"Meine Schafe hören meine Stimme" (Joh. 10,27)

"Ihr seid meine Herde, für die ich sorge, und ich bin euer Gott. Das sage ich, der HERR, der mächtige Gott."

(EZECHIËL 34,31)

Jesus will keine Bewunderer, sondern Nachfolger

Die Bewunderer rühmen die großen Taten Jesu in der Welt von gestern.
Die Nachfolger wissen, dass Jesus in der Welt von heute anwesend sein will.

Die Bewunderer gehen einer letzten Entscheidung für Jesus geschickt aus dem Wege.
Die Nachfolger verbinden ihr Schicksal vorbehaltlos mit dem Schicksal Jesu.

Die Bewunderer sind heute begeistert von Jesus und morgen von einem anderen.
Die Nachfolger können ihren Herrschaftswechsel nicht mehr rückgängig machen.

Bewunderer fragen: Was habe ich von Jesus?
Die Nachfolger fragen: Was hat Jesus von mir?

Die Bewunderer sonnen sich gerne und oft im Glanze Jesu.
Die Nachfolger wenden sich gerne willig dem Elend der Welt zu.

Nein - Jesus will keine Bewunderer; auf sie kann er verzichten - auf Nachfolger nicht.

Sören Kierkegaard

Der Priester und der Fischer

Priester: Warum sitzt du hier dösend im Sand neben deinem Boot?

Fischer: Weil heute die Sonne so schön warm scheint.

Priester: Statt hier faul herumzulungern, wäre es besser, du würdest hinausfahren und Fische fangen.

Fischer: Warum sollte ich mehr Fische fangen?

Priester: Du könntest damit mehr verdienen.

Fischer: Warum sollte ich mehr verdienen?

Priester: Dann könntest du dir ein zweites Boot kaufen, weitere Fischer anstellen und noch mehr Fische fangen.

Fischer: Warum sollte ich das machen?

Priester: Dann könntest du noch mehr Geld verdienen.

Fischer: Was hätte ich davon?

Priester: Wenn du fest gearbeitet und gutes Geld verdient hättest, könntest du es dir schön machen und dich ausruhen.

Fischer: Aber das tue ich ja gerade.

Keltische Weisheit

Der Reiche und der Tod

Der Reiche: Ich habe nie etwas getan, das große Strafe verdienen würde. Ich habe niemanden umgebracht, ich bin meiner Frau treu gewesen. Ich habe ein unbescholtenes Leben geführt.

Der Tod: Warum bist du so sicher, dass du dir nichts vorzuwerfen hast?

Der Reiche: Du glaubst mir nicht? Frage alle Menschen meiner Umgebung. Sie alle schätzen mich als ehrenwerten Mann.

Der Tod: Genießt du diese Wertschätzung? War der Respekt anderer der Grund dafür, dass du tadellos gelebt hast?

Der Reiche: Wenn ich ja sage, wirst du mich der Sünde des Stolzes anklagen. Wenn ich Nein sage, wirst du mich unehrlich heißen.

Der Tod: Glaubst du, tadellos gelebt zu haben, reiche aus?

Der Reiche: Ich habe nicht nur keine großen Sünden begangen, sondern auch viel Gutes getan. Ich habe Obdachlose beherbergt und Bettlern etwas zu essen gegeben. Ich habe nie einen Armen von meiner Tür gewiesen.

Der Tod: Waren diejenigen, die in den Genuss deiner Güte gekommen sind, dafür dankbar?

Der Reiche: Diese Dankbarkeit habe ich erwartet. Jemand, der sich nicht bedankt, bekommt von mir nur einmal etwas, aber kein zweites Mal.

Der Tod: Warum sollten diese Menschen sich bei dir bedanken?

Der Reiche: Weil ich hart gearbeitet habe, mir meinen Reichtum zu erwerben, während sie nichts getan haben.

Der Tod: Und bei wem bedankst du dich für den Reichtum, der dir zuteil geworden ist?

Der Reiche: Du versuchst wieder, mich aufs Glatteis zu führen. Du willst, dass ich sage, ich habe niemandem zu danken, weil ich meinen Reichtum verdiene. Aber ich falle nicht auf dich herein. Ich gehe jeden Sonntag zur Kirche und danke Gott für seinen Segen.

Der Tod: Warum sagst du also den Armen nicht, sie sollten sich bei Gott für das bedanken, was du ihnen gibst?

Der Reiche: Du bist mir zu schlau. Ich sehe, dass du unschuldige Menschen dazu verleitest, etwas zu sagen, was sie nicht sagen wollen, um so Macht über ihre Seelen zu gewinnen.

Der Tod: Bist du nicht dadurch reich geworden, dass du unschuldige Menschen dazu verleitet hast, dir Dinge zu geben, die sie dir nicht geben wollten, um so Macht über sie zu bekommen?

  Keltische Weisheit

Äußerlichkeit

Ein Gelehrter von großer Weisheit war dem Herrscher als kluger Ratgeber sehr beliebt. Seine verwachsene Gestalt und sein wenig anziehendes Aussehen war allerdings am Hofe immer eine Quelle heimlichen Gespötts.

Als eines Tages die Tochter des Herrschers ihn erblickte, rief sie verächtlich aus: "Welch ein hässliches Gefäß für solch herrliche Weisheit!" Der Gelehrte aber tat so, als wenn er den Spott gar nicht gehört hätte, und verwickelte die Prinzessin in ein Gespräch. Und als er merkte, dass sie ihre Beleidigung bereits vergessen hatte, fragte er sie:

"In welchen Gefäßen wird nach deiner Kenntnis der Wein deines Vaters gelagert?"
"In Krügen aus Ton, erwiderte die Tochter.

