Es erschien mir einige Male ein Engel, und auch sein Angesicht ganz deutlich; es veränderte sich beständig nach den Neigungen, wie dieselben abwechselnd bei ihm der Ordnung nach folgten, also von einer Grenze zur anderen; dennoch blieb die allgemein herrschende Meinung , aus der man erkennen konnte, daß es derselbe Engel war; ich wurde auch belehrt, daß die Bewegungen seines Gesichtes aus den Gesellschaften kamen, mit denen er in Verbindung stand, und daß sie hervortraten je nach den Veränderungen des näheren Verkehrs mit der einen als mit der anderen; und so geschah es in bestimmter Reihenfolge; denn die Ausbreitung der Neigungen und Gedanken hat ihre Grenzen und entschwindet in den entferntesten Gesellschaften, wie ein Blick ins Allgemeine; innerhalb der Begrenzungen dieser allgemeinen Sphäre können die Gedanken und Neigungen wechseln, und bald der einen Gesellschaft, bald der anderen näher sein; wenn sie inmitten der einen sind, dann sind die übrigen Gesellschaften in den Umkreisen derselben: und so ferner mit aller Verschiedenheit innerhalb dieser Grenzen.
127. Es ist bemerkenswert, daß so wie der ganze Himmel einen Menschen darstellt, der deshalb der größte Mensch heißt, ebenso jede Gesellschaft einen Menschen darstellt; denn das Bild des ganzen Himmels fließt in die Gesellschaften ein, und macht, daß sie ähnlich sind; und zwar nicht nur in Gesellschaften, sondern auch in die Einzelnen in der Gesellschaft, daher bei jedem Einzelnen die menschliche Gestalt, denn ein jeder in einer Engelsgesellschaft ist ein Himmel in kleinster Form; die Verschiedenheiten ihrer menschlichen Form verhalten sich je nach der Verschiedenheit des Guten und Wahren bei ihnen. Daher kommt es, daß jeder Geist und Engel in seiner Form völlig nach der Mitteilung seiner Gedanken und Neigungen mit den Gesellschaften erscheint; je nachdem sie daher im Guten und Wahren sind, so erscheint er in einer schöneren menschlichen Form; wenn sich aber die Mitteilung der Gedanken und Neigungen in die Gesellschaften nicht nach der himmlischen Ordnung verbreitet, dann ist seine Form in demselben unschön. Wenn aber eine Mitteilung mit höllischen Vereinen stattfindet, dann ist die Form mißgestaltet und teuflisch; und die, welche ganz im Gegensatze mit dem Guten und Wahren stehen, weil im Gegensatz mit der Form des Himmels, welches die menschliche ist, dann erscheinen sie im Lichte des Himmels nicht wie Menschen, sondern wie Ungeheuer; so die ganze Hölle, so die Gesellschaften darin, und so die Einzelnen in denselben; aber auch mit Verschiedenheit je nach dem Grade des Gegensatzes ihres Bösen mit dem Guten, und ihres Falschen mit dem Wahren.
128. Wenn ich mit Engel-Geistern redete, so bemerkte ich, daß die Neigungen und Gedanken wie eine Strömung ringsum erschienen, und daß der Gegensatz des Gedankens in der Mitte von dieser Strömung umgeben war, und von hier sich nach jeder Richtung ausbreitete. Hieraus ging auch deutlich hervor, daß die Gedanken und Neigungen sich von allen Seiten zu den Gesellschaften hin ausbreiten.
129. Es wurde mir auch gezeigt, daß die Gedanken mit den Neigungen, wenn sie sich ausbreiten, fast nach der Form der Windungen der aschgrauen Substanz im menschlichen Gehirn umherfließen; diese kreisförmigen Bewegungen wurden mir längere Zeit gezeigt; es waren Umkreisungen, Einbiegungen, Windungen und Wallungen, wie sie bei den genannten Substanzen in dem Gehirne vorhanden sind. Aber die Formen des Himmels sind noch wunderbarer, und so, daß sie nicht einmal von den Engeln verstanden werden können; in solcher Form sind die Engelgesellschaften in den Himmeln, und in solche Form fließen die Gedanken der Engel ein: und fast im Augenblick in weiter Entfernung, weil einer unendlich vollkommenen Form.
