Wer war
Jakob Lorber?
24 Jahre lang empfing Jakob Lorber das Wort
des Herrn. Sein Werk umfasst ca. 25 Bände (ca. 20000 Schreibseiten). Am linken Drauufer inmitten von Weinbergen in der Ortschaft
Kanischa der Pfarre Jahring (untere Steiermark, heute Slowenien), wo der Vater
Michael Lorber seine Bergholdengründe bewirtschaftete, wurde Jakob Lorber am
22. Juli 1800 geboren.
Und nicht zufällig - so darf
man mit Bestimmtheit annehmen - wuchs er in einem armen, jedoch für Kunst und
Religion offenen Haus in dieser ländlichen Umgebung heran. Von seinem Vater
hatte
er eine vielseitige musikalische Begabung geerbt und erhielt er auch die erste
Ausbildung im Geige-, Klavier- und Orgelspiel. Und als Jakob dann das Gymnasium
in Marburg an der Drau besuchte, verdiente er sich die nötigen Mittel dazu
bereits als Organist in einer der Stadtkirchen. Sein Diplom als Hauptschullehrer
erwarb er 1829 in Graz, der steiermärkischen Landeshauptstadt, wo er aber
keine entsprechende Anstellung fand, so dass er weiterhin intensive Musikstudien
betrieb, komponierte, Gesangs- und Violin-Unterricht gab und gelegentlich auch
öffentliche Konzerte.
Während dieser Jahre schlug
Jakob Lorber, seiner Neigung zu geistiger Vertiefung folgend, aber auch den
„Weg nach innen“ ein und las u.a. Justinus Kerner, Jung-Stilling,
Swedenborg, Jakob Böhme und Johann Tennhardt. Niemals aber trennte er sich von
der Bibel, die ihm bis an sein Lebensende eine Quelle der Inspiration blieb.
Als ihm, der trotz seiner vielen Fähigkeiten doch nur von der Hand in den Mund
lebte, endlich eine feste Kapellmeisterstelle an der Oper in Triest angeboten
wurde und er im Begriff war, sich in den Dienst der Welt zu stellen, erhielt er
seine Berufung zum „Schreibknecht Gottes“:
Am frühen Morgen des 15. März
1840 - er hatte gerade sein Morgengebet verrichtet - hörte er an der Stelle
seines Herzens deutlich eine Stimme, die ihm befahl: „Steh auf, nimm deinen
Griffel und schreibe!“
Er ließ seine
Reisevorbereitungen im Stich, setzte sich mit Griffel und Papier zurecht und
schrieb gehorsam, was ihm die geheimnisvolle Stimme nun diktierte. Es war die
Einleitung zu seinem ersten Werk „Die Haushaltung Gottes“: „So spricht
der Herr für jedermann, und das ist wahr und getreu und gewiss: Wer mit Mir
reden will, der komme zu Mir und Ich werde ihm die Antwort in sein Herz legen.
Jedoch die Reinen nur, deren Herz voll Demut ist, sollen den Ton Meiner Stimme
vernehmen. Und wer Mich aller Welt vorzieht, Mich liebt, wie eine Braut ihren Bräutigam,
mit dem will ich Arm in Arm wandeln. Er wird Mich allezeit schauen wie ein
Bruder den anderen Bruder, und wie Ich ihn schaute schon von Ewigkeit her, ehe
er noch war."
In dieser Stunde des ersten
Diktats vom Herrn brach das Unerwartete und Unerhörte in Jakob Lorbers Leben
vehement herein. Während der nächsten 24 Jahre unterbrach er nur selten noch
seine vom Verstand aus unbegreifliche Tätigkeit, schrieb fast täglich
mehrere Stunden ununterbrochen, ohne in Büchern nachzuschlagen, und ohne die
vielfachen Kenntnisse, die ihm durch das Innere Wort aus der Feder flossen. Sein
Leben war einzig vom Gehorsam gegenüber dieser inneren Stimme erfüllt.

Das nicht mehr erhaltene Geburtshaus Jakob Lorbers in Kanischa
Man müsste in Superlativen
sprechen, um auszudrücken, wer Jakob Lorber eigentlich war. Sieht man ihn als
Literaten, dann übertrifft er alle Schriftsteller, Dichter und Denker aller
Zeiten, denn wo gäbe es ein umfassenderes Wissen, eine tiefere Interpretation,
eine genauere Kenntnis von geographischen, geschichtlichen, biologischen und
naturwissenschaftlichen Gegebenheiten seit der Erschaffung des Kosmos als in
seinen Werken, die 25 fünfhundertseitige Bände füllen, die kleineren
Schriften nicht mitgerechnet. Es gibt noch kein Wort für ihn, das ihn wirklich
darstellen könnte, und wenn er sich selbst den „Schreibknecht Gottes“
nannte, so entspricht das nur seiner demütigen Selbsteinschätzung.
Jakob Lorber starb am 24. August
1864; er hatte seinen Tod vorausgeschaut. Seine Aufgabe war erfüllt. Auf seinem
Grabstein auf dem St. Leonhard-Friedhof in Graz steht das Paulus-Wort: „Wir mögen
leben oder sterben, so sind wir des Herrn.“
Quelle: Broschüre „Die Neuoffenbarung Jesu durch Jakob Lorber. Christliche Prophetie für unsere Zeit“, Lorber-Verlagm Bietigheim