"Der kostbare Wein wird am Hof des Herrschers in billigen Tongefäßen gelagert, so wie es selbst die geringsten Leute tun? Ich kann es nicht glauben. Im Hause des Herrschers sollte der Wein in goldenen und silbernen Krügen aufbewahrt werden."

"Da hast du ganz recht", sagte die Prinzessin, und sie gab Befehl, den Wein aus den tönernen Krügen in Krüge aus Gold und Silber zu füllen.

Es dauerte nicht lange, und der Wein war sauer geworden. Erbost wollte der Herrscher wissen, auf wessen Weisung der Wein umgefüllt worden war. So erfuhr er von seiner Tochter, dass sein Ratgeber sie dazu veranlasst hatte. Er stellte den Gelehrten zur Rede und fragte sichtlich verärgert: "Was hat dich dazu getrieben, mir einen solch üblen Streich zu spielen?"

"Deine Tochter, die nur auf Äußerlichkeiten Wert zu legen scheint, beleidigte mich wegen meiner Hässlichkeit mit der spöttischen Bemerkung: 'Solch ein hässliches Gefäß für solch herrliche Weisheit!' Ich wollte ihr nur beweisen, dass sie sich durch äußere Schönheit nicht beirren lassen soll und dass unschöne Äußerlichkeit nichts über den Wert im Inneren aussagt."

Der Priester und der Bettler

Priester: Was tust du mit diesem Schwein am Strick hier am Straßenrand?

Bettler: Was tust du mit dem Zügel in der Hand hier hoch zu Ross? 

Priester: Wie lange bist du schon da?

Bettler:   So lange wie die Straße. 

Priester: Wem gehören diese Ferkelchen? 

Bettler:   Sie gehören dem Schwein.  

Priester: Das weiß ich, aber ich frage dich, wer ihr Herr ist.

Bettler:   Die Natur ist ihr Herr, denn sie bringt ihnen bei, wie man frisst und trinkt, geht und rennt. 

Priester: Na gut. Und wer ist dein Herr?

Bettler: Mein Herr ist meiner Herrin Ehemann, ein guter Mann, wie du kaum einen zweiten findest. 

Priester: Und wer ist deine Herrin?

Bettler: Die Ehefrau meines Herrn. Das weiß jeder. 

Priester: Ich will dich etwas Einfaches fragen. Mit der Antwort darauf kannst du mir helfen. Wo wohnt Patrick O' Donnell?

Bettler:  Halte den Arm geradeaus und gehe ihm nach, bis er schmerzt. Dann folge deiner Nase. Wenn du sein Haus dann nicht findest, sind deine Führer schuld. 

Priester: Du bist ein unverschämter Mensch. Was ist dein Gewerbe?

Bettler: Ich habe ein treffliches Gewerbe. Ich zeige den Leuten den Weg zum Himmel.

Priester: Das ist mein Gewerbe. Ich bin es, der den Leuten den Weg zum Himmel zeigt.

Bettler: Wie kannst du den Leuten den Weg zum Himmel zeigen? Du weißt ja nicht einmal den Weg zu Patrick O'Donnells Haus.

Priester: Ich gebe mich geschlagen. Hier hast du eine Silbermünze.

Bettler:  Danke. Wie schade, dass ein solcher Tor wie du nicht jeden Tag hier vorbeikommt.

Keltische Weisheit

Größe

Der Meister war zu Gast beim Landesfürsten, den eine Mücke andauernd belästigte.
"Kannst du mir sagen, warum der Allmächtige die Mücken erschaffen hat?"
"Wenn zu nichts anderem, dann sind sie dazu geschaffen, um so von ihrer Größe und Bedeutung überzeugte Herren wie dich an ihr wahres Maß und ihre Machtlosigkeit zu erinnern", sagte der Meister. "Denn ungeachtet deines Ansehens und deiner Herrlichkeit zwingt das winzige Tierchen dir seinen Willen auf, und du kannst dich seiner Zudringlichkeit kaum erwehren."

 

Verzichten und genießen

Der Mensch kann nicht mehr über sich selbst verfügen, wenn er sich von seinen Begierden treiben lässt. 
Er verliert die Klarheit seines Geistes und die Ruhe seines Herzens. 
Askese ist daher nicht lebensfeindlich, sondern lebensfreundlich. 
Sie will uns in die wahre Freude führen. 
Sie ist ein Weg zum wahren Glück.

Anselm Grün

Wer sich seinen Launen ausliefert, entwickelt keine Stärke. 
Wer jeden Wunsch nachgibt, wird auf Dauer nicht zufriedener. 
Askese und Disziplin - im rechten Maß geübt - vermitteln die Erfahrung,
 dass wir unser Leben selbst gestalten, dass wir selber leben, anstatt gelebt zu werden
.

Anselm Grün

 

Du sagst, du liebst...

Du sagst, du liebst die Blumen und pflückst sie ab! 
Du sagst, du liebst die Tiere und isst sie auf!
 Du sagst, du liebst den Wind und schließt die Tür!
 Ich habe manchmal Angst, wenn du sagst, du liebst mich!

 

Hufnagel

Weil der Hufnagel verloren ging, ging der Huf verloren.
Weil der Huf verloren ging, ging das Pferd verloren.
Weil das Pferd verloren ging, ging der Reiter verloren.
Weil der Reiter verloren ging, ging die Meldung verloren.
Weil die Meldung verloren ging, ging die Schlacht verloren.
Weil die Schlacht verloren ging, ging der Krieg verloren.
Weil der Krieg verloren ging, ging das Königreich verloren.
So scheiterte ein gewaltiges Reich an einem einzigen Hufnagel.