130. Das Licht des Verstandes wurde mir gegeben, genommen, vermindert und gemäßigt beim Denken, Reden und Schreiben, und zwar häufig, und es wurde mir gegeben, die Veränderungen und Unterschiede inne zu werden. Das Licht selbst wurde wahrgenommen wie eine Erleuchtung, welche die Substanzen des inneren Gesichts erhellte, wie das Sonnenlicht die Organe des Gesichtes; diese allgemeine Erleuchtung machte, daß die einzelnen Gegenstände erscheinen wie die Gegenstände der Erde dem erleuchteten Auge; und ich wurde belehrt, daß diese Veränderungen gemäß dem Verkehr mit den himmlischen Gesellschaften eintraten.
131. Die Gedanken und Reden der Gesellschaften, innerhalb welcher mein Denken war, wurden mir einigemale vorgebildet durch Wolken in Himmelblau, welche auf- und niederstiegen; aus den Formen, Farben, der Feinheit und Dichtigkeit der Wolken wurde mir zu erkennen gegeben, was einfloß; die Wahrheiten wurden durch eine himmelblaue Farbe vorgebildet, untermischt mit einem schönen hellen Glanz; dieser Glanz ist unbeschreiblich; die Scheinbarkeiten des Wahren wurden durch einen dunklen Glanz vorgebildet, und das Falsche durch schwarze Wolken; auch hieraus konnte man den Einfluß der Gedanken und Neigungen erkennen.
132. Solange der Mensch lebt, verändern sich die Vorstellungen seines Denkens, sie werden nämlich teils vermehrt, teils geteilt, und so zu verschiedenen und neuen Gesellschaften (gleichsam) ausgedehnt; bei denen, welche im Bösen sind, zu höllischen Gesellschaften, ebenso bei denen, welche in Beredungen des Falschen; bei denen hingegen, welche in den Beredungen des Wahren, d.h. welche in einem Beredungsglauben sind, werden die Vorstellungen sehr beschränkt. Dagegen bei denen, welche wiedergeboren werden, verbreiten sich die Gedanken und Neigungen beständig in neue himmlische Gesellschaften, und die Ausdehnung nimmt zu; auch werden die früheren Gedanken und Neigungen geteilt, und die geteilten mit den Vorstellungen vereinigt, welche wiederum mit neuen Gesellschaften in Verbindung stehen; hauptsächlich wird das Allgemeine mit Besonderem erfüllt, und dieses mit Einzelnem, also mit neuen Wahrheiten, durch welche die Erleuchtung zunimmt.
133. Ich sprach mit Geistern über die Veränderungen des Zustandes im menschlichen Leben, nämlich daß es unbeständig sei, und daß es aufwärts und abwärts steige gegen den Himmel und gegen die Hölle; daß aber diejenigen, welche sich wiedergebären lassen, immer aufwärts, und dadurch in immer innerlichere himmlische Gesellschaften gebracht werden. Die Ausdehnung der Sphäre bis zu diesen Gesellschaften wird vom Herrn denen gegeben, welche wiedergeboren werden, besonders durch Versuchungen, in denen dem Bösen und Falschen widerstanden wird; denn dann kämpft der Herr durch die Engel gegen das Böse und Falsche, und dadurch wird der Mensch in die mehr innerlichen Gesellschaften der Engel eingeführt; und wenn er einmal in diese eingeführt worden ist, dann bleibt er darin; und dadurch empfängt er auch eine ausgedehntere und höhere Fähigkeit des Innewerdens.
134. Hieraus geht auch deutlich hervor, daß der Mensch, je äußerlicher er denkt, eine desto geringere Ausdehnung er hat, und eine desto größere, je innerlicher er denkt; denn die, welche mehr äußerlich denken, d.h. aus dem Sinnlichen, haben nur mit gröberen Geistern Gemeinschaft, die aber, welche innerlicher, d.h. aus dem Vernünftigen denken, haben Verkehr mit den Engeln; wie dieser Unterschied beschaffen sei, kann man aus der Dichtheit der Sphären, in welchen die sinnlichen Geister sind, und aus der Reinheit der Sphären, in welchen die himmlischen Engel sind, erkennen; es verhält sich der Unterschied wie der Unterschied zwischen der Ausdehnung des Schalles und der Ausdehnung des Lichtes; wie groß aber dieser ist, wissen die in der Naturkunde Erfahrenen.
135. Daß in einer Denkvorstellung Unzähliges enthalten sei, und mehr noch in Einem aus Vorstellungen zusammengesetzten Gedanken, wurde mir aus vieler Erfahrung zu wissen gegeben, welche ich hier zum Teil berichten darf.