 

Gebetserfahrung

Die kleine Ruth lässt ihre Lieblingspuppe aus Porzellan fallen. Die Puppe zerbricht in tausend Stücke. In Tränen aufgelöst, wirft sich Ruth aufs Bett. Nach einer Weile flüstert sie: "Nicht wahr, lieber Gott, du machst sie doch wieder heil?"

Ihr älterer Bruder hat an der Tür gelauscht und macht sich über seine Schwester lustig: "Meinst du wirklich, Gott wird etwas tun?" - "Ich weiß es", schluchzt Ruth. Abends sieht ihr Bruder die Scherben noch einmal an und fragt spöttisch, ob Gott schon geantwortet habe. "Sicher", entgegnet Ruth zufrieden, "Gott hat Nein gesagt."

Diese Geschichte zeigt auf, worauf es beim Beten ankommt: sein Herz an Gottes Ohr zu legen, ganz gleich, was danach geschieht. Ob unser Gebet Früchte trägt, zeigt sich ja nicht allein daran, ob unsere Wünsche erfüllt werden. Ruth hat das Wesentliche des Betens erkannt: das spontane Ausschütten des Herzens vor seinem großen Ohr. Später wird Ruth lernen: Das Nein auf ihr Gebet ist von einem viel größeren und stärkeren, einem ewigen Ja umfangen.

 

Das Leben!

  Jesus ist Liebe, Jesus ist Licht,
Jesus ist alles was Leben verspricht.
Jesus ist Freude, Jesus ist Kraft, 
Jesus ist  Innen, der Alles erschafft.

  Jesus ist Klarheit und Weisheit und Sieg,
Jesus ist alles, was es nur gibt.

Jesus ist Friede, ist Freiheit, ist Geben,
Jesus ist Innen, Jesus ist Leben,
suchst du im Außen,
suchst du vergebens.

  Außen ist Krieg, ist Not und ist Pein,
 außen im Leben,
stehst du allein!

  Außen ist Schwachheit, ist Irrsinn und Not,
Außen ist Krankheit ist Leiden und Tod.

Außen ist Dunkel, ist Lug und Betrug.
Außen findest du bestimmt keine Ruh!

  So kehr Dich nach Innen, jetzt ist es noch Zeit,
da findest du Ruhe und Gelassenheit.

  Nur Jesus führt dich ans sichere Ziel,
Nur ER allein gibt dir, den sicheren Sieg!

Susanne

 

Nimm dir Zeit

Nimm dir Zeit zu arbeiten - das ist der Preis des Erfolges.

Nimm dir Zeit zu denken - das ist die Quelle der Macht.

Nimm dir Zeit zu spielen - das ist das Geheimnis der ewigen Jugend.

Nimm dir Zeit zu lesen - das ist die Grundlage der Weisheit.

Nimm dir Zeit, freundlich zu sein - das ist der Weg zum Glück.

Nimm dir Zeit zu träumen - sie bewegt dein Gefährt zu einem Stern.

Nimm dir Zeit zu lieben und geliebt zu werden - das ist das Vorrecht der Götter.

Nimm dir Zeit, dich umzusehen - der Tag ist zu kurz um selbstsüchtig zu sein.

Nimm dir Zeit zu lachen - das ist Musik für deine Seele.

Irischer Segensspruch

Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle

Mit dem Reich, das vom Himmel regiert wird, 
verhält es sich wie mit einem im Acker vergrabenen Schatz, 
der von einem Mann entdeckt wird. 
Voller Freude geht er los, verkauft alles,
 was er hat, und kauft jenen Acker.
 
 
Mit diesem Reich ist es auch wie mit einem Kaufmann, 
der schöne Perlen sucht.
 
Als er eine besonders wertvolle entdeckt, 
geht er los, verkauft alles, was er hat, und kauft sie.

Matthäus 13,44-46

Wanderung

Unser Leben ist wie eine Wanderung, auf einem Pfad mit Hindernissen, 
wohin er führt, zu welchem Zweck, ist vorbestimmt, wir können es nicht wissen.
Doch wer den Zeichen, Spuren folgt, die uns in einem Buch beschrieben, 
der wird den Weg, trotz Schmerz und Leid, mit Freude geh'n und lieben.
Wer aufmerksam im Buche liest, dem wird der Pfad erhellt, 
mit einem Licht, das, wenn man's sucht, erleuchtet unsere Welt.

Dann werden die Konturen, der Hürden völlig klar und man erkennt, 
dass alles was im Wege stand, ein Spross von einer Leiter, 
die mühsam zu erklimmen ist, auf dem Weg nach oben war.

Der Weg, das Ziel, im Buch geschrieben, wird oft sehr spät erkannt, 
meist erst der Sinn begriffen, vor unbezwingbar hoher Wand.

Dann gilt es umzukehren und gehen mit dem Wort, 
das führt bis hin zum Ziel, zu wunderbarem Ort.

Bernhard Frey

Geh in den Wald!

Der Kalender voller Termine,
Hetzjagd von einer Verabredung zur anderen?
Lebensmüde und eingeschlossen
 in einer engen Welt von Dingen,
die übertrieben oder überflüssig sind?

Geh in den Wald!
Da warten Bäume auf dich.
Herrliche Bäume, die schweigend
von der Stille zehren und von dem Saft,
der bis in die letzten Zweigspitzen steigt.
Da singen Vögel für dich.

Geh in den Wald!
Leg dich unter einen Baum,
steck einen Grashalm in den Mund
und genieße seliges Nichtstun.
Dann kommen die besten Gedanken
und die schönsten Träume über dich.
Dann verschwinden die Probleme,
die du hinter deinen Wänden hast.

Phil Bosmans

Alles was du sagen willst

Alles was du sagen willst, überlege dir vorher in Gedanken!
Denn bei vielen Menschen eilt die Zunge dem Denken voraus.
Mach' es dir zum Grundsatz, nur in zwei Fällen das Wort zu ergreifen:
entweder wenn du etwas gut verstehst oder
wenn du über etwas notwendig reden musst.