136. Durch lebendige Erfahrung wurde mir gezeigt, wie die Vorstellungen der Engel in die Vorstellungen der Geister einfliessen, welche unterhalb, und daher in gröberen Vorstellungen sind; die Menge der Vorstellungen aus dem Engel-Himmel wurde anschaulich dargestellt wie eine helle, in kleine Teilchen unterschiedliche Wolke; ein jedes Teilchen, welches wieder aus Unzähligem bestand, brachte eine einfache Vorstellung bei den Geistern hervor; und nachher wurde gezeigt, daß Tausend und aber Tausend (Vorstellungen) darinnen enthalten seien, welche auch in der Geistersprache durch eine Wolke vorgebildet wurden. Dann redete ich darüber mit den Geistern, daß nämlich dieses durch Gegenstände des Gesichtes erläutert werden könne; wenn ein Gegenstand, welcher einfach erscheint, mit dem Augenglas betrachtet wird, dann werden tausend Dinge gesehen, welche vorher nicht sichtbar waren; wenn z.B. kleine Würmer, welche wie ein dunkler Gegenstand erscheinen, durch das Mikroskop betrachtet werden, sind es nicht nur Viele, sondern Jedes in seiner Gestalt; wenn man sie mit noch schärferen Gläsern betrachtet, so sieht man Organe, Glieder, Eingeweide, und auch Gefäße und Fasern. So verhält es sich auch mit den Vorstellungen des Denkens, in einer jeden liegen Tausend und aber Tausend, obgleich viele Vorstellungen zusammen, aus denen der Gedanke besteht, nur als eine einfache erscheinen. Gleichwohl aber ist in den Denkvorstellungen des Einen mehr enthalten als in den Vorstellungen des Andern; die darin enthaltene Menge verhält sich je nach der Ausdehnung in die Gesellschaften.
137. Wenn das Denken der Engel sich in untergeordnete Gebiete hinabsenkt, erscheint es, wie gleich oben gesagt wurde, wie eine weiße Wolke; wenn aber das Denken der Engel, welche in den oberen Himmel sind, sich herabsenkt, erscheint es wie ein flammendes Licht, aus dem ein Glanz in Schwingungen (hervorgeht); diese weißen Wolken und das flammende Licht sind nichts anderes als Unzähliges, was in ihrem Denken enthalten ist; wenn dieses in die Gedanken der Geister, welche unterhalb sind, einfließt, stellt es sich nur als Eines dar; das Licht und der Glanz fließt in ihre Gedanken ein, und das Flammende in die Neigung, welche ihrer Liebe angehört, und ihre Vorstellungen leitet und unter einander verbindet; aber das leuchtende Flammige und der vibrierende Glanz erscheint ihnen nicht; mir erschienen sie aber, damit ich erkennen möchte, daß das Obere in das Untere einfließt; und daß es Unzähliges enthält, was nur als Eines wahrgenommen wird:
138. Daß in einer Vorstellung so viele enthalten sind, konnte ich auch aus Folgendem erkennen: wenn ich Geister mit mir reden hörte, so konnte ich schon aus dem Tone ihrer Rede wahrnehmen, ob sie mit Verstellung oder aufrichtig, ob sie aus Freundlichkeit oder aus dem Guten der Liebe redeten; der Mensch kann dies aus den Gesichtszügen des Anderen ersehen, und auch gewissermaßen an seiner Rede hören; denn wenn der Mensch eine freundliche Miene vor sich sieht, und eine wohlwollende Rede hört, so kann er wahrnehmen, ob Verstellung dabei obwalte, ob Listiges, ob natürliche oder zufällige Heiterkeit, ob Achtung, ob Freundschaft, ob Wahnsinn und anderes dergleichen; auch dies ist ein Zeichen, daß einer jeden Vorstellung Unzähliges innewohnt. Als ich einmal mit Geistern hierüber sprach, wollten einige von ihnen es nicht glauben; sie wurden deshalb in eine höhere Region erhoben, und als sie von dort aus mit mir redeten, sagten sie, sie bemerkten Unzähliges in einer jeden Vorstellung meines Denkens; und nun glaubten sie es.
139. Daß in einer Vorstellung Unzähliges enthalten sei, konnte ich auch daraus erkennen, daß die Engel im Augenblick das Leben eines Geistes und Engels innewerden, wenn sie ihn nur reden hören, oder seine Gedanken beobachten; schon die Engel des unteren Himmels können dies sehen, und noch mehr die Engel des oberen. Ein gewisser guter Geist wurde in den ersten Himmel erhoben, und als er von dort mit mir redete, sagte er, er erblicke Unzähliges in dem, was ich damals im Worte las, während ich über diesen Gegenstand nur ganz einfach dachte; nachher wurde er in einen inwendigeren Himmel erhoben, und von dort aus sagte er, daß er nun noch mehr erblicke, und zwar soviel, daß das Erstere, was er gesehen, ihm verhältnismäßig als Grobes erschien. Als er hierauf noch höher erhoben wurde, wo die himmlischen Engel sind, sagte er, was er früher gesehen, erscheine kaum als etwas im Verhältnis zu dem, was er nun sehe; als dieses fortdauerte, floß Verschiedenes ein, und ich wurde von Mannigfaltigem angeregt, was von dort her kam.
140. Einige Geister rühmten sich, alles zu wissen; diese Geister stellen im größten Menschen das Gedächtnis dar; es ist ihnen jedoch gesagt worden, daß es unendlich Vieles gebe, was sie nicht wüßten, ja, daß eine Vorstellung von unendlich Vielem erfüllt sein und dennoch als einfach erscheinen könne; ferner (wurde gesagt), wenn sie auch in Ewigkeit täglich mit vielen Vorstellungen erfüllt würden, könnten sie doch nicht einmal alles Allgemeine wissen, und daraus könnten sie schließen, wie Vieles noch sei, was sie nicht wüßten. Dies wurde ihnen auch nachgewiesen, bis daß sie es anerkannten. Ein Engel redete mit ihnen durch Veränderungen seines Zustandes, aber sie konnten das, was er redete, nicht verstehen; und alsdann wurde ihnen gesagt, daß eine jede Veränderung Unendliches enthalte, was man nicht einmal bei ihnen wahrnehme, denn von dem, was sie nicht verständen, wurden sie auch nicht angeregt.
141. Daß Unzähliges in den Vorstellungen des Denkens enthalten sei, und zwar in bestimmter Ordnung vom Inwendigeren her, wurde mir auch klar, als ich morgens und abends das Gebet des Herrn las: alsdann wurden jedesmal die Vorstellungen meines Denkens gegen den Himmel hin geöffnet, und es floß Unzähliges ein, so daß ich deutlich bemerken konnte, wie die Vorstellungen meines Denkens, welche aus dem Inhalt des Gebets geschöpft waren, vom Himmel aus erfüllt wurden, und daß Solches sich hinein ergoß, was unaussprechlich war, und auch von mir nicht begriffen werden konnte; nur die daraus hervorgehende allegemeine Gefühlsstimmung empfand ich; und, was wunderbar ist, das, was einfloß, wechselte mit jedem Tage. Daraus konnte ich erkennen, daß in dem Inhalt dieses Gebetes mehr enthalten war, als der ganze Himmel zu begreifen vermag, und daß auch bei dem Menschen um so mehr darinnen liegt, je mehr sein Denken gegen den Himmel zu geöffnet ist, und umgekehrt, daß desto weniger darinnen liegt, je verschlossener sein Denken ist; denn bei denen, bei welchem das Denken verschlossen ist, erscheint nichts mehr darin als der Buchstabensinn oder der, welcher dem Wortlaute zunächst liegt.
142. Hieraus kann man erkennen, wie Unendliches auch in jedem Teile des Wortes enthalten ist, denn es ist vom Herrn durch den Himmel herabgekommen, obgleich es denen, deren Vorstellungen verschlossen sind, wie das allereinfachste erscheint. Hierüber sprach ich einst mit Geistern, welche leugneten, daß etwas innen im Worte verborgen liege; ich sagte ihnen aber, daß Unendliches und Unaussprechliches darinnen liege, was aber von denen, die verschlossenen Vorstellungen haben, nicht wahrgenomen werden könne, weshalb sie nichts anderes als den Buchstabensinn zulassen, den sie zugunsten ihrer Grundsätze und Begierden deuten, und hierdurch verschließen sie sich den Zugang zu dem darin Verborgenen, und entleeren oder vergröbern ihre Vorstellung selbst. Dann wurde auch gezeigt, wie die Vorstellung des Denkens erscheint, wenn sie verschlossen ist, und wie, wenn sie offen ist, denn das kann im Lichte des Himmels leicht gezeigt werden; die verschlossene Vorstellung erschien wie ein schwarzer Punkt, in dem nichts sichtbar hervortritt, die offene Vorstellung dagegen wie etwas Leuchtendes, in dem gleichsam etwas Flammiges war, bei welchem sie alles Einzelne darin erschauten; das Flammige bildete den Herrn vor, und das, was sich auf Ihn bezog, stellte den Himmel dar; und es wurde gesagt, daß in einer jeden Vorstellung, welche vom Herrn stamme, das Bild des ganzen Himmels sei, weil (sie ausgehe) von Ihm, Welcher Selbst der Himmel ist.