Isokrates

Nicht viel reden

Nicht viel, sondern wahr soll man reden.

Demokrit

 

Die drei Siebe des Sokrates

Aufgeregt kam jemand zu Sokrates: "Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen, wie dein Freund ...."

"Halt an!" unterbrach ihn Sokrates, "hast du das, was du mir erzählen willst, schon durch die drei Siebe geschüttelt?"

"Drei Siebe?", fragte der andere verwundert.

"Ja, mein Freund, drei Siebe! Lass sehen, ob das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist das der Wahrheit. Hast du geprüft, ob das, was du mir erzählen möchtest, wahr ist?"

"Nein, ich hörte es erzählen und ..."

"Soso. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft, es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr erwiesen, wenigstens gut?"

Zögernd sagte der andere: "Nein, das nicht, im Gegenteil ....."

"Dann", unterbrach ihn Sokrates, "lass uns auch noch das dritte Sieb anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig und wesentlich ist, mir das zu erzählen, was dich so erregt".

"Notwendig nun nicht gerade ..."

"Also", lächelte Sokrates, "wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es lieber begraben sein und belaste dich und mich nicht damit."

Sokrates

Wenn du dir eine Freude machen willst

Wenn du dir eine Freude machen willst, dann betrachte die Vorzüge deiner Mitmenschen.
So etwa bei dem einen den Willen zur Tat, bei dem anderen die Bescheidenheit;
bei jenem die Freigiebigkeit, beim nächsten wiederum etwas anderes.
 Nichts gibt ja mehr Anlass zur Freude,
als wenn die Ausstrahlung der Tugenden im Wesen der Mitmenschen aufleuchten
und dort möglichst zahlreich vereint sind.
  Deshalb soll man sie auch offenkundig werden lassen.

Marc Aurel

Glaube wird nicht Glaube...

Glaube wird nicht Glaube bei den Menschen,
wenn er nicht geistig wird;
und er wird nicht geistig,
wenn er nicht Sache der Liebe wird;
und er wird alsdann Sache der Liebe,
wenn der Mensch es liebt,
das Wahre und Gute ins Leben übergehen zu lassen,
das heißt zu leben gemäß dem,
was im Wort geboten ist.

Emanuel von Swedenborg

Das Verderben unserer Tage

Es ist das Verderben unserer Tage,
dass wir, losgelöst vom Göttlichen,
alles aus unserer Kraft und Weisheit heraus gestalten,
alles uns selbst und nicht der ewigen Gnade verdanken wollen.

Theodor Fontane

Erbittet in meinem Namen

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Was ihr von meinem Vater erbitten werdet,
das wird er euch in meinem Namen geben.
Bisher habt ihr nichts erbeten in meinem Namen.
Bittet, und ihr werdet empfangen,
damit eure Freude vollkommen ist.

Johannes 16, 23-24

Woher wüssten wir, wie wir leben sollen?

Woher wüssten wir, wie wir leben sollen,
wenn wir nicht an etwas glaubten, das größer ist als wir?
Wer würde uns lehren zu leben?
Wer sagt dem Baum, wann die Zeit kommt, seine kleinen Blätter auszutreiben?
Wer sagt diesen Drosseln, dass es warm geworden ist und sie wieder nach Norden fliegen können?
Vögel und Bäume hören auf etwas, das weiser ist als sie.
Von sich aus würden sie es niemals wissen.
Oft sitze ich allein in der Wüste und schaue die Lilien an und all die hübschen kleinen rosa Blüten und frage mich:
»Wer hat euch gesagt, dass es Frühling ist und dass ihr blühen sollt?«
Und ich denke und denke nach, und immer komme ich auf dieselbe Antwort.
Das, was größer ist als wir, lehrt alle Lebewesen, was sie tun sollen.
 Wir sind wie die Blumen. Wir leben, und wir sterben, und aus uns selbst heraus wissen wir nichts.
 Aber das, was größer ist als wir, lehrt uns - lehrt uns, wie wir leben sollen.

 

Chiparopai, eine Indianerin

Unwissenheit

Der junge Schüler war ein solches Wunderkind, dass Gelehrte von überall her seinen Rat suchten und sein Wissen bestaunten.

Als der Gouverneur einen Ratgeber suchte, kam er zu dem Meister und sagte: „Sagt mir, stimmt es, dass der junge Mann soviel weiß, wie allgemein behauptet wird?"

„Ehrlich gesagt", erwiderte der Meister trocken, „der Bursche liest so viel, dass ich mir nicht vorstellen kann, woher er die Zeit nimmt, irgend etwas zu wissen."       

 Anthony de Mello

Werde geduldig und lerne warten

Werde geduldig und lerne warten auf die Stunde Gottes.
Sie kommt immer, auch wenn die Hilfe scheinbar verzieht.
Doch sie kommt zu Seiner Zeit, die alleine die rechte ist.
Glaube, dass Gott, weil Er dich liebt, mit Seiner Hilfe nie zu Spät kommt.
Durch Ungeduld, Verzagtheit und Unglauben aber stehst du
Seinem Kommen im Weg.

M. B. Schlink

Schöne neue Welt?

Heute haben wir höhere Gebäude und breitere Strassen,
aber kürzere Launen und engere Standpunkte.

Wir haben mehr Geld, aber wir geniessen weniger.

Wir haben grössere Häuser, aber kleinere Familien.

Wir haben mehr Experten, aber größere Probleme.

Wir haben mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert.

Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr wie man lebt.

Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben.

Wir haben mehr Medizin, aber weniger Gesundheit.

In der einen Hälfte unseres Lebens opfern wir die Gesundheit, um Geld zu erwerben;
in der anderen opfern wir Geld, um die Gesundheit wieder zu erlangen.
Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen.

Wir reden viel, lieben nur ein wenig und hassen zu sehr.

Wir haben den Mond erreicht und kamen zurück, doch wir tun uns schwer, 
die Strasse zu überqueren, um unseren Nachbarn zu besuchen.

Wir haben das äußere Universum erobert, aber nicht unser Inneres.

Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.

Wir haben höhere Einkommen, aber weniger Möglichkeiten.

Wir haben viel mehr zu essen, aber zuwenig Ernährung.

Dies sind die Tage wo es zwei Einkommen für ein Heim braucht, doch die Scheidungen steigen.

Dies sind die Tage der schöneren Häuser, aber der zerütteten Heime.

Eine große Rolle spielt die verhängnisvolle Neigung von uns anzunehmen,
daß Gedanken um so gescheiter sein müssen, je unverständlicher sie formuliert worden sind.

Was sind Zeiten mit mehr Freiheit, aber weniger Freude?


Unbekannt

 

O lieb', solang du lieben kannst!

O lieb', solang du lieben kannst!
O lieb', solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!

Und sorge, daß dein Herze glüht
Und Liebe hegt und Liebe trägt,
Solang ihm noch ein ander Herz
In Liebe warm entgegenschlägt!

Und wer dir seine Brust erschließt,
O tu ihm, was du kannst, zulieb!
Und mach ihm jede Stunde froh,
Und mach ihm keine Stunde trüb!
Und hüte deine Zunge wohl,
Bald ist ein böses Wort gesagt!
O Gott, es war nicht bös gemeint, -
Der andre aber geht und klagt.
O lieb', solang du lieben kannst!
O lieb', solang du lieben magst!

Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!
Dann kniest du nieder an der Gruft
Und birgst die Augen, trüb und naß, -
Sie sehn den andern nimmermehr -
Ins lange, feuchte Kirchhofsgras.

Und sprichst: O schau auf mich herab,
Der hier an deinem Grabe weint!
Vergib, daß ich gekränkt dich hab'!
O Gott, es war nicht bös gemeint!

Er aber sieht und hört dich nicht,
Kommt nicht, daß du ihn froh umfängst;
Der Mund, der oft dich küßte, spricht
Nie wieder: Ich vergab dir längst!

Er tat's, vergab dir lange schon,
Doch manche heiße Träne fiel
Um dich und um dein herbes Wort -
Doch still - er ruht, er ist am Ziel!

O lieb', solang du lieben kannst!
O lieb', solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!

Ferdinand Freiligrath

 

Arme Leute

Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.

Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: „Wie war dieser Ausflug?“

„Sehr interessant!“ antwortete der Sohn.

„Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?“

„Ohja, Vater, das habe ich gesehen.“

„Was hast du also gelernt?“ fragte der Vater.

Und der Sohn antwortete: „Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.“

Der Vater war sprachlos.

Und der Sohn fügte noch hinzu: „Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind.

Unbekannt

Die Menschen glauben alles.
Es darf nur nicht in der Bibel stehen.
Napoleon Bonaparte

Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben,
dann glauben sie nicht an nichts,
sondern an alles Mögliche.
Gilbert Keith Chesterton

Wer sich nicht von der Wahrheit besiegen lässt,
ist vom Irrtum besiegt.
Augustinus

Die Entstehung des Lebens auf der Erde
mit dem Zufall erklären heißt,
von der Explosion einer Druckerei
das Zustandekommen eines Lexikons zu erwarten.
Edwin Conklin

Die Annahme, das Auge mit seinen unnachahmlich
 kunstvollen Einrichtungen für Scharfeinstellung,
Regelung des Lichteinfalls und Ausgleich
sphärischer und chromatischer Aberation
habe sich durch natürliche Auslese bilden können,
ist, wie ich offen zugebe, in höchstem Masse widersinnig.
Charles Darwin
Begründer der Evolutionslehre, in seinem Buch “Entstehung der Arten”

Man glaubt nicht, wieviel man glauben muss, um ungläubig zu sein.
Faulhaber

Nichtglaube kann entweder als Nichtdenken
oder als gelebte Verdrängung bezeichnet werden.
Kurt Blatter
 Arzt und Seelsorger, über die Charakteristik des Glaubens

 

"Was für niedrige, armselige, schäbige, heuchlerische Geschöpfe macht ein Streit über eine Religionsfrage aus reinen und auserwählten Seelen! Da fangen sie an, Winkelzüge zu machen, zu schimpfen, auszuweichen, sich zu verstecken; da tun sie, als ob sie in diesem einen Punkte nachgäben, um in einem anderen sich brüsten und sich als Sieger aufspielen zu können, und kein Gedanke, keine Regung von Mannhaftigkeit, von Bescheidenheit oder Hoffnung hat den einen wie den anderen bereichert."

Ralph Waldo Emerson

 

"Religiöser Fanatismus schwächt zwar den Geist - verhärtet aber das Herz."

Otto Weiss

 

"Ist es nicht sonderbar, dass die Menschen so gerne für die Religion fechten und so ungern nach ihren Vorschriften leben?"

Georg C. Lichtenberg

Nur die Bibel

Nur die Bibel, nur die Bibel
alles andre ist von Übel
tönt es aus erweckten Kreisen
die laut das Buch der Bücher preisen.

Manche Kreise sind so klein
dass ein Glaubensheld allein
bildet trotzig die Substanz
verleiht dem Buche Sonderglanz.

Ein andrer durch der Zahlen Gunst
entwickelt hohe Rechenkunst
vermischt keck Sprüche bunt mit Psalmen
lässt Speicher und Prozessor qualmen
den er zuvor mit Bibeldaten
ließ unter Windows gläubig starten
damit Silizium und Eisen
der Bibel Echtheit klar beweisen.