143. Diejenigen, welche im Leben des Körpers sich nur mit Kritik beschäftigten, wenn sie das Wort lasen, bekümmern sich wenig um den Sinn desselben, ihre Gedanken wurden dargestellt, wie in sich verschlossene Linien, welche nicht offen waren, und wie ein Gewebe daraus. Einige von dieser Art waren bei mir, und alsdann wurde alles, was gedacht und geschrieben wurde, in Verwirrung gebracht, und durch ihr Denken gleichsam in einen Kerker eingeschlossen, denn es wurde auf den Wortlaut gerichtet, und das Gemüt vom Sinn abgezogen, und dies so sehr, daß sie mich sehr ermüdeten, und dennoch hielten sie sich für weiser als die Andern.
144. Ich sprach auch mit den Geistern über das Einfließen in die Vorstellungen des Denkens, daß nämlich der Mensch keineswegs glauben könne, daß so Unzähliges darinnen liege, weil man immer nur das Einfache und den einen Gegenstand auffasse, und somit nur aus dem äußeren Sinnlichen urteilt. Die Geister, mit denen ich damals redete, waren in der Meinung, daß nichts innerhalb der Vorstellungen enthalten sei; dies hatten sie sich im Leben des Körpers eingeprägt; damit sie aber begreifen möchten, daß sie Unzähliges nur wie Eines auffassen, durfte ich ihnen sagen, daß zu einer Handlung Myriaden von beweglichen Fasern zusammenwirken, und daß zu dieser Handlung alles, was ein Körper ist, sich zugleich bewegt und fügt sowohl im Allgemeinen als im Besonderen, und doch erscheint diese unbedeutende Handlung einfach und als eine, als ob gar nichts der Art darinnen liege; ebenso, daß zu einem Wort Zahlloses zusammenwirke, wie die Biegungen der Lippen und aller darin befindlichen Muskeln und Fasern, dann auch (die Bewegungen) der Zunge, der Kehle, der Stimmritze, der Luftröhre, der Lungen, des Zwergfelles, mit allen ihren Muskeln im Allgemeinen und im Besonderen; wenn hierbei der Mensch das eine Wort als einen einfachen Ton wahrnimmt, in dem nichts weiter liegt, so kann man daraus erkennen, wie grob die Wahrnehmung aus dem Sinnlichen ist; wie grob werden erst die Wahrnehmungen aus dem Sinnlichen sein über Denkvorstellungen, welche in eine reineren Welt und dadurch vom Sinnlichen weiter entfernt sind.
145. Weil so Unzähliges in den Denkvorstellungen liegt, so können die Engel schon aus einem Worte, welches aus dem Gedanken hervorgeht, erkennen, wie beschaffen der Geist oder wie geartet der Mensch ist; dies wurde mir auch durch Erfahrung bestätigt; als das bloße Wort "Wahres" genannt wurde, was von mehreren Geistern nacheinander geschah, wurde sogleich gehört, ob dasselbe hart, weich oder kindlich, liebevoll, unschuldig, voll, gehaltlos, ob darin Falsches, Verstelltes, Verschlossenes, Offenes enthalten, und in welchem Grade mit einem Worte: die innere Beschaffenheit der Vorstellung, und zwar nur im Allgemeinen; was wird nicht erst in den Einzelheiten enthalten sein, welche die Engel wahrnehmen?
146. Weil der Mensch aus dem Sinnlichen denkt, so sind ihm dergleichen Dinge dunkel, ja so dunkel, daß er nicht weiß, was eine Vorstellung ist, und besonders, daß das Denken sich in Vorstellungen unterscheide, wie die Rede in einzelne Wortlaute, denn das Denken erscheint ihm als etwas Stetiges, ohne unterschieden zu sein, obwohl doch die Denkvorstellungen die Worte der Geister bilden, und die noch innerlicheren Vorstellungen des Denkens die Worte der Engel. Weil die Vorstellungen die Worte der Rede sind, so sind sie auch hörbar bei den Geistern und Engeln; daher ist auch das geheime Denken des Menschen den Geistern und Engeln hörbar, wenn es dem Herrn gefällt. Wie viel vollkommener die Vorstellungen des Denkens sind als die Worte der Rede, kann daraus erhellen, daß der Mensch innerhalb einer Minute mehr denken kann, als er während einer Stunde reden oder schreiben könnte; ferner konnte ich es auch erkennen, und der Rede mit Geistern und Engeln ersehen, denn dann erfüllte ich in einem Augenblick eine allegmeine Sache mit ihren besonderen Einzelheiten, mit Hinzufügung der Neigung; hierdurch faßten die Engel und Geister alles genau auf, und viel anderes, was diesen Gegenstand der Rede wie eine Lichthülle [nimbus] umgab.
147. Hieraus kann man nun erkennen, wie beschaffen die Vorstellungen derer sind, welche schlecht leben und daher schlecht denken, daß nämlich inwendig in denselben Haß, Rachsucht, Neid, List, Ehebruch, Hochmut liegt, ferner äußerlich Umständiges, was nur erheuchelt ist, Keuschheit, aber nur um des Scheines halber, Freundschaft wegen der Ehrenbezeugungen und des Gewinnes, ohne alle Freundschaftsgesinnung, und noch viel Unreines und Häßliches , was ich nicht aussprechen kann; außerdem enthalten dieselben Glaubenslehren, welche die (bösen) Begierden in Schutz nehmen, oder wenn dies nicht der Fall ist, Unglauben und Spott; dieses und Ähnliches liegt in den Vorstellungen derer, welche schlecht leben, und daher auch schlecht denken. Wenn Solches darin enthalten ist, so müssen dergleichen Menschen, wenn sie ins andere Leben kommen, notwendig abgesondert und weit vom Himmel entfernt werden, wo solche Dinge verabscheut werden.
148. Etwas Wunderbares will ich noch berichten; der Herr Selbst, welcher allein Mensch ist, und durch Ihn die Engel, die Geister und die Bewohner der Erdkörper Menschen genannt werden, bewirkt durch Sein Einfließen in den Himmel, daß der ganze Himmel einen Menschen vorbildet und darstellt, und vermittelst Seines Einfließens durch den Himmel und unmittelbar aus Sich in die Einzelnen daselbst macht ER, daß ein Jeder als Mensch erscheint, die Engel in schönerer und glänzender Gestalt, als man beschreiben kann; ebendasselbe bewirkt Er durch Sein Einfließen in den Geist des Menschen; ja, bei dem Engel, Geist und Menschen, welcher in Liebtätigkeit gegen den Nächsten und in Liebe zum Herrn lebt, stellt auch das Allergeringste eines Gedankens den Menschen dar, aus dem Grunde, weil dies Liebtätigkeit und diese Liebe vom Herrn ist, und alles, was vom Herrn ist, stellt sich als Mensch dar; das ist es auch, was den Menschen ausmacht. Umgekehrt aber in der Hölle erscheinen diejenigen, welche darin sind, weil sie im Gegenteil der tätigen Liebe und der himmlischen Liebe sind, zwar in ihrem Lichte als Menschen, hingegen im Himmelslichte als schreckliche Ungeheuer, in denen kaum etwas von menschlicher Form zu erkennen ist; die Ursache ist, weil der Einfluß des Herrn durch den Himme4l nicht aufgenommen, sondern zurückgewiesen oder ausgelöscht oder verkehrt ist, weshalb sie so erscheinen. Ebenso sind in dem Geringsten ihrer Gedanken, d.h. ihren Vorstellungen solche Formen, denn wie jemand im Ganzen beschaffen ist, so ist er es auch in jedem Teile, denn (die Formen) sind entsprechend und gleichartig. Diese Form, in der sie erscheinen, ist auch die Form der Hölle, in der sie sind; denn eine jede Hölle hat ihre eigene Form, welche im Lichte des Himmels als ein Ungeheuer erscheint, und bei denen, welche daraus erscheinen, wird schon an der Form erkannt, aus welcher Hölle sie kommen; sie erschienen mir an den Pforten, welche zur Geisterwelt führten, und sie erschienen mir wie Ungeheuer, aber mit vieler Verschiedenheit.
Dieser Text ist dem Werk "Der Verkehr zwischen Seele und Leib" von E. Swedenborg entnommen. Das komplette Werk können Sie als gezipte PDF-Datei (662 kb) hier herunterladen.