Altväterlich an andrem Ort
im Heilgenscheine fest verbohrt
grübelnd, sinnend, tief gebeugt
hat man sich schon überzeugt,
sieben Tage hat` s gebraucht
dass Gott hat Leben eingehaucht
Mücken, Mäusen, Hunden, Affen
bis dann der Adam ward erschaffen.

Solchen Kreisen ist zu eigen
das sie einen Herrgott zeigen
dessen Bild nicht ähnlich ist
das zeichnet den Herrn Jesu Christ.

Sie finden in der heil` gen Schrift
mehr was ihr eignes Wesen trifft
streiten, rächen, Herzensenge
wenig Gnade, recht viel Strenge
sind befriedigt wenn sie richten
und Scheiterhaufen kunstvoll schichten.

Könnt es denn möglich sein
Satan mischt sich heimlich ein
indem er Glaubensfeger reitet
still umschwebt und zubereitet
beflügelt stolze Geltungstriebe
dass Hochmut wächst
statt Herzensliebe
wenn Glaubensbrüder sich dran laben
gerecht zu sein und Recht zu haben ?

Lumatio

Bibel

Wer die Bibel recht versteht
dünkt sich niemals selbst erhöht
sucht den tiefen Sinn zu finden
lässt nicht seinen Geist erblinden
weil dort Psalmen und Geschichten
ihm erlauben keck zu Richten.

Ein wahrer Christ macht sich zur Fibel
aus Nächstenliebe eine Bibel
und lernt aus deren Lebensschrift
was ihm im Grunde selbst betrifft
wo es mangelt oder hakt
er noch böse Worte sagt
macht im Alltagseinerlei
weise seine Seele frei
indem er Jesus fest vertraut
der gern auf gute Herzen schaut
und sieht wie Liebe dort gedeiht
man dem Nächsten auch verzeiht
wünscht das die Seele möglichst rein
geht einst in Seinem Reiche ein.

Lumatio

Bibelforscher

Bibelforscher dieser Welt
denen streiten gut gefällt
klauben aus der heil`gen Schrift
selten auf was sie betrifft.

Hart im Glauben gleich dem Eisen
möchten Tauben sie beweisen
dass in hehren Bibelstunden
purste Wahrheit sie gefunden
zählen eifrig Sünden auf
seit Beginn vom Zeitenlauf
beschwören gerne durch die Bank
Strafgericht samt Untergang,
überzeugen, missionieren
suchen Menschen anzuführen
streiten über Wortgebilde
mehr im Zorn als sanft und milde
suchen diese hinzubiegen
denn es soll sich alles fügen
nach der selbstgerechten Strenge
eigner Welt und Geistesenge.

Oh wie kann man sich dran laben
stets in allem Recht zu haben
belohnet wird immenser Fleiß
mit Bibelwort als Hauptbeweiß.
Dieses Werkzeug stützet Rechten
dient als Rüstzeug gut beim Fechten
den Gotteskriegern hochgewiss
im unbewussten Selbstbeschiss.

All das viele Wortgegrübel
führt in immer neue Übel
bis am End des Buchesstaben
Sinn samt Geist getötet haben
wahres Leben draus entflieht
nur noch unbewusster Hochmut
reichlich lastet im Gemüt.

Dieser kann nur dann entschwinden
sucht der Streiter Schuld zu finden
die an sich er übersah
jedoch im Nächsten sonnenklar.

Dankbar solchem Seelenspiegel
übernimmt dann Demut Zügel
schließt sein Herze auf sogleich
und näher kommt das Himmelreich.
Jesu Liebe im Gemüte
trotz des Lebenskreuzes Pein
bringt ein Herz zur größten Blüte
führt zum Ziele ganz allein.

Lumatio

 

Der rechte Pfad

"Befinde ich mich auf dem rechten Pfad?", fragte Schwarzbär.
"Selbstverständlich", antwortete Meister Rabe, "Vielfraß befindet sich ebenfalls auf dem rechten Pfad."
"Vielfraß?", erwiderte Schwarzbär erstaunt, "der scheint mir die Richtung verloren zu haben."
"Das ist sein Pfad", entgegnete Meister Rabe.

Unbekannt

Was es ist

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.

Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.

Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Erich Fried

Licht

Suchst du das wahre Licht,
so such es draussen nicht.
Nur in Dir drin´allein,
wird da dieses Lichtlein sein.

Die Liebe ist´s, die Dich erhellt,
das wichtigste auf dieser Welt.
Da gibt es wen, der sich sehr sehnt,
und dessen Herz in sich ganz lodernd brennt.

Die ganze Zeit ruft er uns leise zu,
doch wir wollen nichts hören, wollen uns´re Ruh.
Den Nächsten sollen wir auch lieben,
doch wo ist den der nur geblieben?

Jeder sei sich selbst der nächste,
das ist ja das allerhöchste!
Nein, so ist es wahrhaft nicht,
so in manchen eine Stimme spricht.

Weil vielen gar lästig ist dies Gewissen,
wollen sie davon nichts wissen.
Und von ganz frischen Tatendrange,
feiern sie ihr Leben lange.

Statt sich der Liebe hinzugeben,
verspotten sie das höchste eben.
Viel wichtiger sei da Genuss,
und mit dem Glauben ist nun endlich Schluss.

Ganz gebückt, sich ängstlich nähernd,
sucht ein armer Mensch nur Trost.
Statt sich seiner anzunehmen,
sind wir darüber ganz erbost.

Siehe welch gar lumpige Kleider, und das strähnig fettend´Haar!
Lass ihn uns meiden, dieser Mensch, ist mir zu sonderbar.
Mit Tränen in den Augen kehrt er um,
und verzeiht denen, und nimmts ihnen nicht krum.

Ein kleines Kind sich seiner erbarmet,und lief ihm nach ganz geschwind,
da hörte es die Mutter schelten,: Bleib hier, der ist gar böse, mein Kind!"
Darauf das Kleine Antwort gibt, 
"Er ist`s, der uns alle liebt"

Sieh, nur Mutter, sein weisses Gewand!
das Kind hat ihn gar wohl erkannt.
Der Mann, der früher noch ganz lumpig war,
strahlte jetzt so sonderbar!

Und er sprach zu diesem Kleinen: 
"Selig sei dieses fromme Kind"
Vor Freude fing er an zu weinen.
Ihr sehet, und seit trotzdem blind.

Denn es war der Herr da ganz persönlich,
der für uns am Kreuze starb,
hielt hin die Hand, ja ganz versöhnlich,
um sein Reich er warb.

Es sei halt nicht von dieser Welt,
nicht zu kaufen um viel Geld.
Nur ein paar Dinge verlangte er,
ist denn das ja gar so schwer?

"Ja was haben wir davon? Undank ist der Welten Lohn!
Die Bibel, diese heilige Schrift, das ist ja das reinste Gift!
Mit solch einem Märchenbuche, das ich da ganz und gar verfluche,
kannst auf Erden nimmer bestehen, willst du Mann das nicht einsehen?"

"Tuet Busse und kehrt um, von diesen falschen Wegen,
Sonst ist es leider bald zu spät, da für meinen Segen!
Merkt ihr Leute denn gar nicht, wohin euer Leben führt,
dass der Teufel euch verführt?

Noch schlimmer als zu Noah´s Zeiten, 
ist die Welt in der Ihr lebt.
Weil ihr im Grunde, die Liebe einfach fehlt!
So bitte ich euch um euretwillen, kehret endlich um!
Doch aus purer Eigenliebe, ist euch dass zu dumm!

Anstatt da euer Herz zu pflegen,
seht ihr in der Welt den Segen.
Doch welche Schätze könntet ihr, nach dem Tode hier mitnehmen,
Als die, die nur von Liebe zeugen?

Der Körper und das weltliche vergehen,
doch Geist und Seele bleiben bestehen!
Bedenkt dies bevor´s da ist zu spät,
und mit leerem Herzen dann ihr vor mir steht!

Seht ich will da jeden Retten,
darauf könnt ihr sicher wetten.
'Den der mich liebt, sowie Freund und Feind.
Seht wie mein Herz, um eure Seele weint!

Seht ihr nicht wohin das führt,
wenn sich in euch gar nichts rührt?
An Bosheit, Wucher und vieles mehr
hängt allein das Herz so schwer.

Seit ihr da nicht wie die Tiere,
die nur gehorchen ihrem Triebe?
Bevor ich euch nun ganz verliere,
nochmals sag ich:LIEBE!

Seit ihr denn nicht gar viel mehr,
horcht, es ist ja gar nicht schwer!
Bitte denkt darüber nach,
was ich da heut zu euch sprach!

Ja Noah wurde einst verspottet, ausgelacht,
doch was hat da dieser, unter meiner Anleitung gemacht?
Eine Arche hat er gebaut,
und er hat auf mich vertraut.

Was hat den dieser Tor,
bloß mit der grossen Arche vor?
Es kümmerte die Leute nicht,
Und trotzdem kam da das Gericht.

Sie tranken und sie lachten nur,
und suchten reinen Genuss da pur.
Als plötzlich diese große Flut,
alle mitnahm samt Hab und Gut.

Versteht ihr´s denn noch immer nicht,
diese heutige Welt ist reif für´s Gericht!
Darum versucht euch nun zu bessern,
und bekämpft euch nicht mit Messern!

Doch jeder der nur davon spricht,
dem glaubt ihr Ungläubigen nicht!
Ihr haltet ihn für ganz verrückt,
und seit von eurer Intelligenz ja ganz entzückt.

Die Erde und das ganze All,
sei entstanden durch den Knall!
Und mich, den Schöpfer geb´es nicht,
Ein Gelehrter zu euch spricht.

Dem ihr Glauben schenkt,
aber eines ihr bedenkt,
sowenig es ein Zufall war,
als eine Frau ein Kind gebar.

Aus sich selbst da nichts entsteht,
wie ihr es bei der Geburt nun seht.
Vater und Mutter gehören dazu.

Doch was ich da erblicken muss,
nun zu euren Überdruss.
Um mich zu leugnen ganz und gar,
was treibt ihr mit der Schöpfung da?

Selbst wollt ihr nun der Schöpfer sein
Ihr Menschen nur, ihr ganz allein.
Ein Schaf zuerst, dann Menschen klonen,
das da nur mehr gscheite wohnen.

Dieses ja gen Himmel schreit,
jetzt geht ihr dann bald zuweit!
Und euer falsches, eitle Streben,
lässt die Gottheit nun erbeben!

Wem könnt ihr die Schuld nur geben,
wenn ihr euch betrügt ums Leben?
Wie oft wollt ich euch warnen,
doch ihr wollt euch vor mir tarnen.

Und da es mich ja gar nicht gibt,
der euch da so innig liebt.
Wenn wenig da, die an mich glauben,
werde ich die Welt euch rauben.

Dies soll nur eine Warnung sein,
nun liegt es bei euch ganz allein.
Nachzudenken und meiner zu Gedenken,
dann will ich das ewige Leben euch nur schenken!

Das ihr´s endlich nun einseht,
das über euch da jemand steht.
Der euch leiten will und führen,
wollt´ihr denn das gar nicht spüren?

Da ich der Allerhöchste bin,
trachtet nach des Lebens Sinn.
Eure Taten werden´s zeigen,
ob ihr seit da ganz mein eigen!

Positiv denken allein,
das soll der Sinn nicht sein.
Sicher ist es ja nicht schlecht,
Doch ohne Liebe ist´s nicht echt.

Ich allein, sollte eure größte Liebe sein.
Doch zwingen will selbst ich euch nicht.
Ich allein bin euer Licht!
Euer Schöpfer zu euch spricht!

Sorget euch nicht allzusehr, 
um weltliche Dinge, sondern um vielmehr.
Wer suchet, der wird mich finden,
Ihr müsst euch nur dazu überwinden.

Überlassest mir eure Sorgen,
denkt nicht ängstlich da an Morgen.
Um was ihr Bittet, um was ihr flehet,
ich werd´s euch geben, so ihr sehet!

Doch nur den Reinen, Demütigen der auf richtigen Weg,
ich die Antwort in sein Herzen leg.
Vertrauet mir und glaubt an mich,
Ist das für euch fürchterlich?

Suchet nicht nur Selbstverwirklichung, so wie manche es euch lehren,
versuchet lieber so viel wie möglich, zu entbehren.
Das ist was euch wenig gefällt,
Was ist euch lieber, ich, der Ewige, oder die vergängliche Welt?

Würdet ihr die Welt mit meinen Augen da betrachten,
vieles würde euch da klarer werden, vieles würdet ihr verachten.
Denn so wie ein Traum eure Seele täuscht, so täuscht euch auch die Wirklichkeit.
Der Traum kürzer, und die Realität über längere Zeit.

Ihr solltet mir ähnlich werden, und das lernt auf Erden.
Alles was da mir gehört, das sollet ihr einst Erben!
Darum sammelt euch nicht Schätze, die die Motten und der Rost verzehren, Trachtet vielmehr nach den Schätzen, die im Himmel euch sollen gehören.

So saget ihr, das hörten wir, ja zur Genüge oft,
viele haben darauf gebaut, viele das Glück wo anders erhofft.
Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben,
niemand kommt zum Vater denn Durch mich, nun eben.

Es treten da gar viele auf, als die Engel des Lichts,
doch es geht denen nur, um sich selbst und um sonst nichts.
Drum prüfet alles und behaltet das Gute und das Reine.
So seit ihr ewig meine."

Da staunten die Leute, die einst lästerten, und es ward ein kleines Licht, angefochten in Ihrem Herzen.
Ganz still und leise, verschwand der Allmächtige, und gesehen ward er nicht.

Fritz

Wie kann man erkennen, ob man liebt,
ob es da für das Herz, ´ne Chance gibt?

Wenn Du mitfühlst Freud und Leid,
und hast in dir gar keinen Neid,
wenn Dein Ich wird gar sehr klein,
dann denke ich, wird´s Liebe sein.

So Dein Herz kennt keine Rache,
und auch Hass ist nicht Deine Sache,
wenn keine Eifersucht vorhanden,
auch wenn wird ´ne andere beim Schwarm nur landen.

Wenn Du Dich da mit ihm freust,
und kein Gefühl da nicht bereust,
dann ist es, auch wenn man´s nicht versteht,
reine Liebe, die sanft nur weht.

Denn meistens sagt man" Ich liebe Dich"!
Und meint gar eigentlich nur sich.
Weil wie könnte es wohl sein,
liebt man, und wird dann oft gar sehr gemein?

Warum wird man dann oft sehr böse,
wenn sich jemand von einem löste.
Dann sinnen viele da auf Rache,
Mensch, das ist falsche Liebes- Sache.

Oder wenn man ohne Rücksicht auf Gefühle,
des anderen im Leidenschaftsgewühle,
mit Zwang und jedem Preis will zurück,
das bringt der Liebe wohl kein Glück.

Kann man da gar vieles verzeihen,
und sich von Negativen leicht befreien,
ohne dass man denkt nur an sich,
dann ist´s Liebe, auch für Dich.

Denn wenn man nur so umherschaut,
und oft gar manchmal´s einem graut,
man meint, es sei da wahre Liebe,
doch dahinter steckten nur die Triebe.

Wenn der erste Gedanke ist voll Lust,
dann kommt früher oder später wohl der Frust.
Denn Liebe will nicht nur rein körperlich begehren,
doch das will wohl heut niemand mehr hören.

Die wahre echte Liebes-Ehe,
auch wenn sie nicht vorm Standesamt geschehe,
ist ganz vollkommen, lieb und reiner,
Da gibt´ kein Du, kein ich, sondern nur unser einer.

Doch oft man wohl aus zweifelhaften Gründen,
an jemanden will sich da binden.
Darum sollte jeder sich da fragen,
ob man es wohl solle wagen.

Und ob man doch nichts besseres da findet,
und schaut, was da das Herz verkündet.
Denn oft, wie schon gesagt, sagt man Liebe,
und meint die Leidenschaft und Triebe.

Was aber wirst Du sicher fragen,
darf man es nun nicht mehr wagen,
seine Leidenschaft zu pflegen,
wenn sich tut die solche in einem regen?

Doch, man darf es da schon genießen,
wenn reine Liebe hat bewiesen,
das der Partner auch dann noch wird verstanden,
wenn das äußere kommt abhanden.

Und man sich getrost da sagen kann,
als Frau, oder auch als Mann,
das man jemand auch noch liebt,
wenn es nicht so oft den Sex mehr gibt.

Wenn aber nur der Sex allein,
das wichtigste soll sein,
dann wird sich´s dann gar bald wohl zeigen,
wozu des Herzens Liebe wird sich neigen.

Also nochmal´s will ich es erklären,
nicht Körperliches allein soll man begehren,
sondern tief im innersten des Herzen,
sich fragen, was kann man eher wohl verschmerzen?

Fritz

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